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Henner Knabenreich

Warum HR-Networking abseits Digitalisierung so wichtig ist

Am 19. September zieht nun bereits zum achtzehnten Mal Europas größte Personalmanagament-Messe Zukunft Personal die HR-Szene nach Köln zum Branchen-Stelldichein. Letztes Jahr präsentierten sich 732 Aussteller der Gunst von nahezu 17.000 Besuchern. Trendthema ist natürlich die Digitalisierung – auch in der HR-Branche. Abends wirft sich die HR-Szene dann in Schale. Ein Ausstellerabend lädt die Gäste auf ein Partyschiff, das alternative Abendprogramm fürs Fachpublikum geht aber bereits zum dritten Mal in Folge an anderer Stelle über die Bühne: Auf der HR-NIGHT (www.hr-night.de) in Kölns Event-Location Wolkenburg.

Ausgedacht hat sich dieses Event-Format der in der Szene bekannte und als „Personalmarketing-Influencer“ gekührte Blogger Henner Knabenreich. Seit sieben Jahren schreibt dieser über Personalmarketing und die Recruiting-Welt. Als „HR-Vernetzer“ und Branchenkenner liegt ihm der Austausch unter Personalern am Herzen. Wir haben ihn zum aktuellen Stand der Digitalisierung im HR und zu Networking befragt.

business-on.de: Wie steht es um die Digitalisierung der HR-Branche?

Henner Knabenreich: Eine gute Frage. So wie es um die Digitalisierung insgesamt in Deutschland bestellt ist, würde ich sagen. Nicht besonders gut. Das zumindest ist mein Eindruck. Klar, die Unternehmen schreiben sich das groß auf die Agenda, aber seien wir mal ehrlich: Von einem allumfassenden Mindset sind wir meilenweit entfernt. Insbesondere der konservative Mittelstand oder auch soziale Einrichtungen, die bspw. den Einsatz von Cloud-Lösungen verbieten, werden das Nachsehen haben. Und natürlich gibt es viele Vorreiter, die schon die Notwendigkeit erkannt haben, sich digitale Technologien zu Nutze zu machen. Wie heißt es so schön auf einem Wahlplakat: „Digitalisierung ändert alles. Zukunft wartet nicht. Denken wir neu.“ Genau das ist der Punkt. Wir sind mittendrin in der Digitalisierung und können auf bestimmte Tools nicht mehr verzichten. Ob alt oder jung, alle Welt nutzt Smartphones. 1 Milliarde Nutzer kommunizieren per WhatsApp. Am Tag. Man shoppt lieber bei Amazon, als in den austauschbaren Innenstädten und zum Essen geht man dank Foodora auch nicht mehr vor die Tür.
Und während wir also ganz wie selbstverständlich hier die digitalen Technologien nutzen, sind sie in den Unternehmen noch nicht angekommen. Dabei täte „neu denken“ dringend not.

business-on.de: Das heißt also, die Unternehmen bzw. Personalabteilungen haben noch gar nicht begriffen, was da auf sie zukommt?

Henner Knabenreich: Ich zumindest habe sehr oft den Eindruck, ja. Deutschlands Wachstumsmotor ist der Klein- und Mittelstand. Das sind die wahren Innovationstreiber. Zumindest theoretisch. Wir haben zig Tausend davon. Mein natürlich subjektiver Eindruck ist der, dass man neue Technologien eher verteufelt, als deren Potenziale zu erkennen. Ich beschäftige mich ja mit dem Recruiting und dem Employer Branding und was ich teilweise zu sehen bekomme, ist einfach haarsträubend und zeigt eben, dass der digitale Wandel dort noch nicht angekommen ist.

business-on.de: Woran machen Sie das fest?

Henner Knabenreich: Ein ganz einfaches Beispiel: Meiner Meinung nach sollte jeder Personaler in Deutschland HR-Blogs lesen. Ganz einfach, weil wir Blogger so etwas wie Trendscouts sind, Themen deutlich früher aufnehmen als andere Medien und eine andere Sicht einnehmen. Das sage ich nicht nur, weil ich Blogger bin, sondern weil sich die (HR-)Welt so schnell entwickelt, dass sie in der Rasanz von keinem monatlich erscheinenden HR-Magazin aufgegriffen werden könnte. Ein anderes Beispiel sind Bewerbungsprozesse. Welche Effizienz Recruiting-Systeme bringen können, ist bereits seit gut 20 Jahren bekannt. Leider ist das bei vielen Unternehmen noch nicht angekommen oder man setzt trotz Fachkräftemangel lieber auf Anbieter, die Bewerber eher in die Flucht schlagen, als sie zur Bewerbung zu animieren. Deutschlands Vorzeige HR-Provozierer Thomas Sattelberger hat einmal gesagt, die Digitale Kompetenz der Personaler tendiere gleich null. Soweit würde ich nicht weit gehen, aber es ist tatsächlich ganz viel Luft nach oben.

