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Das Rheinmain-Gebiet untersucht nach Fund von Statue seine römische Geschichte

(bo/dapd-hes). Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt wollen die im Sommer im Stadtteil Nieder-Eschbach ausgegrabenen Funde aus römischer Zeit in den kommenden Jahren näher erforschen.

"Wir hoffen, bald 300 Jahre römische Geschichte auf dem Gebiet des heutigen Hessens eindrucksvoll dokumentieren zu können", sagte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Donnerstag in Frankfurt. Im Norden Frankfurts hatte ein Amateurarchäologe im August Reste einer Reiterstatue gefunden, die vermutlich Kaiser Trajan (53-117) zeigt.

Der Hobbyforscher, ein 46 Jahre alter Frankfurter Sozialarbeiter, war nahe der Standbildtrümmer auch auf vergrabene Münzen aus dem Jahr 260 gestoßen und hatte seine Funde sofort dem Denkmalamt gemeldet. Trajan war von 96 bis 98 römischer Statthalter an Rhein und Main und danach Kaiser in Rom.

In dem gemeinsamen Vorhaben wollen die Wissenschaftler nicht nur die Nieder-Eschbacher Funde untersuchen, sondern auch den 2009 im mittelhessischen Waldgirmes geborgenen Pferdekopf eines Reiterstandbilds von Kaiser Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.). Anhand der Relikte könne die Zeit von der ersten Besetzung Germaniens durch die Römer, von der Einrichtung einer Zivilverwaltung südlich des Limes bis hin zum Zusammenbruch der römischen Regentschaft im heutigen Hessen ungewöhnlich anschaulich dokumentiert werden, sagte Landesarchäologe Egon Schallmayer.

Das rund 450 Kilogramm schwere, bronzene Trajan-Standbild wurde nach Ansicht der Wissenschaftler vermutlich von marodierenden germanischen Kriegern zerstört, die vom Metallwert profitieren wollten. Die gefundenen Trümmerstücke wiegen 15 Kilogramm. Die in einer Holzkiste vergrabenen 107 Münzen waren wahrscheinlich ein Gelddepot einer römischen Familie auf der Flucht. Da die Eigentümer nie mehr zu ihrem Besitz zurückkehrten, sei zu vermuten, dass sie auf der Flucht umkamen, sagte der Archäologe.

Das Frankfurter Archäologische Museum zeigt alle Fundstücke bis 16. Januar, dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr.

(dapd )


 


 

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