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Rückzug der Mitbewerber

Fusion der Deutschen Börse mit NYSE rückt in greifbare Nähe

(bo/dapd). Der Weg zur milliardenschweren Fusion der Deutschen Börse mit dem Börsenbetreiber NYSE Euronext scheint frei: Die Nasdaq OMX und IntercontinentalExchange (ICE) haben am Montag ihr Konkurrenz-Angebot zurückgezogen.

Damit reagierten die amerikanischen Börsenbetreiber nach eigenen Angaben auf die ablehnende Haltung der US-Kartellbehörden. Der Kurs der Deutschen Börse stieg um mehr als vier Prozent. Bis nächstes Jahr könnten Deutsche Börse und NYSE nun verschmelzen.

Nasdaq und ICE hatten elf Milliarden Dollar (7,9 Milliarden Euro) für die NYSE geboten. Damit wollten sie die Deutsche Börse übertrumpfen, die zuvor ein Angebot in Höhe von zehn Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) unterbreitet hatte. Die NYSE selbst hatte sich trotz der geringeren Geldsumme für das Angebot der Deutschen Börse ausgesprochen, weil das den geringeren Arbeitsplatzverlust verursache und die Finanzierung sicher sei.

Deutsche Börse reagiert zurückhaltend

Die Deutsche Börse reagierte gelassen auf den Rückzug der Mitbewerber. Ein Sprecher sagte: "Wir nehmen es zur Kenntnis und führen unseren eigenen Prozess wie mehrfach dargelegt mit voller Kraft fort."

Der Kurs der NYSE verlor infolge der Rückzugsnachricht noch vor der Eröffnung der US-Börsen knapp zehn Prozent. Der Kurs der Deutschen Börse legte trotz der negativen Grundstimmung im DAX um mehr als vier Prozent zu. Roland Pfänder, Analyst bei der Commerzbank, bezeichnete die Aktienhausse als "absolut logische Reaktion". Ein Bieterwettlauf sei nun ausgeschlossen, die Deutsche Börse müsse ihr Angebot nicht mehr erhöhen und könne so viel Geld sparen.

Analyst: Gelingen der Fusion nun sehr wahrscheinlich

Als einziger finanzstarker Konkurrent bei der Übernahme komme nun nur noch die Chicago Mercantile Exchange (CME) infrage, die aber bereits erklärt habe, aus eigener Kraft wachsen zu wollen, sagte Pfänder. Es sei also sehr wahrscheinlich, dass die Fusion der Deutschen Börse mit der NYSE gelingen werde. Am 7. Juli müsse die Mehrheit der NYSE-Anteilseigner auf einer Aktionärsversammlung für das Geschäft stimmen.

Danach müssten noch die Kartellbehörden auf beiden Seiten des Atlantiks zustimmen. "Es kann hie und da noch Auflagen geben, aber ich denke nicht, dass das ein Dealbreaker sein wird", sagte der Analyst.

Aus der Deutschen Börse und der NYSE soll nach eigenen Angaben der größte Finanzmarktkonzern der Welt entstehen. Unklar ist indes noch, welche Auswirkungen der Zusammenschluss auf die Arbeitsplätze in Deutschland haben wird. Der Betriebsrat der Deutschen Börse wollte am Montag keine Stellungnahme zur nun noch wahrscheinlicher gewordenen Fusion abgeben. Am (morgigen) Dienstag soll jedoch eine Versammlung stattfinden, nach der sich die Arbeitnehmervertreter äußern wollten.

Philipp Heinz

(dapd )


 


 

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