Insofern sollte klar sein, dass jeder von uns an seinen digitalen Kompetenzen arbeiten muss, um auch in Zukunft bestehen zu können. Ich mache mir da bei einigen Unternehmen wirklich Sorgen. Wenn sie sich weiter so gegenüber digitalen Technologien abschotten, werden sie um ihre Existenz bangen müssen. Sich mit Methoden wie Active Sourcing auseinanderzusetzen, mit Website Analytics, mit Suchmaschinenoptimierung und effizienten E-Recruiting-Systemen u. v. m. ist also nicht nur Option, sondern Pflicht. Wobei das Ganze eben auch immer eine Frage der inneren Haltung ist.

business-on.de: Sie sind nicht nur Berater und Blogger, sondern verstehen sich auch als HR-Vernetzer. So zumindest kann man es bspw. Ihrem Profil auf Twitter entnehmen…

Henner Knabenreich: Ja, das ist richtig. Als ich 2010 angefangen habe zu bloggen, habe ich relativ schnell den massiven Impact gespürt, den man erzielen kann. Tatsächlich war es sogar der Blog, der mich in die Selbstständigkeit geführt hat. Das hat mich dazu inspiriert, 2012 den personalblogger ins Leben zu rufen. Ein Blog, auf dem viele HR-Gesichter ein kleines Zuhause gefunden haben. Michael Witt ist beispielsweise dabei, Marcus Reif, Henrik Zaborowski, Stefan Scheller oder auch ein Jörg Buckmann. Einige haben am Bloggen so viel Spaß gefunden, dass sie mittlerweile auf eigenen Pfaden wandeln. Andere haben sich nur an einem Artikel versucht. Das war aber erst der Anfang.

Wenn es gelingt, Personaler über ein Medium wie einen Blog und eine dazugehörige Facebook-Gruppe zusammenzubringen, wäre es nur konsequent, einen Schritt weiterzugehen und eben diese und mehr Gleichgesinnte live und in Farbe zusammenzubringen. Geboren war „personalmarketing2null & friends“, ein Veranstaltungsformat, welches einfach anders sein wollte, als andere und jenseits von Konferenz- und Powerpoint-Mainstream Personalern mit Leidenschaft ein kleines, aber feines Zuhause geben sollte. Was auch gelang.

business-on.de: Also ein Veranstaltungsformat, das ausschließlich aufs Networking reduziert ist?

Henner Knabenreich: Genau. Nun stand ich vor der Frage, ob das, was im Kleinen auch im Großen funktionieren würde. Inspiriert von der „inoffiziellen“ DMEXCO-Afterparty, habe ich mir angeschaut, was dem Fachpublikum der Zukunft Personal geboten wird, wenn man nach oder vor einem langen Messetag däumchendrehend im Hotel sitzt. Und siehe da: Nichts. Obwohl die Messe jährlich Tausende von Besuchern nach Köln zieht, wurde nur an die Aussteller gedacht. Für die gab es eine fette Party. Das wollte ich ändern. Und das gelang. 2015 feierten wir die erste HR-NIGHT. 2016 ging es direkt weiter. Endlich hatte die HR-Szene ein Event, auf dem man sich ungezwungen vom Messestress austauschen und befruchtende Kontakte schließen konnte.

business-on.de: Und nun geht es in die dritte Runde. Warum sollte man denn nun unbedingt bei der HR-NIGHT dabei sein, was ist der Vorteil?

Henner Knabenreich: Getreu dem Motto „Wissen ist Macht“ behalten viele Menschen und Organisationen ihr Wissen für sich. Dieses Silodenken, was sich wie Krebs abteilungsübergreifend durch ganze Organisationen zieht, führt aber eher dazu, irgendwann nicht mehr dazuzugehören. Ja, Wissen ist Macht. Aber Wissen mit anderen zu teilen, bedeutet im Endeffekt noch viel mehr Macht. Nämlich Know-how-Gewinn. Effizienz. Lernen von anderen, vielleicht sogar aus deren Fehlern. Wie man es bspw. auf der HR Failure Night kann. Diese Wissensvermittlung kann man auf Konferenzen betreiben, hier ist es aber in der Regel eine One-to-many-Nummer, oder aber im Rahmen von geselligem Networking. Zusammenkommen mit Menschen, die eine Leidenschaft eint, nämlich die für HR. Austausch auf Augenhöhe eben. In Fleisch und Blut. Mit dem Who-is-Who der HR-Szene. Abseits von XING, LinkedIN & Co., die natürlich für Recruiter unverzichtbare Vorteile darstellen. Aber ein guter Personaler muss auch offline networken können. Und das kann er auf der HR-NIGHT unter Beweis stellen. Und bspw. über das Thema Digitalisierung sprechen. Oder einfach nur ein leckeres Kölsch genießen.

Die HR-NIGHT findet am 19. September in der Kölner Wolkenburg statt. Los geht’s um 19.00 Uhr. Für ausreichend Getränke, gutes Essen und gute Stimmung ist gesorgt. Und für die Leser von Business On gibt’s mit dem Code „business-on-HRN2017“ bis zum 15. September sogar 10 Prozent Rabatt.

Zu den Tickets für die HR-NIGHT unter http://bit.ly/hrnight17tickets

(Redaktion)


 


 

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