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Opel-Geschäftsplan

Kampf der Werke um Positionierung beginnt

(bo/ddp-hes). Der US-Autohersteller General Motors (GM) will seinen Geschäftsplan für die Tochtergesellschaft Opel Mitte Dezember vorlegen.

Dann wolle er sich auch zur Reduzierung der Strukturkosten sowie zur Modellpalette und zu Forschungsausgaben äußern, schrieb der Chef der GM-Europasparte Nick Reilly am Freitag in einem Internetblog. Unterdessen beginnt zwischen den einzelnen Opel-Standorten offenbar das Ringen um ihre zukünftige Position im Konzern. Bochums Betriebsratschef Rainer Einenkel forderte für den Standort auch die Astra-Produktion.

Reilly kündigte darüber hinaus an, sich Mitte Dezember auch zum Zeitrahmen äußern zu wollen, in dem Opel und die Schwestermarke Vauxhall wieder in die schwarzen Zahlen geführt werden sollen. Vor wenigen Wochen hatte er erklärt, das GM-Europageschäft könne 2011 die Gewinnschwelle erreichen und ab 2012 wieder schwarze Zahlen schreiben. Allerdings könnten die Umsatz- und Gewinnziele «nicht alleine durch Kosteneinsparungen erreicht werden», schrieb er mit Blick auf zusätzliche Hilfen.

Am Mittwoch hatte Reilly erste Details des Sanierungsplans für Opel genannt. Demnach sollen europaweit rund 9000 Stellen wegfallen, bis zu 60 Prozent davon in Deutschland. Die Kapazitäten sollen ein Fünftel sinken. Insgesamt beschäftigt GM in Europa derzeit etwa 48 000 Mitarbeiter, gut die Hälfte davon an den vier deutschen Standorten. Dagegen hatte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz erklärt, am Stammsitz in Rüsselsheim stünden insgesamt rund 2500 Stellen zur Disposition. Weiter wolle GM in Bochum etwa 1800 Arbeitsplätze abbauen und jeweils 300 in Kaiserslautern und Eisenach.

Unterdessen erklärte Einenkel, das Opel-Werk Bochum bestehe darauf, dass neben dem Zafira auch der Astra vornehmlich im Ruhrgebiet und nicht im Stammwerk Rüsselsheim gefertigt wird. Er habe dort deutlich gemacht, «dass wir auf bestehende Verträge achten werden», sagte er der «Wirtschaftswoche» laut Vorabbericht. Vorherige Absprachen zur Auslastung Rüsselsheims seien nach dem Scheitern der geplanten Übernahme durch den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna hinfällig. Darüber hinaus sieht Einenkel auch gute Chancen für Bochum im europäischen Werksverbund. Das Werk produziere günstiger als Rüsselsheim sowie die Standorte in West- und Südeuropa.

 Unterdessen soll der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) nach einem Bericht der «Rheinischen Post» (Samstagausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise neuer Opel-Aufsichtsratschef werden. Der ehemalige hessische Ministerpräsident sei ein Kenner des Unternehmens und bei der Belegschaft als verlässlicher Partner angesehen.

Kritik am Sanierungsplan kommt auch von Autoexperte Stefan Bratzel. »Die Idee, an allen Standorten etwas zu kürzen, ist nicht der Weisheit letzter Schluss«, sagte er der »Berliner Zeitung« (Freitagausgabe). Es sei besser, »auf ein bis zwei Werke ganz zu verzichten«. Auch reichten die 3,3 Milliarden Euro zur Opel-Sanierung bei weitem nicht aus. Vielmehr seien für eine langfristige Sanierung «fünf bis zehn Milliarden Euro notwendig».

(Jürgen Wutschke)


 


 

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