Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Aktuell News
Weitere Artikel
Das Autojahr 2008

Gewinn- und Verlustrechnung des Automarktes 2008

(bo/ddp.djn). Mit weniger als 3,1 Millionen Neuzulassungen (Hochrechnung: 3,066 Millionen) war das Autojahr 2008 das schlechteste Verkaufsjahr für Pkw seit der Wende. Nur im Wendejahr selbst, also 1990, wurde mit 3,041 Millionen Pkw-Neuzulassungen ein noch schlechteres Ergebnis erzielt.

Soweit die Bilanz, doch die Prognosen sehen nicht besser aus. «Nach unserer Einschätzung wird 2009 in Deutschland mit 2,85 Millionen Pkw-Neuzulassungen erstmals das Niveau der Fahrzeugverkäufe vor der Wiedervereinigung erreicht, und somit wird es wohl ein ausgesprochen schwieriges Jahr für den deutschen Automarkt», sagte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) und Inhaber des Lehrstuhls für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, am Dienstag. Allerdings werde es auch 2009 Gewinner geben. Dazu zählten die Minis und Kleinwagen, die SUV, der Flüssiggasantrieb und der Benziner.

Pkw mit Ottomotoren gehörten 2008 mit Mehrverkäufen von knapp 61 000 gegenüber 2007 zu den Gewinnern, erläuterte Dudenhöffer. Das entspräche einem Zuwachs von 3,7 Prozent, und damit hätten sich die Benziner einen Anteil an den verkauften Neuwagen von 54,9 Prozent gesichert. «Ein enger Preisabstand zwischen Diesel und Benzin, ein stärkerer Trend zum Kleinwagen und moderne, treibstoffsparende Benzinmotoren lösten die Trendwende weg vom Diesel aus», schätzte der Experte ein.

Neben den Benzinern waren der CAR-Jahresbilanz zufolge Flüssiggas-Pkw auf der Erfolgsspur. Prozentual legten sie im Verkauf um stolze 160 Prozent zu. Zwar blieb die absolute Zahl von Neuzulassungen mit knapp 14 100 überschaubar, aber das größer werdende Angebot bei den Autoherstellern macht sich auch im Verkauf bemerkbar. «Erstmals wurden 2008 in Deutschland mehr Flüssiggas-Autos als Erdgas-Autos verkauft», stellte Dudenhöffer fest. Hinzu komme bei Flüssiggas eine hohe Zahl an Umrüstungen bei den Gebrauchtwagen. Flüssiggas sei damit im Jahr 2008 in Deutschland zur wichtigsten alternativen Antriebsquelle geworden, wenn auch mit sehr überschaubaren Zahlen.

Auf der Verliererseite standen laut CAR-Analyse Diesel-Pkw und der Hybrid. Während die Verkäufe von Diesel-Pkw in Deutschland 2008 um 151 000 oder 10,1 Prozent auf 1,35 Millionen gesunken seien, hätten Hybrid-Fahrzeuge einen Rückgang von 18,8 Prozent hinnehmen müssen. Beim Hybrid erwartet Dudenhöffer für 2009 eine Umkehr des Trends, da der neue Toyota Prius sowie Hybridangebote auch deutscher Autobauer auf den Markt kommen. Der Diesel hingegen werde auch 2009 Marktanteile verlieren. Ein wichtiger Grund sei der steigende Marktanteil von Mini- und Kleinwagen.

Ob aus Kostengründen oder Einsicht - der Marktanteil dieser Gruppe sei 2008 auf 24,4 Prozent gestiegen (756 730 Neuzulassungen) und habe damit das höchste Niveau seit 1995 erzielt. «Die Deutschen denken also beim Autokauf um», kommentiert Dudenhöffer: «Während die Anteile der Mittelklassewagen mit 22,3 Prozent auf das tiefste Niveau seit 1995 gesunken sind, werden Mini- und Kleinwagen attraktiver. Dieser Trend wird sich 2009 fortsetzen.»

Auf Erfolgsspur sieht der Branchenbeobachter in den kommenden zwölf Monaten zudem sportliche Geländewagen (Sport Utility Vehicles). Von denen seien 2008 soviel wie noch nie in Deutschland verkauft worden (247 100/Marktanteil 8,1 Prozent). Ford Kuga, VW Tiguan & Co. holen sich nach Dudenhöffers Einschätzung ihre Kunden bei den bisherigen Besitzern von Großraum-Limousinen, Vans oder MPV genannt. Die noch vor wenigen Jahren beliebten Vans verlören immer stärker an Bedeutung.

(Redaktion)


 


 

Autojahr
2008
Autoindustrie

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Autojahr" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: