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Georg-Büchner-Preis 2011

Friedrich Christian Delius erhält im Oktober den Georg-Büchner-Preis 2011

Der Schriftsteller Friedrich Christian Delius erhält in diesem Jahr den Georg-Büchner-Preis. Als kritischer, findiger und erfinderischer Beobachter habe er in seinen Romanen und Erzählungen die Geschichte der deutschen Bewusstseinslagen im 20. Jahrhundert erzählt, begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Mittwoch in Darmstadt die Entscheidung.

Seine "politisch hellwachen, ideologieresistenten und menschenfreundlichen Texte" loteten die historischen Tiefendimensionen der Gegenwart aus.

Der Büchner-Preis ist der bedeutendste Literaturpreis in Deutschland. Er wird seit 1951 an herausragende Schriftsteller vergeben. In diesem Jahr ist die Auszeichnung mit 50.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 29. Oktober im Staatstheater Darmstadt statt. 

Delius sagte im Deutschlandradio Kultur, er freue sich mehr, als er sagen könne, über das Ergebnis. Er verfolge die Entscheidungen der Darmstädter Akademie seit mehr als 40 Jahren eher aus einer Position am Rande des Literaturbetriebs, aber mit viel Respekt und Neugier. Literatur bezeichnete der Schriftsteller als bestes Medium, um sich in der Welt zurechtzufinden.

Sein eigenes schriftstellerisches Tun führte Delius auf sein frühkindliches Stottern zurück: "Durch das Finden der Wörter in mir selbst als pubertierender Kerl habe ich so langsam entdeckt, dass ich überhaupt eine Sprache habe." Es sei damals eine Befreiung gewesen, sich mittels der Sprache am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.

Mit Blick auf Politik und Autorenschaft sagte Delius, er suche sich durch das Schreiben die Antworten und wolle nicht mit einem bestimmten Vorwissen irgendeine Politik verkaufen. Früher sei der Begriff politisch dahingehend verstanden worden, dass jemand eine gewisse Richtung vorgeben wolle: "Das wollte ich nie."

Delius wurde am 13. Februar 1943 in Rom geboren und wuchs in den hessischen Orten Wehrda und Korbach auf. Er studierte Germanistik in Berlin und promovierte 1970 bei Walter Höllerer. Er arbeitete für die Verlage Klaus Wagenbach und Rotbuch. Zudem nahm er an mehreren Tagungen der Gruppe 47 teil.

Seit 1978 arbeitet Delius als freier Schriftsteller. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Seine Texte wurden in 17 Sprachen übersetzt. Seit 1998 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zudem gehört er der Akademie der Künste in Berlin und der Freien Akademie der Künste in Hamburg an.

Seine erste Buchpublikation war 1965 die Gedichtsammlung "Kerbholz". Es folgten zahlreiche weitere Veröffentlichungen, überwiegend Romane und Erzählungen. Delius widmet sich häufig politisch-historischen Themen der Bundesrepublik Deutschland.

(Michael Winckler und Claudia Pietsch/dapd)


 


 

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