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Aberglaube

Freitag, der 13.: Für manche auch ein Glückstag

(bo/dapd). Wenn am Freitag um 13.13 Uhr der ICE von Frankfurt nach Berlin fährt, wird mancher froh sein, dass der Zug nicht auch noch von Gleis 13 startet. Denn Freitag in Kombination mit 13 verheißt Unheil, so ist zumindest der Volksglaube.

Ziehen sich in Hessen die Menschen die Decke über den Kopf, verlassen das Haus nicht? Eher nicht. Für manche ist Freitag, der 13. sogar ein Tag, der Glück verheißt.

Lotto jedenfalls spielen an diesem Tag mehr Menschen als im Rest des Jahres, wie Dorothee Hoffmann, Sprecherin der Lotterie- Treuhandgesellschaft mbH Hessen, weiß. Das Glück werde offenbar am Freitag, dem 13. besonders gerne getestet. Die 13 zwar die erste gezogene Lotto-Zahl im Jahr 1955, blieb aber zugleich diejenige, die bisher am seltensten gezogen wurde.

Von einer erhöhten Gewinnchance kann Hoffmann für Freitag, den 13. jedenfalls nicht berichten. Die großen Jackpots seien in Hessen bisher an diesen Tagen nicht geknackt worden. Die Wahrscheinlichkeit sei genauso groß wie sonst auch. Gleichwohl liegen an diesem Freitag Sonderscheine in den Verkaufsstellen. Glück und Unglück sind eben auch ein Geschäft.

Börsianer sind nicht abergläubisch

An der Frankfurter Börse ist man indes nicht abergläubisch. "Für uns ist das ein ganz normaler Tag", heißt es dort. Dabei steht der "schwarze Freitag" nach dem Börsencrash 1929 oft sinnbildlich für ein großes Unglück - obwohl er an einem Donnerstag begann und sich am 25. Oktober abspielte. Manche verweisen auch auf das Christentum und die Kreuzigung Jesu an einem Freitag. Für andere ist die Zahl 13 als Übersteigerung der harmonischen 12 negativ besetzt, nicht zuletzt wegen der 12 Apostel und dem 13. im Bunde, dem Verräter Judas.

Fest steht, dass Freitag, der 13. seinen Platz in den Köpfen der Menschen gefunden hat. 28 Prozent der Deutschen denken laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, dass die Zahl 13 eine tiefere Bedeutung hat. Wer sich krankhaft vor der Zahl fürchtet, leidet an Triskaidekaphobie, wer dies sogar in Verbindung mit Freitagen tut an Paraskavedekatriaphobie.

Bei der Lufthansa muss keiner in Reihe 13 sitzen

Nicht nur dieser kleinen Gruppe kommt die Lufthansa entgegen. "Als weltweit operierendes Unternehmen haben wir zwei Sitzreihen nicht in unseren Maschinen: die 13 und die 17", erläutert ein Sprecher. Die Ziffern seien in einigen Regionen und Ländern Unglückszahlen. Weniger Buchungen an Freitagen, die auf den 13. eines Monats fallen, hat die Lufthansa dagegen nach eigenen Angaben nicht.

Ebenso wenig spüren die Standesämter in Hessen Furcht davor, dass der am Unglückstag geschlossene Bund fürs Leben unter einem schlechten Stern stehen könnte. "Wir haben an diesem Freitag so viele Eheschließungen wie an anderen Freitagen auch", sagt die Wiesbadener Standesbeamtin Edeltraud Lier. Ähnliches ist im Frankfurter Rathaus zu hören. Dort bietet sich an Freitagvormittagen sogar eine besondere Gelegenheit gegen die Zahlung von zusätzlich 1.033 Euro: das Ja-Wort im Main Tower - zum Glück im 53. und nicht im 13. Stockwerk.

Carolin Schulke

(dapd )


 


 

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