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Frankfurter Flughafen

Geistig verwirrter Mann gelangt mit Schreckschusspistole inTransitbereich

(bo/dapd). Ein geistig verwirrter Mann ist in den Transitbereich vorgedrungen und hat vor Bundespolizisten mit einer Schreckschusspistole hantiert. Die Polizei bestätigte am Donnerstag einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach der 29-Jährige am Mittwoch in das gesperrte Gelände gelangte.

Es habe sich aber nicht um den Sicherheitsbereich gehandelt. Der Mann sei nicht hinter den Sicherheitsschleusen gewesen. Wie ein Polizeisprecher sagte, wurde der Eindringling von Bundespolizisten überwältigt und festgenommen. Der aus Dietzenbach stammende 29-Jährige sei psychisch krank und inzwischen in die Psychiatrie eingewiesen worden. Da deshalb keine Fluchtgefahr bestehe, werde vermutlich erst später über einen möglichen Haftbefehl entschieden. Der Mann war gegen 15.00 Uhr im Ankunftsbereich C des Terminals 1 vor der Passkontrolle erschienen und hatte einen der dort sitzenden Bundespolizisten angesprochen. In dem kurzen Dialog zog er demnach plötzlich die Gaspistole aus dem Hosenbund hervor. Diese habe er dann kurz auf dem Boden abgelegt und sei spontan in Richtung des dort befindlichen Kontrollpunkts gerannt. Dank der schnellen Reaktion der Bundespolizei konnte er aber rasch gestellt und überwältigt werden, wie es weiter hieß.

Kokain und Messer gefunden

Bei der Durchsuchung des Mannes wurden eine kleine Menge Kokain, ein Messer und die Schreckschusswaffe gefunden, die mit Pfeffermunition geladen war. Eine solche Schreckschusspistole ist den Angaben zufolge an über 18-Jährige frei verkäuflich. Um sie mitzuführen, wäre aber ein sogenannter kleiner Waffenschein erforderlich gewesen. Außerdem wurde ein machetenähnlicher Krummdolch im Wagen des Festgenommenen entdeckt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei erstrecken sich daher auf Verstoß gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz und zudem auch auf den Verdacht der Bedrohung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte bei der Blutentnahme. Wie der Mann in den für Nichtpassagiere gesperrten Transitbereich gelangen konnte, blieb zunächst unklar. Offenbar habe er sich auf Umwegen Zutritt verschafft, sagte der Polizeisprecher. Die Flughafen-Betreibergesellschaft Fraport will jetzt prüfen, wie der genaue Ablauf war und dann über mögliche Konsequenzen entscheiden, wie Sprecher Thomas Uber auf dapd-Anfrage sagte. Die Polizei betonte, eine Gefahr für die Sicherheit im Luftverkehr habe zu keiner Zeit bestanden, da sich der 29-Jährige nicht im Sicherheitsbereich des Flughafens befunden habe. Erst am Wochenende hatte es Berichte über eine technische Panne bei der Sicherheitsüberprüfung von Mitarbeitern am Frankfurter Flughafen gegeben. Etwa 10.000 zu überprüfende Datensätze seien zeitweilig wegen eines Datenstaus nicht angezeigt worden, hieß es. Der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) versicherte, dass die Sicherheit deswegen nicht gefährdet gewesen sei. Nachdem Rhein diese Auffassung am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags bekräftigt hatte, reagierten die Grünen enttäuscht. Er habe nicht begründen können, warum der fehlende Datenabgleich nicht zu Sicherheitslücken geführt habe, bemängelten sie.

(Michael Winckler und Claudia Pietsch/dapd)


 


 

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