Oberbürgermeisterwahl
Merkel greift in Frankfurter Oberbürgermeister-Wahlkampf ein
Frankfurt am Main. Die Kanzlerin wirbt vor 3.000 Menschen für hessischen Innenminister Rhein. Drei Tage vor der Stichwahl am kommenden Sonntag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Oberbürgermeister-Wahlkampf in Frankfurt am Main eingegriffen.

Drei Tage vor der Stichwahl am kommenden Sonntag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Oberbürgermeister-Wahlkampf in Frankfurt am Main eingegriffen.
Auf einer Kundgebung auf dem Römerberg mit rund 3.000 Zuhörern warb sie am Donnerstagabend für die Wahl des CDU-Kandidaten und hessischen Innenministers Boris Rhein. Der 40-Jährige sei der Richtige, um sicherzustellen, dass Frankfurt als Standort der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank auch in Zukunft "Europastadt" bleibe und stabil regiert werde, rief Merkel aus.
Die CDU-Kundgebung wurde immer wieder von Pfeifkonzerten mehrerer Dutzend Gegner der neuen Landebahn auf dem Frankfurter Flughafen begleitet. Merkel veranlasste dies zu der Frage, ob es sinnvoll sei gegen Fluglärm gerade mit lautem Schreien und Pfeifen zu protestieren. Das Thema stand auch im Mittelpunkt des Wahlkampfs in Frankfurt. Bei der Stichwahl am Sonntag treten Rhein für die CDU und der Frankfurter Sozialpolitiker Peter Feldmann für die SPD gegeneinander an. Im ersten Wahlgang hatten Rhein 39,1 und Feldmann 33,0 Prozent errungen.
Ministerpräsident Volker Bouffier, der ebenfalls auf der Kundgebung sprach, sagte, mit der Koalition aus CDU und Grünen in der größten hessischen Stadt habe nur Rhein eine politische Mehrheit. Der SPD-Bewerber habe dagegen noch nie ein politisches Führungsamt innegehabt. Frankfurt eigne sich aber nicht als "Fitnessprogramm für große Ämter". Die Stadt müsse vor Stillstand und Blockade bewahrt werden.
Auch Merkel nannte Rhein den Richtigen, um der Stadt weiter Stabilität und Sicherheit zu garantieren. Frankfurt brauche keine Experimente. Es gehe darum, dass Frankfurt als Messestadt auf lange Sicht finanziell und wirtschaftlich stark bleibe. Die Politik der im Sommer scheidenden Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) könne nur von einem Christdemokraten fortgesetzt werden.
Roth selbst empfahl Rhein in einer kurzen Rede als ihren Wunschkandidaten, der Kontinuität in der Stadt sichern werde. Rhein selbst nannte den massiven Ausbau der Kinderbetreuung sein wichtigstes Ziel. Nur er habe eine politische Mehrheit, um seine Wahlkampfaussagen auch zu verwirklichen. Andernfalls drohten Frankfurt "unsichere Verhältnisse".
(dapd-hes)
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