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Verärgerung

In Hessen ausgesäter Genmais wird vernichtet

(bo/ddp-hes). Wegen der Verunreinigung mit nicht zugelassenem Genmais müssen im Kreis Darmstadt-Dieburg Maispflanzen vernichtet werden.

Zwei Landwirte aus der Region hatten das verunreinigte Saatgut in Bayern gekauft und auf einer Fläche von etwa zehn Hektar verwendet, wie das Landwirtschaftsministerium am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das Saatgut der Firma Pioneer aus Buxtehude habe Spuren der gentechnisch veränderten Maissorte NK 603 enthalten,
die in Europa nicht für den Anbau zugelassen sei. Die Maispflanzen
sollten noch vor der Blüte mit einem sogenannten Totalherbizid
vernichtet werden, um die Ausbreitung über die Pollen zu vermeiden,
hieß es.

Landwirtschaftsministerin Silke Lautenschläger (CDU) forderte die
Hersteller des Saatgutes auf, die betroffenen Landwirte
«unbürokratisch und vollständig zu entschädigen». Ferner zeigte sie
sich verärgert über den Vorfall. «Verbraucher und Landwirte haben ein
Recht auf gentechnikfreie Agrarprodukte», betonte Lautenschläger.

Die Landtagsfraktion der Grünen kritisierte die Kontrolle von
Maissaatgut auf gentechnische Verunreinigungen durch die hessischen
Behörden als «nicht engmaschig genug». Ferner sollten Züchter, die
Saatgut auf den Markt brächten, etwa verpflichtet werden, eine
Bescheinigung über die «Gentechnikfreiheit» ihrer Ware auszustellen,
forderte der Abgeordnete Daniel May. «Zusätzlich müssen die
Stichproben zur Kontrolle des Saatgutes durch die Länderbehörden
ausgeweitet werden.» Jährlich werde in Hessen nur ein Zehntel des
gesamten Maissaatgutes untersucht.

Den Ministeriumsangaben zufolge hatte das bayerische
Umweltministerium zuvor die Information über die Saatgutlieferung an
Hessen weitergegeben. Die Informationen stammten von der Lieferliste
eines niedersächsischen Saatgut-Zwischenhändlers. Im vergangenen Jahr hatten hessische Kontrolleure Verunreinigungen mit Genmais entdeckt und eine Rückrufaktion veranlasst. Damals war ein Teil davon auf einem Feld im Main-Kinzig-Kreis ausgesät und später vernichtet
worden.

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

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