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Gedenkminute

Um 12 Uhr standen viele Busse und Bahnen in Hessen still

(bo/dapd). In ganz Hessen haben am Donnerstag Menschen an der bundesweiten Schweigeminute für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt teilgenommen.

In vielen Städten und Kommunen standen um 12.00 Uhr die Busse und Bahnen für eine Minute still. Mit Durchsagen wurden die Fahrgäste zudem auf die Gedenkminute hingewiesen, die aus Anlass der Trauerfeier am selben Tag in Berlin sttattfand.

Mitarbeiter des hessischen Landtags in Wiesbaden versammelten sich am Mittag auf dem Schlossplatz, um der Opfer der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) öffentlich zu gedenken. "Stadt und Gesellschaft müssen deutliche Zeichen setzen, damit solche Gewalt in unserem Land künftig verhindert wird", sagte Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU).

Der NSU werden neun Morde an Migranten in der gesamten Bundesrepublik und zudem der Mord an einer jungen Polizistin zur Last gelegt. Eines der ersten Opfer war im September 2000 ein türkischer Blumenhändler aus dem hessischen Schlüchtern, der an seinem mobilen Blumenstand in Nürnberg erschossen wurde. 2006 wurde als letztes Opfer der Serie der Kasseler Halit Yozgat in seinem Internetcafé ermordet.

Weiße Rosen niedergelegt

Vor diesem Haus versammelten sich am Donnerstag etwa 30 Bürger zum Gedenken am Tatort. "Wir haben bewusst nicht viele Leute zum Tatort eingeladen. Es ist das viel wichtigere Zeichen, dass überall in Deutschland kurz innegehalten wird", sagte Kamil Sygin, Vorsitzender des städtischen Ausländerbeirats.

Anwesend war aber auch die Kasseler Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich (SPD), Universitätspräsident Dieter Postlep sowie mehrere ehrenamtliche Magistratsmitglieder. Sie legten weiße Rosen an der Haustür des Opfers nieder. Der Vater von Halit Yozgat nahm unterdessen in Berlin an der Zeremonie im Konzerthaus am Gendarmenmarkt teil. Auch vor dem Kasseler Rathaus hielten zur Gedenkminute um 12.00 Uhr einige Passanten inne. Mit einer Menschenkette aus rund 3.500 Bürgern war bereits im Dezember in der nordhessischen Stadt der Mordopfer der sogenannten Zwickauer Zelle gedacht worden.

Nach Angaben von DGB und IG Metall wurde auch in vielen Betrieben der Opfer gedacht. Am Frankfurter Hauptbahnhof herrschte dagegen um 12.00 Uhr die übliche regsame Betriebsamkeit. Im Eingangsbereich tätige Bauarbeiter stoppten nicht einmal den Presslufthammer.

Holger Vieth und Carsten Albert

(dapd )


 


 

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