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Digitalisierung

Frankfurter Buchmesse feiert E-Books und Internet

(bo/ddp-hes). Die heute (Mittwoch, 15. Oktober) startende Frankfurter Buchmesse steht im Zeichen der Digitalisierung der Literatur. In der internationalen Verlagsbranche gebe es «ein Bedürfnis nach Vernetzung besonders mit der Telekommunikationsindustrie», sagte Buchmessen-Direktor Juergen Boos am Dienstag. Bei den über 400 Fachtreffen der Messe stehe die elektronische Aufbereitung von Verlagsprodukten meist im Fokus.

Auch der brasilianische Erfolgsautor Paulo Coelho stellte das
kreative Potenzial des Internets in den Mittelpunkt seiner Rede und
hob die schnelle und kostenlose Ausbreitung von Ideen hervor.
Buchmessendirektor Boos sagte, die Buchbranche fühle sich «fit für
die Digitalisierung, auch wenn sie nicht weiß, wohin die Reise geht.»

Rund 30 Prozent der auf der Messe gezeigten Bücher könnten mit
E-Readern, elektronischen Lesegeräten, angeschaut werden. Viele
Verlage sähen auch in der Film-, Spiele- und Musikindustrie neue
Partner. Die «Zunahme der Geschwindigkeit» im Internet korrespondiere
mit einem «Wachstum an Verwertungsmöglichkeiten für Rechte.» Die
Buchmesse könne zeigen, wie die Verbindung zwischen der «schönen
Literatur und der schnellen digitalen Welt» aussehe, sagte Boos.

E-Books, die auf dem Bildschirm eines Lesegeräts durchgeblättert
werden können, seien eine «große Chance» für den Buchmarkt, erklärte
für den Messeveranstalter, den Börsenverein des Deutschen
Buchhandels, dessen Vorsteher Gottfried Honnefelder. Die neuen
Modelle hätten in Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit einen
riesigen Entwicklungssprung gemacht. Ob sich der tatsächlich
auszahlt, müsse sich noch zeigen. «Das herkömmliche Geschäftsmodell
gilt nicht mehr allein», sagte Honnefelder. Nutzer im Netz hätten
kein Verständnis dafür, beim «freien Fluss» der Informationen auf
Grenzen zu stoßen.

Gerade weil der digitale Vertriebsweg heute ein wichtiges
Marketinginstrument sei, brauche es eine «politische Debatte»
darüber, wie mit geistigem Eigentum umgegangen werden solle, betonte
Honnefelder. Das Problem könne nicht auf die Verlage abgewälzt
werden, weil es um die «Ressourcen» der Gesellschaft gehe. Der
gesetzliche Schutz für Rechteinhaber kollidiere beispielsweise mit
dem Datenschutz in der Telekommunikationsbranche. Mit «kosmetischen
Änderungen» einzelner Gesetze sei den Autoren und Verlagen nicht
geholfen.

Honnefelder monierte, dass der Buchhandel der Bundesregierung
bereits einen Regelungsvorschlag vorgelegt habe, der dort aber
«ausgesessen» werde. Das ausgearbeitete Gesetzesmodell sehe eine
Kooperation zwischen Handel und Internet-Service-Providern vor, um
mit Internet-Piraterie «pragmatisch» umzugehen. Verleger und
Buchhändler würden sich gern mit allen Betroffenen an einen Tisch
setzen. «Das Signal der Bundesregierung fehlt», monierte Honnefelder.

Die diesjährige Buchmesse könne mit rund 7400 Ausstellern das
Rekordniveau des Vorjahrs knapp halten, gab Messe-Direktor Boos
bekannt. Trotz der internationalen Finanzkrise beurteile die Mehrheit
der Publikumsverlage ihre Geschäftslage als stabil. Die Frankfurter
Buchmesse beginnt am Mittwoch und ist an den letzten beiden Tagen,
Samstag und Sonntag, auch für private Bücherfreunde geöffnet.

(rheinmain)


 


 

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