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Verhärtete Fronten bei der VAC

Gewerkschaft und Geschäftsführung werfen sich gegenseitig Blockadehaltung vor

(bo/ddp-hes). Die Fronten zwischen der Geschäftsführung der Vacuumschmelze Hanau (VAC) und der IG Metall verhärten sich zusehends. Nach Angaben der Gewerkschaft hat die VAC nicht auf das am Montag vorgelegte Zukunftskonzept reagiert und das Ultimatum am Dienstag um 12.00 Uhr verstreichen lassen. Stattdessen teilte das Unternehmen mit, dass die unbefristeten Streiks bereits zu Produktionsausfällen geführt hätten. Die VAC drohte, ihr Angebot für eine Beschäftigungsgarantie von drei Jahren zurückzuziehen, sollte der Ausstand weitergehen.

Der hessische IG-Metall-Chef Armin Schild sagte nach Ablauf der
Frist am Dienstag, er sei «enttäuscht, dass die Geschäftsleitung der
VAC erneut nicht auf die ausgestreckte Hand der IG Metall reagiert
hat». Streikleiter Martin Pilz kündigte daraufhin eine Verschärfung
des Arbeitskampfes an: «Die Geschäftsleitung lässt die Zeit sinnlos
verstreichen. Wir werden nun noch einmal den Druck verstärken.» Der
Streik zeige Wirkung und fange an, Druck zu entfalten. Dabei seien
sich die Streikenden ihrer Verantwortung für die VAC bewusst.

Die Geschäftsführung hatte am Dienstag damit gedroht, ihr Angebot
für eine Beschäftigungsgarantie zurückzuziehen. Das Angebot rücke,
wie auch die angekündigte deutliche Lohnerhöhung ab 2011, mit jedem
Streiktag «in immer weitere Ferne», sagte VAC-Chef Hartmut Eisele.
Der Streik habe bereits zu massiven Produktionsausfällen und damit zu
einer «immensen Schädigung» der VAC geführt. Die Beziehungen zu den
Kunden seien deshalb belastet. Eine Fortsetzung des Streiks gefährde
jeden der rund 1500 Arbeitsplätze. Die Geschäftsführung bedauere,
dass die IG Metall sich konstruktiven Gesprächen weiterhin
verweigere. «Eine Lösung war und ist in Reichweite», sagte Eisele.

Die IG Metall hatte der VAC-Geschäftsführung am Montag ein drei
Punkte umfassendes Zukunftskonzept für das Unternehmen vorgestellt.
Als Bedingung forderte die Gewerkschaft von der Geschäftsleitung den
Abschluss eines Anerkennungstarifvertrages oder die Rückkehr in den
Flächentarif. Zudem müssten sofort alle einstweiligen Verfügungen
gegen den seit Donnerstag laufenden Streik zurücknehmen.

Inhalt des Drei-Punkte-Plans ist zum einen, dass bis Ende
September versucht werden soll, die hohe Zinsbelastung der VAC durch
eine Umfinanzierung der Kreditlinien zu reduzieren. Zum Zweiten soll
ein paritätisch aus Arbeitnehmern und Mitgliedern der VAC-Chefetage
besetztes Zukunftsgremium über Investitionen entscheiden. Drittens
erklären die Gewerkschaftsmitglieder im Gegenzug ihre Bereitschaft,
2009 und 2010 vorübergehend Abweichungen zum Flächentarifvertrag zu
akzeptieren, sofern diese 2011 und 2012 zurückgezahlt würden.

Am Freitag hatte das Arbeitsgericht Hanau den Antrag der VAC nach
einem Verbot des Streikes per einstweiliger Verfügung abgewiesen. Am
Mittwoch (17. September, 10.00 Uhr) soll das Landesarbeitsgericht in
Frankfurt am Main über die Berufung der Geschäftsführung beraten.

Die IG Metall will mit dem Streik die Rückkehr der VAC in die
Tarifbindung erreichen. Die Vacuumschmelze war im Juni 2008 aus dem
Flächentarifvertrag ausgetreten. Die Unternehmensleitung begründete
ihre Entscheidung damit, die vorgesehenen Lohnerhöhungen für ihre
Mitarbeiter in Hanau nicht erwirtschaften zu können.

(rheinmain)


 


 

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