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Arbeitslosenquote in Hessen verharrt bei 5,4 Prozent

Die Arbeitslosenquote in Hessen verharrt zum Jahresende bei 5,4 Prozent. Dennoch erfolgte im Dezember ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Dennoch bereinigte die Saison einen Rückgang um 2.000. 2011 war ein gutes Jahr für den hessischen Arbeitsmarkt.

Die Arbeitslosenzahl in Hessen ist im Dezember 2011 saisonbedingt leicht angestiegen. Insgesamt 169.246 Frauen und Männer wurden im vergangenen Monat zum Stichtag als arbeitslos gezählt. Das sind 1.985 oder 1,2 Prozent mehr als im Vormonat, aber 14.741 oder 8,0 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres. Saisonbereinigt sank die Zahl der Arbeitslosen um 2.000. Im Jahresdurchschnitt waren somit rund 182.500 Frauen und Männer in Hessen arbeitslos, 2010 lag der Wert noch bei rund 197.900.

Die Arbeitslosenquote verharrt seit Oktober 2011 bei 5,4 Prozent; im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,9 Prozent. Der Jahresdurchschnittswert für 2011 liegt ebenfalls bei 5,9 Prozent (Jahresdurchschnitt 2010: 6,4 Prozent).

Wie in einem Dezember üblich waren in erster Linie Männer vom saisonbedingten Anstieg betroffen. Ihre Zahl stieg um rund 2.200 (2,6 Prozent) im Vergleich zum Vormonat an. Üblicherweise fallen in den Wintermonaten Stellen in den sogenannten Außenberufen, wie dem Baugewerbe oder der Landwirtschaft, weg. Die Zahl arbeitsloser Frauen sank im Vergleich um 221 (0,3 Prozent).

2011 war gutes Jahr für den hessischen Arbeitsmarkt

„ Der hessische Arbeitsmarkt hat sich in diesem Jahr äußerst positiv entwickelt und die Arbeitslosenzahlen sind im Vergleich zu den Jahren 2010 und 2009 deutlich gesunken. Sicherlich wäre noch mehr Bewegung möglich, wenn zum Beispiel ältere oder auch schwerbehinderte Arbeitslose schneller in den ersten Arbeitsmarkt zurückfinden würden. Diese Personengruppen sowie die hessischen Langzeitarbeitslosen hatten leider bislang noch nichts vom Aufschwung am Arbeitsmarkt“, bilanziert Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen.

Leichter Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit

Die saisonübliche Entwicklung spiegelt sich auch bei der Jugendarbeitslosigkeit wieder. Vom Anstieg sind in erster Linie junge Männer betroffen, die im Baugewerbe oder im Bereich Verkehr/Logistik beschäftigt waren. Insgesamt 14.767 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren waren im Dezember arbeitslos. Das sind 359 (2,5 Prozent) mehr als im Vormonat, aber 1.450 (8,9 Prozent) weniger als noch im Vorjahresmonat; im Jahresdurchschnitt waren es 17.473.

Die Anzahl der Arbeitslosen über 50 stieg im Dezember ebenfalls schwach an: Im Vormonatsvergleich um 0,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich sank die Zahl allerdings um 5,0 Prozent auf jetzt rund 51.600. Mit einem Anteil von 30,5 Prozent bleiben die über 50-jährigen die größte Personengruppe gemessen an allen Arbeitslosen. Im Jahresdurchschnitt waren 54.200 Frauen und Männer über 50 Jahren arbeitslos.

Kaum Veränderung in den Regionen

Der Regierungsbezirke näherten sich im Dezember weiter an. Kassel bleibt erneut mit einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent an der Spitze, gefolgt von den Regierungsbezirken Gießen und Darmstadt mit einer Quote von 5,4 Prozent.

Der Landkreis Fulda bleibt ebenfalls mit einer Quote von 3,5 Prozent vorne, gefolgt vom Hochtaunuskreis mit 3,8 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat steigt die höchste Quote im Hessenvergleich in der Stadt Offenbach nochmals um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt 10,2 Prozent an; in Kassel-Stadt liegt die Quote jetzt bei 9,8 Prozent.

Im Vergleich der 26 Kreise und kreisfreien Städte stiegen die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr nur im Odenwaldkreis (+4,8 Prozent) und der Stadt Offenbach (+3,1 Prozent) an.

Beschäftigung steigt – offene Stellen gehen zurück

Mit einem Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von 2,6 Prozent im Oktober 2011 im Vergleich zum Vorjahr liegt Hessen nur noch leicht unter dem westdeutschen Schnitt von 2,7 Prozent. Der hochgerechnete, vorläufige Wert beläuft sich auf 2.288.400 Personen. Die Branchen mit dem stärksten Zuwachs sind weiterhin Spedition und Logistik (+4,4 Prozent) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (+3,3 Prozent).

Einen Einschnitt gab es im Dezember bei der Zahl der gemeldeten Stellen. Mit etwa 12.600 Meldungen liegt der Wert um 17,5 Prozent niedriger als im Vormonat und 14,8 geringer als im Vorjahresmonat. Ebenfalls rückläufig ist der Bestand offener Stellen bei den hessischen Agenturen für Arbeit mit jetzt 37.922.

Prognose 2012 – weiterer Rückgang der Arbeitslosenzahlen

„Der Rückgang der offenen Stellen ist noch kein Grund zur Sorge, sollte aber beobachtet werden“, so Martin. Für Januar erwartet er einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen: „Üblicherweise steigen die Arbeitslosenzahlen im Januar an. Grund dafür sind die witterungsbedingten Ausfälle zum Bespiel in der Baubranche, aber auch Kündigungen zum Quartalsende und die Tatsache, dass viele junge Menschen ihre Ausbildung vorzeitig beenden und nicht gleich eine Anschlussbeschäftigung finden. Für Januar werden wir wohl mit einem Anstieg von 10.000 bis 15.000 arbeitsloser Männer und Frauen rechnen müssen.“

Dennoch bleibt Martins Gesamtprognose zuversichtlich: „Ich bleibe bei meiner Aussage, dass auch 2012 ein gutes Jahr für den hessischen Arbeitsmarkt sein wird. Die Arbeitslosenzahl wird voraussichtlich sinken und die Zahl der Beschäftigten weiter ansteigen. Es ist nicht davon auszugehen, dass in den nächsten sechs Monaten die Arbeitslosenzahlen saisonbereinigt steigen werden. Wenn die internationalen Finanzmärkte stabil bleiben, dann bleibt auch der hessische Arbeitsmarkt stabil“.

(Redaktion/ Bundesagentur für Arbeit)


 


 

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