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Beschäftigungs- und Konjunkturprognose 2

Beschäftigung in Frankfurt RheinMain sinkt

„Die weltweite Wirtschaftskrise hat auch vor der Region FrankfurtRheinMain nicht Halt gemacht. Die stärksten Umsatzrückgänge liegen aber hinter uns. Im kommenden Jahr wird sich die Konjunktur langsam erholen. Es liegt aber ein weiter Weg vor uns, bis die Kapazitäten der Betriebe wieder ausgelastet sind.

Die Beschäftigung wird deshalb im Jahr 2010 sinken. Allerdings wird der Rückgang mit 1,75 Prozent moderat ausfallen“, erklärte Hartwig Rohde, Geschäftsführer des IHK-Forums Rhein-Main, bei der Präsentation der regionalen Beschäftigungs- und Konjunkturprognose für 2010. Am Ende des Jahres 2010 werden nach Berechnungen des IHK-Forums Rhein-Main knapp unter 2 Millionen Personen in der Metropolregion sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein. Das sind rund 35.000 weniger als Ende dieses Jahres.

Die Industrie ist am stärksten betroffen, besonders verursacht durch den Einbruch der Exporte. Im kommenden Jahr werden 4,5 Prozent der Beschäftigung in diesem Sektor abgebaut. Dies entspricht rund 17.500 Stellen. Dr. Hubertus Hille, Geschäftsführer Wirtschaftspolitik der IHK Frankfurt am Main, schränkt allerdings ein: „In unseren Berechnungen ist die ungewisse Entwicklung bei Opel in Rüsselsheim noch nicht berücksichtigt. Wie viele Stellen bei Opel und Zulieferbetrieben nächstes Jahr wegfallen, ist derzeit offen.“ Die Stimmung in der Industrie hellt sich zwar auf niedrigem Niveau bereits wieder auf, allerdings liegen die Umsätze in diesem Jahr durchschnittlich 15 Prozent unter den Werten des Vorjahres. Diese Lücke wird im kommenden Jahr nicht geschlossen. „Die Unternehmen sagen uns, dass sie ihre Produktionskapazitäten weiter anpassen müssen. Aktuell plant fast ein Drittel der Industrieunternehmen, ihre Beschäftigtenzahl in den kommenden zwölf Monaten zu reduzieren“, so Dr. Hille zur Lage in der Industrie.

Die Dienstleistungsunternehmen sind bisher am besten durch die Krise gekommen. 2010 wird allerdings auch in dieser Branche die Beschäftigung um 0,75 Prozent oder rund 9.200 Stellen sinken. Jedes dritte Unternehmen der Werbe- und Marktforschungsbranche will Personal reduzieren. Im Verkehrsgewerbe plant jeder vierte Betrieb einen Stellenabbau. Dem gegenüber stehen knapp 50 Prozent der Zeitarbeitsfirmen, die Einstellungen vornehmen wollen. Auch in der Informations- und Kommunikationswirtschaft sowie in der Rechts- und Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung werden zusätzliche Stellen entstehen.

Das IHK-Forum Rhein-Main geht davon aus, dass im Handel zwei Prozent (rund 6.000 Stellen) wegfallen. Rund ein Viertel der Großhändler will Personal reduzieren. Nach Auslaufen der Abwrackprämie stehen die Händler mit Kraftfahrzeugen vor einem Absatzrückgang. Im Baugewerbe wird die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 2,3 Prozent sinken. Das sind rund 2.300 Stellen. Hauptgrund: Die Bauinvestitionen der Wirtschaft sind stark gesunken. Die leichte konjunkturelle Erholung wird die Lücke nicht schließen können. Der gewerbliche und industrielle Bau wird im kommenden Jahr nicht richtig auf die Beine kommen. Zwar profitieren der Straßenbau und der öffentliche Tiefbau von den Konjunkturprogrammen der öffentlichen Hand, dies wird nach Aussage der Unternehmen allerdings nicht ausreichen, um den Umsatzrückgang im restlichen Baugewerbe aufzufangen.

Die Betriebe versuchen, ihre Fachkräfte auch in der Krise zu halten. Viele Unternehmen nutzen dazu Kurzarbeit. Im Juni 2009 haben in FrankfurtRheinMain rund 81.500 Beschäftigte kurzgearbeitet. Das entspricht bei einem durchschnittlichen Ausfall von knapp einem Drittel der Arbeitszeit rund 26.000 Vollzeitstellen. Kurzarbeit ist aber für die Unternehmen nicht kostenlos. Zwischen 25 und 35 Prozent der Lohnkosten, teilweise sogar bis zu 48 Prozent, bleiben beim Arbeitgeber hängen – ohne dass produktive Leistungen gegenüber stehen. Kurzarbeitergeld kann bis zu 24 Monate gezahlt werden. „Die Rückmeldungen der Unternehmen zeigen: Viele Betriebe sind gezwungen, bereits früher aus der Kurzarbeit auszusteigen und Beschäftigung abzubauen“, kommentiert Rohde.

Quelle: IHK Frankfurt

(Redaktion)


 


 

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