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Umsatzerlöse legen im Geschäftsjahr 2010 leicht zu

Der Energie- und Wasserversorger Mainova blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück und ist erwartungsgemäß in das Jahr 2011 gestartet. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Jahr um rund 10 Mio. Euro auf 1,67 Mrd. Euro.

Die beiden umsatzstärksten Sparten waren wie in den Vorjahren das Stromgeschäft mit einem Umsatzanteil von 46,8 % (781,1 Mio. Euro) und das Gasgeschäft mit 31,7 % (530,3 Mio. Euro). Der Umsatzanstieg im Strom um 44,3 Mio. Euro auf 781,1 Mio. Euro ist vor allem auf deutliche Kundengewinne sowie eine größere Handelsmenge (erstmaliger Beitrag des GuD-Kraftwerks Irsching, größere Verfügbarkeit der Gasturbine im HKW Niederrad) zurückzuführen. Dagegen gingen die Erdgaserlöse vor allem durch die niedrigen Erdgaspreise, aber auch aufgrund eines geringeren Absatzes im Weiterverteilergeschäft zurück. Die an Endkunden verkaufte Erdgasmenge blieb mit 9.328 Mrd. kWh nahezu konstant. Die Kraftwerke der Mainova produzierten im vergangenen Jahr 1,4 (Vorjahr: 1,3) Mrd. kWh Strom und 1,7 (1,6) Mrd. kWh Wärme. Hinzu kommen anteilmäßig aus dem Müllheizkraftwerk Nordweststadt 0,3 Mrd. kWh Strom und 0,2 Mrd. kWh Wärme sowie aus dem GuD-Kraftwerk Irsching 0,5 Mrd. kWh Strom. Der Windpark Havelland trug mit 18,3 Mio. kWh bereits 1,3 % zur eigenerzeugten Strommenge bei.

Das EBIT sank um 38,0 Mio. Euro auf 84,8 Mio. Euro. Hiervon entfällt etwa die Hälfte auf eine außerplanmäßige Abschreibung auf Mainova-Kraftwerke. Diese Abschreibung wurde durch die geänderten politischen Rahmenbedingungen (Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre) notwendig. Daneben wirkten sich die niedrigen Gaspreise sowie ein gestiegener Personalaufwand auf das operative Ergebnis aus. Der Personalaufwand erhöhte sich im Wesentlichen durch die Tarifanpassung, die Neueinstellung von Mitarbeitern sowie durch die Zuführung zur Rückstellung für Altersteilzeit.

Das Ergebnis vor Ertragssteuern stieg im Jahr 2010 um 53,6 Mio. Euro auf 144,2 Mio. Euro. Hauptgrund hierfür war die positive Entwicklung des Ergebnisses aus at equity bilanzierten Beteiligungen. Allein über die Ende 2009 erworbenen Thüga-Anteile flossen an die Mainova Dividenden in Höhe von 42,2 Mio. Euro.

Der auf Grund eines Gewinnabführungsvertrages an die Mehrheitsaktionärin Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH (SWFH) abzuführende Gewinn bemisst sich nach dem HGB-Abschluss und erreichte einen historischen Höchstwert. Einschließlich der Steuerumlage von 27,3 Mio. Euro (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro) und der Konzessionsabgaben von 50,4 (48,3) Mio. Euro erreichten die Zahlungen der Mainova an die SWFH beziehungsweise an die Stadt Frankfurt am Main eine Höhe von 165,5 Mio. Euro (Vorjahr: 110,8 Mio. Euro). Alle außenstehenden Mainova-Aktionäre erhalten von der SWFH eine unveränderte Garantiedividende in Höhe von 9,48 Euro je Stückaktie.

Zum abgelaufenen Geschäftsjahr hob der Vorstandsvorsitzende der Mainova AG, Dr. Constantin H. Alsheimer, hervor: „Das Jahr 2010 war für den Mainova-Konzern erneut ein erfolgreiches Jahr. Das verdeutlichen unter anderem der historisch höchste Wert bei der Ergebnisabführung sowie unser gestiegenes Vorsteuerergebnis. Damit zeigt sich auch, dass unsere Beteiligung an der Thüga eine richtige Entscheidung war. Das Thüga-Netzwerk liefert bereits im ersten Jahr deutlich positive Beiträge zu unserem Ergebnis und bietet darüber hinaus viele Möglichkeiten für Kooperationen.“

Der Start in das Jahr 2011

Im ersten Quartal 2011 stiegen die Konzern-Umsatzerlöse um 32,5 Mio. Euro auf 536,6 Mio. Euro. Das EBIT verringerte sich um 13,5 Mio. Euro auf 41,0 Mio. Euro. Wesentliche Ursachen sind witterungsbedingte Einflüsse im Gasgeschäft (die Gradtagszahl sank um 12,8 %), gestiegene Netzkosten (Strom und Erdgas) sowie ein menge- und preisgetriebener Anstieg der Beschaffungskosten für Kohle. Das Ergebnis vor Steuern beträgt im ersten Quartal 2011 60,0 Mio. Euro.

