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Frankfurter Buchmesse

Computerspiele verändern Kultur und Medien

(bo/dapd) Nach den Kultursparten Film und Musik nähern sich nach Ansicht von Experten auch Bücher und Computerspiele immer mehr an. "Games werden auch als Grundlage für Bücher genutzt", nicht mehr nur umgekehrt, sagte Ruth Lemmen vom Bundesverband interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) am Dienstag in Berlin.

So entstand etwa aus dem Roman "The Great Gatsby" von Francis Scott Fitzgerald bereits ein Videospiel und sogar aus Dantes "Die Göttliche Komödie".

"Technologie und Inhalt wachsen stärker zusammen", sagte Holger Volland von der Frankfurter Buchmesse. Technologie-Unternehmen verdienten zunehmend Geld mit Inhalten, während Inhalte ihren Stammbereich verließen. "Geschichten entwickeln sich zu multimedialen Entertainment-Welten", sagte Britta Friedrich von der Buchmesse.

Bei der Frankfurter Buchmesse gibt es am 12. und 13. Oktober zum zweiten Mal die All-Media-Konferenz Story Drive zum Thema crossmediale Projekte, die dieses Jahr unter dem Motto "Storytelling & Storyselling" steht. Dieses Mal solle nicht nur der Austausch der Branchen gefördert werden, "sondern auch das Geschäft", sagte Story-Drive-Projektleiterin Friedrich. Dabei gehe es zum Beispiel darum, wie man Geschichten branchenübergreifend verkaufen könne.

Projekte werden zunehmend "transmedial" geplant

Lemmen sagte, Kultur- und Medienprojekte würden immer mehr von Beginn an "transmedial angedacht". So habe der Regisseur James Cameron für sein 3D-Kinospektakel "Avatar" von Anfang an mit Games-Produzenten zusammengearbeitet. Die Experten nannten weitere Beispiele für crossmediale Projekte. So verschwimmen bei der interaktiven Produktion "Heavy Rain" die Grenzen zwischen Film und Game. Bei "L.A. Noire" sind echte Schauspieler im Einsatz.

Angefangen hatte die Zusammenarbeit der Branchen vor Jahren mit dem Weg vom Buch zum Film und weiter zum Game. Bekannte Beispiele dafür sind "Harry Potter" und "Herr der Ringe". In der Musikindustrie ist die Zusammenarbeit mit Spielen wie "Guitar Hero" oder "Rockband" bereits weit fortgeschritten. Seit "Lara Croft: Tomb Raider" (2001) wurden auch Games wie "Silent Hill" und "Prince of Persia" zu Filmen verarbeitet. Ferner gibt es inzwischen TV-Formate wie "Germany's Next Topmodel" oder "Schlag den Raab" für die Spielkonsole.

Kulturrat sieht massiven Einfluss von Games auf die Kunst

Nach Ansicht des Geschäftsführers des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, werden Computerspiele die Kultur weiter "massiv beeinflussen". Die hohe Erzählgeschwindigkeit von Games sei bereits in Filmen, aber auch in Bühneninszenierungen wiederzufinden, sagte Zimmermann der Nachrichtenagentur dapd.

Ihm zufolge sind Games "Teil der Hochkultur für Jüngere". "In 15 Jahren gehen diejenigen in die Oper, die jetzt Computer spielen." Die Oper müsse Inszenierungen an diese Bildwelt anpassen. "Es ist wichtig, den Anschluss an die folgende Generation zu behalten."

Für Regisseure und Komponisten seien Computerspiele inzwischen ein wichtiges Berufsfeld geworden. Die Hersteller von Games "suchen dringend Leute - es gibt zu wenige, die das machen".

(dadp-hes)


 


 

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