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Helaba FloorResearch Equity Daily

• US-Notenbank senkt Leitzins um 75-100 Bp. auf ein Zielband von 0,00-0,25 % und will von nun an unorthodoxe geldpolitische Mittel nutzen. • EUR-USD legt kräftig zu und notiert im Hoch bei knapp 1.42; Aktien deutlich im Plus.

Die US-Notenbank hat den Leitzins (Zielsatz für Tagesgeld ) um 75-100 Basispunkte auf ein Zielband von Null bis 0,25 % gesenkt. Dies ist das niedrigste Niveau seit Bestehen des Federal Reserve Systems. Dennoch war die Reduzierung des Zielsatzes auf 0,25 % lediglich eine Anpassung an
die Realität, denn der effektive Tagesgeldsatz liegt seit geraumer Zeit bei 0,1-0,2 %. Im begleitenden Statement machten die Notenbanker zudem deutlich, dass die Fed weiterhin unkonventionelle Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise nutzen wird. Dabei liegt der Fokus vor allem auf der „direkten“ Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte durch den Ankauf entsprechender Wertpapiere.
Die Zinssenkung hat die Kurse an der Wall Street beflügelt. Für gute Stimmung sorgten zudem die Quartalszahlen der US-Bank Goldman Sachs. Die Bank musste zwar erstmals seit 1998 wieder einen Verlust hinnehmen. Das Ergebnis fiel aber weniger schlimm aus als von manchen Analysten befürchtet. Der Dow Jones Index der Standardwerte stieg um 4,2 % auf 8.924 Punkte.
Der breiter gefasste S&P500 legte über 5 % auf 914 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 5,4 % auf 1.590 Punkte. Heute stehen keine nennenswerten Datenveröffentlichungen auf dem Programm. Von technischer Seite hat sich das Bild mit dem gestrigen Anstieg etwas aufgehellt. Der nächste Widerstand liegt am Kurshoch vom 8. Dezember bei 9.026. Sollte diese Hürde überwunden werden, dürfen weitere Gewinne ins Kalkül gezogen werden.

Der deutsche Aktienmarkt hat sich im Vorfeld der US-Zinsentscheidung gut behauptet und um 1,6 % auf 4.730 Punkte zugelegt. Der breiter gefasste Stoxx50 legte 1,04 % auf 2.090 Punkte zu.
Kräftige Gewinne im Dax erzielten die die Aktien von BASF (+4,27 %) und Allianz (+4,24 %). Deutlich im Plus schlossen auch die Aktien von Continental, und dies, obwohl die Agentur Standard & Poor’s das Rating der Continental AG auf CreditWatch mit negativen Implikationen gesetzt hat. Auf der Verkäuferseite standen einmal mehr die Bankenwerte, wie Hypo Real Estate und
Deutsche Postbank. Unterstützend auf die Entwicklung der Aktien wirkte neben der Erwartung sinkender US-Leitzinsen auch die Ankündigung der Bundesregierung eines weiteren Konjunkturprogramms´zur Stimulierung der deutschen Wirtschaft. Insgesamt war der Handel aber von dünnen
Umsätzen und einer ausgeprägten Zurückhaltung der Akteure geprägt. Von konjunktureller Seite stehen heute die endgültigen Daten zu den Verbraucherpreisen in Deutschland und der Eurozone
auf dem Programm. Die fallenden Energie- und Rohstoffkosten wirken inflationsdämpfend. Mit erwartet 2,1 % läge die EWU-Gesamtinflation bereits nahe der Zielmarke der EZB und weitere deutliche Rückgänge der Teuerungsraten in den kommenden Monaten müssen ins Kalkül gezogen
werden. Die auf Preisniveaustabilität ausgerichtet EZB hat somit die Möglichkeit, die Zinsen zu senken. Demgegenüber haben Vertreter der Europäischen Zentralbank, allen voran Präsident Trichet, bisher keine Hinweise auf eine bevorstehende Lockerung der Geldpolitik gegeben.

Continental Im Aufsichtsrat von Continental zeichnet sich Widerstand gegen den Einzug von Schaeffler-Vertretern vor der Hauptversammlung im April ab. Die meisten der zehn Kapitalvertreter im Kontrollgremium haben signalisiert, ihr Mandat bis zum 23. Aprilbehalten zu wollen. Schaeffler will dagegen bereits vorher vier Sitze. (FTD S. 3)
RWE Der neue Strategievorstand von RWE, Leonhard Birnbaum, will den Energiekonzern aggressiver am Markt positionieren. In den nächsten zehn Jahren will RWE 70 Mrd bis 80 Mrd EUR investieren. (Handelsblatt S. 17)
Zurich Der Versicherer Zurich prescht in der Kautionsversicherung vor und hat dem europäischen Marktführer, der Allianz-Tochter Euler Hermes, den Kampf angesagt. "Wir möchten bis 2010 der führende Kautionsversicherer in Europa werden", sagte Marita Kraemer, Vorstand der Zurich Gruppe Deutschland. (FTD S. 19)
EDF Europas größter Stromerzeuger EdF steht offenbar kurz davor, im USAtomenergiegeschäft Fuß zu fassen. Die Franzosen dürften den Zuschlag für ihr Angebot zum Einstieg bei Constellation Energy bekommen und damit Warren Buffett aus dem Feld schlagen, heißt es aus informierten Kreisen. (Handelsblatt S. 14)

Nachbörslich vorgelegte Quartalszahlen bzw. Nachrichten wirkten sich auf die Kurse wie folgt
aus: Adobe (+12,5 %), Bristol-Myers Squibb (-0,2 %), Hovnanian Enterprises (-7,6 %), Liz Claiborne
(0,0 %), Legget&Platt (-3,4 %)

(Redaktion)


 


 

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