Im ersten Quartal 2011 verzeichnete die Mainova einen Rekordzuwachs bei den Neukunden. Von Januar bis März entschieden sich insgesamt rund 40.500 neue Privatkunden für einen Strom- oder Erdgastarif der Mainova. Damit ist die Mainova AG auf einem sehr guten Weg, in diesem Jahr die hervorragende Neukundenzahl aus dem Vorjahr von rund 57.000 zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Die neuen Mainova-Kunden wählten fast ausschließlich die online bestellbaren „Direkt-Tarife“ oder den Ökostrom „Novanatur“ und stammen vor allem aus Mainz, Darmstadt, Dortmund, dem Taunus sowie dem Großraum Mannheim / Ludwigshafen. Derzeit kommt auf acht Neukunden lediglich ein Kunde, der zu einem anderen Anbieter wechselt.

Über das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres sagte Dr. Alsheimer: „Wir sind erwartungsgemäß in das Jahr 2011 gestartet. Unser Erfolg im Neukundengeschäft zeigt, dass die Mainova AG mit ihren Tarifen und ihrem Service zu den besten Energieanbietern in ganz Deutschland zählt. Das haben zahlreiche Studien unabhängiger Verbraucherportale bestätigt.“ Dr. Alsheimer ergänzte: „Trotz der höheren Beschaffungskosten erwarten wir, dass die Mainova in diesem Jahr knapp an das Vorjahresergebnis anschließen kann.“

Mainova sucht qualifiziertes Personal - 255 Neueinstellungen
Der Mainova-Konzern beschäftigte zum Ende des vergangenen Jahres 2.884 (Vorjahr: 2.859) Mitarbeiter. Bei der für die Berufsausbildung zuständigen SWFH waren zum Jahresende 95 Auszubildende für die Mainova beschäftigt. Im Jahr 2010 wurden 255 Mitarbeiter neu eingestellt. Dabei handelt es sich um hoch qualifizierte Fachkräfte, insbesondere Ingenieure, Betriebswirte und kaufmännische Angestellte. Dr. Alsheimer kündigte an: „Auch in diesem Jahr suchen wir qualifizierte Mitarbeiter. Insbesondere benötigen wir Ingenieure, Betriebswirte, Kaufleute, Techniker und IT-Experten. Dieser positive Trend wird sicher auch in den kommenden Jahren anhalten.“

Mainova zur aktuellen energiepolitischen Debatte
Zur aktuellen energiepolitischen Debatte in Deutschland und zur Position der Mainova AG sagte Dr. Alsheimer: „Die Mainova und alle anderen Energieversorger sind auf langfristig planbare Rahmenbedingungen angewiesen. Andernfalls lassen sich Entscheidungen über große Investitionen in die Strom- und Wärmeerzeugung, die oft auf Jahrzehnte ausgerichtet sind, nur schwer treffen.“ Dr. Alsheimer betonte: „Die Bundesregierung sollte nach Ablauf des dreimonatigen Moratoriums zur Stilllegung von Atomkraftwerken ein Energiekonzept vorlegen, das die Ressourcen schonende Kraft-Wärme-Kopplung und die hocheffizienten Gaskraftwerke besonders berücksichtigt. Denn bei der Kraft-Wärme-Kopplung mit der ausgekoppelten Fernwärme werden die Brennstoffe überaus effizient genutzt. Und GuD-Kraftwerke werden vor allem als flexibler Ersatz benötigt, wenn Strom aus erneuerbaren Energien witterungsbedingt nicht zur Verfügung steht. Darüber hinaus ist ein umfassender Ausbau der Stromnetze unabdingbar. Das gilt vor allem auch für die Verteilnetze vor Ort. Damit diese Verteilnetze ‚intelligenter’ werden, müssen die jeweiligen Stadtwerke als Eigentümer hohe finanzielle Investitionen tätigen. Unabdingbar für diese notwendigen Investitionen sind verlässliche und investitionsfördernde Regelungen der künftigen Netzentgelte für die Netzbetreiber.“

Mit Blick auf die Themen Atomausstieg und „Energiewende“ sagte Dr. Alsheimer: „Die Energiewirtschaft hatte sich in den vergangenen Jahren auf einen kompletten Atomausstieg bis zum Jahr 2023 eingestellt. Dieses Datum dürfte noch immer realistisch sein. Ich halte einen kompletten Atomausstieg sogar bis zum Jahr 2020 für machbar. Die Mainova AG selbst trägt dem Atomausstieg und der angestrebten Energiewende mit ihrer Erzeugungsstrategie bis zum Jahr 2015 Rechnung. Darin sind 500 Millionen Euro Investitionen in die effiziente und klimafreundliche Strom- und Wärmeerzeugung vorgesehen, insbesondere in den Bereichen Windkraft und effiziente GuD-Anlagen. Die Mainova AG hat die ersten Schritte in dieser Strategie mit ihren Beteiligungen am Windpark Havelland und an einem neuen GuD-Kraftwerk in Bremen unternommen. Es werden demnächst weitere Schritte und Projekte folgen.“

(Mainova AG)


 


 

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