27.04.2012  10:20 Uhr

Wirtschaft
Gewerkschaft kündigt Warnstreiks der Metaller fürs Wochenende an

Rhein-Main. Arbeitsniederlegungen bei Rasselstein in Rheinland-Pfalz - IG Metall bereitet unbefristeten Arbeitskampf vor.

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie stehen am Wochenende die ersten Maschinen still. Mit dem Ablauf der Friedenspflicht in der Nacht zum Sonntag werde es einen Warnstreik beim ThyssenKrupp-Werk Rasselstein in Andernach geben, sagte der zuständige IG-Metall-Bevollmächtigte Markus Eulenbach am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. Die Nachtschicht werde eine Stunde lang die Arbeit einstellen, dafür müssten die Maschinen bei dem Weichblechhersteller heruntergefahren werden.

Eulenbach erwartet zu der ersten großen Aktion im IG-Metall-Bezirk der Länder Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland und Thüringen etwa 500 Teilnehmer. "Das ist schon ein absolut starkes Signal an die Arbeitgeber", betonte Eulenbach. Die Belegschaft sei für einen Arbeitskampf hoch motiviert, unterstrich er nach einer Sitzung der großen Tarifkommission in Friedberg bei Frankfurt. Die Forderungen der Gewerkschaften seien nicht unverschämt. "Hier werden wir um jedes Zehntel ringen", kündigte Eulenbach an.

Der Verhandlungsführer der IG Metall, Armin Schild, betonte, dass sich die Gewerkschaft auch auf einen unbefristeten Streik vorbereite. "Da die Arbeitgeber die deutlichen Signale der Beschäftigten entweder nicht wahrnehmen oder nicht respektieren, bleibt keine andere Wahl", sagte Schild. Seinen Angaben zufolge haben bereits vor dem Ende der Friedenspflicht mehr als 12.000 Arbeitnehmer bei Veranstaltungen in den vier Bundesländern protestiert. "Die hohe Beteiligung zeigt die Enttäuschung über das mickrige Angebot der Arbeitgeber", fügte Schild hinzu.

In der vergangenen Woche hatte es in den Verhandlungen für die etwa 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland in der dritten Runde keine Annäherung gegeben. Zentrale Forderungen der Arbeitnehmer sind 6,5 Prozent mehr Lohn, die unbefristete Übernahme von Auszubildenden und Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte bei Zeitarbeitern. Die Arbeitgeber hatten drei Prozent mehr Gehalt geboten und die Forderungen nach Mitbestimmung bei Zeitarbeitern und Übernahmen von Auszubildenden zurückgewiesen.


 

(dapd-hes)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © IG Metall



 


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