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Höhenflug - Ifo-Geschäftsklimaindex erreicht Rekordwert

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft bricht alle Rekorde. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im November auf den höchsten Stand der 1991 begonnenen gesamtdeutschen Datenreihe.

Trotz Euro- und Irland-Krise berichteten die Unternehmen über noch bessere Geschäfte und schauen noch optimistischer in das kommende halbe Jahr. "Die Erholung ist nicht mehr nur vom Export getrieben, auch die Inlandsnachfrage steigt", erklärte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger am Mittwoch in München. "Die Unternehmen investieren wieder in Deutschland, und auch der Konsum springt an." Deshalb schaffe die Industrie neue Arbeitsplätze.

Die Stimmung verbesserte sich quer durch alle Sparten, von der Industrie über den Handel bis zum Bau. Der Geschäftsklimaindex stieg von 107,7 auf 109,3 Punkte - und lässt auch den Boom 2006/07 hinter sich. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte: "Die deutsche Wirtschaft schraubt sich immer höher." Abberger betonte, der Ausblick für das kommende Jahr sei positiv: Der Aufschwung dürfte weitergehen, auch wenn er vielleicht eine bisschen langsamere Gangart einschlägt."

Die Exportaussichten seien zwar etwas geringer geworden. Viele Länder beginnen zu sparen, und "China bremst, weil es Angst vor Überhitzung hat". Aber die steigende Inlandsnachfrage mache das mehr als wett. Die deutschen Unternehmen investierten auf breiter Front - das sei im Moment der entscheidende Motor, erklärte Abberger. "Auch der Konsum ist eine Stütze."

Die Wirtschaft profitiere zudem weiter vom starken Wachstum in Asien und habe in Europa mit Frankreich, den Niederlanden und anderen Ländern auch in Osteuropa einen starken Block von Abnehmern. Die politische Krise der Eurozone habe "bei den Unternehmen noch nicht so durchgeschlagen". Ein Übergreifen der Krise auf Spanien oder Italien wäre ein neuer Schritt - aber solange sie auf kleine Länder beschränkt bleibe, werde sie die deutsche Wirtschaft nicht nach unten ziehen, erklärte Abberger.

Zwtl: Beschäftigung für Leiharbeiter

Die Industrie beurteilte ihre aktuelle Geschäftslage deutlich positiver, schaut mit steigenden Erwartungen in die Zukunft "und stellt vermehrt wieder ein", sagte der Ifo-Experte. Die Arbeitslosigkeit werde weiter sinken. Vor allem Leiharbeiter seien gesucht, weil die Unternehmen flexibel bleiben und für einen möglichen Rückschlag gewappnet bleiben wollten. Ein Facharbeiter- oder Ingenieursmangel bremse den Aufschwung heute noch nicht.

Die Hochstimmung spiegle die Erholung der Wirtschaft auf breiter Front wider, sagte Abberger. Die Einzelhändler schätzen ihre Lage im November zwar nicht mehr ganz so glänzend ein, sahen die Entwicklung im nächsten halben Jahr aber deutlich optimistischer als bisher. Der Großhandel war durchweg zufriedener. Auch auf dem Bau hellte sich das Geschäftsklima weiter auf. Die Grundtendenz in der Wirtschaft sei weiter sehr positiv. Ein Zinsanstieg sei nicht zu erwarten.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex wird monatlich in einer Umfrage bei 7.000 Unternehmen erhoben und ist das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.

Zwtl: Volkswirte von Zahlen überrascht

Der weitere Anstieg des Index überraschte die meisten Experten. Die Volkswirte der NordLB sprachen von einem "Paukenschlag". Die deutsche Wirtschaft "läuft so richtig rund. Die Unternehmer lassen sich auch von der Unsicherheit an den Kapitalmärkten nicht beeinflussen." Die LBBW äußerte dagegen Zweifel: "So langsam fragt man sich, ob die Ifo-Zahlen das wirkliche Bild widerspiegeln." Immerhin habe sich das Wachstum in Deutschland im dritten Quartal stark verlangsamt, und mit der Schuldenkrise im Euroraum seien die Risiken gestiegen.

(Roland Losch)


 


 

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