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"Global Risks" - die Unsicherheit steigt

Der jährlich erscheinende Bericht Global Risks ist in Zusammenarbeit mit der Citigroup, Marsh & McLennan Companies (MMC), Swiss Re, dem Wharton School Risk Center und Zurich Financial Services entstanden. Er hebt wichtige Risikobereiche hervor, auf die sich Verantwortliche aus Wirtschaft und Politik beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums, das Ende Januar in Davos stattfindet, in ihren Gesprächen konzentrieren werden.

Der Bericht Global Risks 2008 konzentriert sich auf vier Themen, die sich in den nächsten zehn Jahren auf Weltwirtschaft und Gesellschaft auswirken werden: Finanzrisiko, Lebensmittelunischerheit, Energie, Lieferkette.

Das Finazrisiko hier als Schwerpunkt:

Das Ausmaß und die Natur der Finanzkrise von 2007/2008 hat grundlegende Fragen bezüglich der verwundbaren Punkte der Finanzmärkte aufgeworfen. 2008 ist eine US-Rezession möglich, und Wissenschaftler sind uneins in der Frage, ob ein konsumgesteuertes Wachstum in Asien die globale Weltwirtschaft ausreichend stabilisieren kann. In Europa ist der Finanzsektor Großbritanniens aufgrund seiner prominenten Stellung verwundbar, und große Leistungsbilanzdefizite in einigen Ländern Mittel- und Osteuropas können sich 2008 als zunehmend unhaltbar erweisen.

Die Veränderungen auf den Finanzmärkten in den vergangenen 20 Jahren führten zu einer Dezentralisierung der Risikoverantwortung und zu größeren Möglichkeiten für die Übertragung von Risiken zwischen einzelnen Firmen und Märkten - und dies wiederum macht effektives Risikomanagement umso unerlässlicher. Unter normalen Marktbedingungen hat das Finanzsystem seine Fähigkeit zur Risikoübernahme und -verteilung verbessert und ist stabiler geworden. Aber zur Minderung der Auswirkungen der Finanzkrise, die wir 2007 beobachtet haben, fordert der Bericht verstärkte Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor.


Lebensmittelsicherheit


2007 erreichten die Preise für viele Hauptnahrungsmittel Rekordhöhen, und die weltweiten Lebensmittelreserven befinden sich auf einem 25-Jahrestief. Somit ist das weltweite Lebensmittelangebot anfällig für eine internationale Krise oder eine Naturkatastrophe - in einigen Fällen führte dies 2007 zu politischer Instabilität und Unruhen. Mit Blick auf die Zukunft geht Global Risks 2008 davon aus, dass sich die Antriebskräfte der globalen Lebensmittelunsicherheit - Bevölkerungswachstum, Ver-änderungen des Lebensstils, Einsatz von Feldfrüchten zur Herstellung von Biotreibstoffen, Klimawandel - in den kommenden zehn Jahren noch verschärfen werden. Die Welt muss sich auf eine potenzielle langfristige Trendumkehr der Lebensmittelpreise einstellen und sich komplexen Herausforderungen für eine globale Gerechtigkeit stellen.

Anfälligkeit der Lieferkette

Verbesserungen bei Technologie und globaler Logistik sowie niedrigere Handelsbarrieren haben in den vergangenen 20 Jahren zu einer historischen Ausweitung des internationalen Handels geführt. Diese Verbesserungen haben im Allgemeinen ein Mehr an Effizienz und globalem Wohlstand mit sich gebracht. Allerdings kann eine Optimierung der Lieferketten auch Störungsanfälligkeiten und Risikokonzentrationen zur Folge haben. Darüber hinaus werden diese oft nicht in vollem Umfang verstanden. Zwar können Lieferketten das Risiko auf viele Parteien aufteilen, aber sie können die Risiken auch vergrößern.

Alle Unternehmen und Regierungen, die von externen Zulieferern abhängen, sind von Störungen ihrer Lieferkette bedroht, und die Schaffung einer neuen Risikokultur in diesem Bereich sowie ein internationales Herangehen an das Management von Lieferkettenrisiken im privaten und öffentlichen Sektor sind die ersten wichtigen Schritte hin zu einer allgemeinen Risikominderung.

Energie

Die Verfügbarkeit von Energieressourcen ist der entscheidende Schlüsselfaktor für die Weltwirtschaft, aber es wird zunehmend schwieriger, ein sicheres und nachhaltiges Angebot zu garantieren, das dabei auch noch im Einklang mit den globalen Verpflichtungen einer Senkung der Emission von Treibhausgasen steht. Da prognostiziert wird, dass die Nachfrage nach Öl bis 2030 um 37 Prozent gegenüber dem heutigen Stand steigen wird, sieht der Bericht kaum Spielraum für sinkende Energiepreise in den nächsten zehn Jahren. Dies mögen gute Nachrichten für Öl- und Gaserzeuger sein, es schafft aber auch ein Ungleichgewicht zwischen denjenigen, die das Risiko tragen, und denen, die den Nutzen daraus ziehen. Diesem Ungleichgewicht sollte durch einen besseren Dialog auf allen Ebenen begegnet werden.

Der Bericht Global Risks 2008 legt einen Grundsatzkatalog für das Management von Länderrisiken fest. Ein internationales Forum von Länderrisikobeauftragten (Country Risk Officers) könnte unter Umständen deutlich besser in der Lage sein, Informationen über naturgemäß grenzüberschreitende globale Risiken auszutauschen, aber auch zu einer besseren Sensibilisierung für und Reaktion auf Risiken führen.
(Quelle: ots)

(Redaktion)


 


 

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