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Y wie Y-Chromosom – Typisch männlich?

„Typisch männlich“ ist out: Was Männer von Frauen lernen können

Neue Anforderungen der Märkte und Unternehmen erfordern eine veränderte Führungs¬kultur. Somit hat typisch männliches Führungsverhalten ausgedient. Die Stärken von weiblichen Vorgesetzten gewinnen an Bedeutung. Warum, welche und wie, lesen Sie in dieser MainCoaching-Folge.

Falls Sie die letzte MainCoaching-ABC-Folge „X wie X-Chromosom – Typisch weiblich?“ verpasst haben, hier nochmals die Aufstellung der wesentlichen Unterschiede zwischen typisch männlichem und weiblichem Führungsverhalten. Mit „typisch männlich / weiblich“ ist hier das soziale Geschlecht (Gender) gemeint, nicht das biologische. Und: Jeder von uns verfügt über männliche und weibliche Anteile in sich. Den kompletten Text sende ich Ihnen gerne per Email zu, wenn Sie mir eine kurze Nachricht senden.

Männliches Führungsverhalten


 Ziel-Orientierung: eher wichtig, DASS ein Ziel erreicht wird – egal auf welchem Weg.


 Dominant im Gruppenprozess, beansprucht Führung und will Kontrolle ausüben.


 Eher Status- und Hierarchie -orientiert: Fokus auf eigenen Platz an der Spitze mit den entsprechenden Titeln und „Insignien“.


 Sieht primär eigenen Aufgabenbereich und eigene Ziele („Tunnelblick“ – eindimensionale Fokussierung).


 Will sich durchsetzen: ist dazu bereit, Regeln zu brechen.

Weibliches Führungsverhalten


 Prozess-Orientierung: eher wichtig, WIE etwas erreicht wird (z. B. fair, teamkonform, unter Einhaltung von Regeln und Vorgaben etc).


 Ist eher kooperativ und team-orientiert; versteht Führung oft auch eher als Moderation.


 Eher aufgabenorientiert: Fokus auf Aufgaben, Inhalte und Umsetzung von Zielen im Team.


 Sieht neben den eigenen Aufgaben und Zielen auch übergeordnete oder di¬vergierende Unternehmensziele bzw. Interessen von anderen Kollegen und Abteilungen (komplexes Problembewusstsein – Kontext-Fokussierung).


 Passt sich leichter an: geringere Konflikt-, dafür höhere Kompromissbereitschaft

In der letzten Folge ging es darum, warum Frauen mit dem oben dargestellten weiblichen Führungsverhalten oftmals trotz besserer Ausbildung, längerer Berufserfahrung, niedrigerem Gehalt etc. weniger Karriere als ihre männlichen Kollegen machen. In diesem Text möchte ich aufzeigen, warum in den kommenden Jahren trotzdem das rein männliche Führungsverhalten immer weniger gefragt sein wird und wieso wir die Synergien der beiden Führungsstile brauchen.

 
In der Folge „W wie Weiterentwicklung“ habe ich beschrieben, dass sich in den letzten Jahren viel für Unternehmen und deren Mitarbeiter geändert hat: die Märkte sind komplexer, unbeständiger und schnelllebiger, die Kunden bzw. Shareholder anspruchsvoller geworden. Nicht mehr nur das Fachwissen, die „hard facts“, sondern immer mehr die sog. Soft Skills entscheiden über den Erfolg von Unternehmen und deren Mitarbeitern. Hier liegen meist Frauen mit ihrer Kommunikationsstärke vorne, denen es auch leichter fällt, sich empathisch in Mitarbeiter, Kunden und Kollegen einzufühlen. Die Emotionale Intelligenz ist ein wichtiger Bereich, in dem Männer in den vergangenen Jahren schon viel „weiblicher“ geworden sind – und das ist gut so. Gleichzeitig besteht hier nach wie vor viel Nachholbedarf: steht doch eine empathische Gesprächsführung in fast jedem Coaching von männlichen Führungskräften auf der To Do-Liste.


Ebenso schwierig wird es in sich permanent ändernden Märkten mit dem typisch männlichem Tunnel¬blick: mit starrem Hierarchie-Streben und reiner Fixierung auf die eigenen Ziele ist man nicht mehr flexibel genug, um kurzfristig auf Veränderungen und neue Marktbedürfnisse zu reagieren. Nur im Team lassen sich komplexe Aufgaben lösen bzw. das Optimum aus verschiedenen Mitarbeitern herausholen. Dies ist insbesondere bei knapper werdenden Personal-Ressourcen von hoher Bedeutung.

 
Auch neuere Organisationsformen, wie beispielsweise Matrix-Strukturen, begünstigen die eher weiblichen Führungseigenschaften: das typisch männliche Konkurrieren und Hierarchiestreben ist hier fehl am Platz. Kommunikation statt Konkurrenz ist gefragt, miteinander statt gegeneinander. Rangordnungen und feste Rollen nehmen ab. Flache Organigramme mit sich ändernden Aufgaben und Rollen wachsen. Auch in flexiblen und vernetzten Organisationen ist typisch weibliches Führungsverhalten hilfreich, wie beispielsweise emotionale Überzeugungskraft und Improvisationstalent.

 
Last but not least gewinnt die Nachhaltigkeit von Unternehmen und deren Produkten zunehmend an Bedeutung, denn auch hier wird eine langfristige Ziele-Orientierung mit Rund-Um-Blick und Interesse auch für übergeordnete Ziele immer wichtiger, statt nur eindimensional die eigenen Ziele zu verfolgen. Alles Punkte, die die Zukunfts-Forscher schon lange vorhergesagt haben: auch die neue Weiblichkeit im Business.


In diesem Sinne freue ich persönlich mich immer wieder, wenn Männer von Frauen und umgekehrt Frauen von Männern lernen: für ein besseres Miteinander im täglichen Umgang, mehr Spaß und Zufriedenheit sowie für nachhaltigere Ergebnisse für das Unternehmen.


Wenn Sie möchten, können Sie an dieser Stelle nochmals Ihren eigenen Führungs- oder Arbeitsstil reflektieren: In welchen Punkten sind Sie eher weiblich und wo eher männlich? In welchen Bereichen möchten Sie von Ihren männlichen bzw. weiblichen Kollegen etwas abschauen und in Ihr eigenes Verhaltensrepertoire aufnehmen? Ziel ist es dabei, Ihre Handlungskompetenz zu vergrößern und trotzdem nach wie vor authentisch zu bleiben.
Viel Erfolg, Muße und Freude dabei wünscht
Ihr MainCoach - Stefanie Bathe


Nächste Woche: „Z wie Ziel“. Mehr Infos über Coaching sowie angeleitete Selbstreflexionen und kostenlose Übungen zu klassischen Coachingthemen finden Sie in den MainWiesn unter www.maincoach.de.

MainCoach - Stefanie Bathe unterstützt im praxisnahen Coaching die Klienten in ihrer individuellen Zielerreichung: für Zufriedenheit, persönlichen und beruflichen Erfolg. Durch kontinuierliche Aus- und Fortbildung seit 1998 kombiniert Stefanie Bathe klassische und innovative Coachingtechniken sowie therapeutische Interventionen mit ihrer eigenen, jahrelangen Business- und Führungserfahrung.

(Stefanie Bathe)


 


 

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