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Fußgesundheit

Gesunde Füße, gesunder Körper: Die stiefmütterlich behandelte Fußgesundheit

Obwohl sie uns Tag für Tag unermüdlich durchs Leben tragen, gehören die Füße zu den am meisten vernachlässigten Körperteilen. Das kann unangenehme Folgen haben, mit denen sich Ärzte tagtäglich beschäftigen müssen.


Bildrechte: Flickr feetwet2 Tiffany Whitehead CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Für die meisten Probleme mit den Füßen ist der Mensch selbst verantwortlich, denn obwohl in Industrienationen 98 % aller Babys mit gesunden Füßen zur Welt kommen, leiden im Erwachsenenalter bereits 60 % an Fußproblemen - mit zunehmender Tendenz bei fortschreitendem Alter. Vor allem falsches Schuhwerk führt zu Fehlstellungen und einseitigen Belastungen, die Rücken-, Kopf-, Gelenk- und Sehnenschmerzen verursachen.

Grund für diese Problematik ist nicht zuletzt, dass in der Gesellschaft ein Bewusstsein für die Bedeutung der Fußgesundheit fehlt. Kaum einer macht sich wirklich Gedanken darüber, dass nicht gesunde Füße unmittelbare negative Auswirkungen auf das gesamtes Körpergerüst aus Knochen, Sehnen und Gelenken haben. Vernachlässigen wir die Basis, schaden wir langfristig auch allen anderen Bereichen. Dabei muss das gar nicht sein: Leichte bis mittelschwere Fußprobleme lassen sich gut in den Griff bekommen, sofern man einige Regeln beachtet. Darüber hinaus gilt auch bei gesunden Füßen: Vorsorge ist besser als Nachsicht. Mit wenigen Maßnahmen lässt sich bereits viel für gesunde Füße tun.

Schuhe müssen zum Fuß passen

Es mag offensichtlich sein, doch es ist nach wie vor ein großes Problem - das Tragen von falschen Schuhen ist in den meisten Fällen die Ursache von Fußfehlstellungen. Nur jeder Fünfte trägt Schuhe, die wirklich perfekt passen. Die meisten Menschen tragen entweder zu große oder zu kleine, zu spitze oder zu enge Modelle. Spitz zulaufende Schuhe und High Heels sind beispielsweise Gift für die Füße, denn sie drücken Knochen und Gelenke in eine unnatürliche Form. Auch Schuhe ohne Fußbett und zu wenig Halt wie Flip-Flops schaden auf Dauer. Werden solche Schuhe zu oft und/oder zu lange getragen und besteht zusätzlich eine genetische Disposition für Fehlstellungen, kommt es sehr häufig zu einer Deformation der Zehen.

Bekannt ist insbesondere der Hallux valgus, auch "Ballenzeh" genannt. Dabei wandert der Mittelfußknochen zur Seite und die Großzehe knickt nach außen ab, sodass sich der Fuß insgesamt verbreitert. Die Folgen sind nicht selten starke Schmerzen, Schwielen, Entzündungen der Schleimbeutel und Arthrose. Ist der Hallux valgus sehr stark ausgeprägt, bleibt oft nur noch ein operativer Eingriff.

Um Deformationen wie diese auszuschließen, sollte man darauf achten, seine Schuhe regelmäßig zu wechseln (am besten mehrmals täglich) und überwiegend weiche Schuhe zu tragen, die den Fuß in seiner natürlichen Form belassen. Außerdem sollte der Schuh den Fuß nicht einengen und keinen hohen Absatz haben. Menschen, die bereits unter einem Hallux valgus leiden, sollten spezielle Schuhe tragen, beispielsweise Hallux-Schuhe von Avena.

Muskulatur trainieren und stärken

Menschliche Füße sind von Natur aus nicht darauf ausgelegt, sich ständig in Schuhen auf harten, asphaltierten Straßen zu bewegen. Tatsächlich ist es die Fußmuskulatur, die viel dazu beiträgt, den Fußapparat zu stärken und damit Fehlstellungen vorzubeugen. Die Muskeln werden am effektivsten aktiviert und trainiert, indem sich der Fuß über abwechselnd harte und weiche Untergründe bewegt. Dauerhaftes Tragen von festen Schuhen hat zur Folge, dass die Füße viel zu stark entlastet werden, wodurch Muskulatur, Bindegewebe und Bänder in den Füßen immer schwächer werden.

In Barfußparks trainieren die Besucher beispielsweise ihre Fußmuskulatur, indem sie über unterschiedliche Untergründe wie Gras, Kieselsteine, Schlamm oder Holzspäne laufen. Auch zu Hause sollten die Schuhe bei warmen Temperaturen öfter mal stehen bleiben. Doch aufgepasst: Bei starken Fußbeschwerden kann es passieren, dass zu langes Barfußlaufen die Gelenke überfordert. Um dies zu vermeiden, beginnt man langsam mit täglich 2 bis 3 kurzen Einheiten von je 10 bis 15 Minuten Länge.

Als Ergänzung bietet sich regelmäßige Fußgymnastik an. Hilfreich sind bereits einfache Übungen, die man gut in den Alltag integrieren kann, wie beispielsweise das Rollen eines Tennis- oder Igelballs unter der Fußsohle, das Gehen auf den Fußaußen- oder Fußinnenkanten sowie das Krallen und Spreizen der Zehen.

(Redaktion)


 


 

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