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Verleihung

Herta Müller mit Franz-Werfel-Menschenrechtspreis ausgezeichnet

(bo/ddp-hes). Die diesjährige Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller ist am Sonntag in Frankfurt am Main mit dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis geehrt worden.

In ihrer Dankesrede verlangte Müller eine grundlegende Aufarbeitung der Geschichte der Judenverfolgung in Rumänien und Ungarn. Auch die deutsche Minderheit in beiden Ländern habe sich bisher mit ihrer «Verstrickung mit dem Nationalsozialismus» unzureichend auseinandergesetzt, sagte die Schriftstellerin.

Das Zentrum gegen Vertreibungen hatte Müller die Auszeichnung für ihre Verdienste um die Menschenrechte verliehen. Der 1953 in Rumänien geborenen Autorin war am 8. Oktober überraschend der Nobelpreis zuerkannt worden. Müller setzt sich in ihren Büchern unter anderem mit der kommunistischen Vergangenheit Osteuropas auseinander.

In der Frankfurter Paulskirche erhob sie schwere Vorwürfe gegen die evangelische Kirche in Rumänien. Wegen ihrer Kritik am damaligen Regime in Rumänien habe die Kirche ihre Ausladung vom Evangelischen Kirchentag 1989 in Berlin betrieben.

Der Franz-Werfel-Menschenrechtspreis ist mit 10 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre an Einzelpersonen oder Gruppen verliehen, die sich gegen die Verletzung von Menschenrechten durch Völkermord und Vertreibung nationaler oder religiöser Gruppen gewandt haben. Benannt ist der Preis nach dem Schriftsteller Franz Werfel (1890-1945), der in seinem Roman «Die 40 Tage des Musa Dagh» die Vertreibung der Armenier aus der Türkei und den Völkermord an ihnen beschrieb. Die Auszeichnung wird seit 2003 verliehen.

(Redaktion)


 


 

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