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800 Gegendemonstranten

Weitgehend friedlicher Protest gegen Nazi-Aufmarsch in Friedberg

(bo/ddp-hes). Rund 800 Gegendemonstranten haben am Samstag gegen einen Aufmarsch von NPD-Mitgliedern in Friedberg protestiert.

Den Teilnehmern des Anti-Nazi-Protests sei es gelungen, die Route der rund 100 NPD-Anhänger zeitweise zu blockieren, teilte die Polizei mit. Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten sei es nicht gekommen.

«Es ist gelungen, Unfrieden aus Friedberg herauszuhalten», sagte Polizeidirektor Alexander König. Der Protest gegen den NPD-Aufmarsch sei weitgehend friedlich verlaufen. Vereinzelt hätten Gegendemonstranten Beamte provoziert und mit Flaschen und Steinen beworfen. Dabei habe es aber keine Verletzten gegeben.

Wegen des Gegenprotests hätten die Rechtsextremen bis zum Nachmittag vor dem Burgtor am Rande der Innenstadt ausharren müssen. Erst nach längeren Verhandlungen habe die Polizei die NPD-Anhänger über Umwege auf eine Ausweichstrecke geleitet. Dort setzten die Rechtsextremen ihren Demonstrationszug den Angaben zufolge mit hohem Tempo fort.

Die Organisatoren des Gegenprotests, das Wetterauer Bündnis gegen Rechts, zeigten sich über den Verlauf ihrer Aktion zufrieden. Es ist sei ihnen gelungen, den Aufmarsch der Nazis über die geplante Route, die Kaiserstraße, zu verhindern, sagte Bündnissprecherin Cornelia Wenk. Das sei ein Erfolg. Obwohl das Bündnis mit deutlich mehr Unterstützern gerechnet habe, «sind wir froh, so viele Leute bei Regen auf der Straße gehalten zu haben», betonte Wenk.

Kritik äußerte die Bündnissprecherin am Verhalten der Polizei. Beamte hätten die Gegendemonstranten komplett eingekesselt und «mit Repressalien belegt». Über mehrere Stunden hinweg seien «ohne jeglichen Grund» Personenkontrollen durchgeführt worden. «Das Bündnis ist stolz auf alle Teilnehmer, dass sie sich auch durch die Schlagstöcke der Polizei nicht haben provozieren lassen», betonte Wenk.

Am Samstagmorgen hatten ihren Angaben zufolge rund 2000 Menschen an einem Gedenkgottesdienst in der Friedberger Stadtkirche teilgenommen. An dem anschließenden «Geh-Denk-Spaziergang» vorbei an historischen Stätten in Friedberg, in denen einst Juden wohnten und verfolgt wurden, hätten sich etwa 700 bis 800 Menschen beteiligt. Weitere 800 Unterstützer versammelten sich ihren Angaben zufolge vor dem Burgtor, um die NPD-Anhänger zu blockieren.

Wenk äußerte Entsetzen darüber, dass die NPD mit ihrem «provokanten und menschenverachtenden Aufmarsch» dafür gesorgt habe, dass sich heute friedliche, tolerante und demokratische Menschen versammeln mussten, «um deutlich zu zeigen, dass eine Wiederholung der Geschichte nicht gewünscht ist». Der 7. November gilt als Beginn der Judenpogrome, in der Nacht vom 9. November 1938 wurden überall im Land jüdische Bürger überfallen, verfolgt und ermordet.

(Redaktion)


 


 

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