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Integration in Deutschland

Hessen integriert am besten

(bo/ddp-hes). Menschen mit Migrationshintergrund werden in keinem Bundesland besser integriert als in Hessen. Zu diesem Ergebnis kommt die am Montag in Berlin vorgestellte Studie «Ungenutzte Potenziale - Zur Lage der Integration in Deutschland» des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Die CDU sprach von einem «erfreulichen» Abschneiden und bezeichnete Hessen als «Innovationsmotor in der Integrationspolitik». Die FDP forderte weitere Anstrengungen, die Grünen hingegen warnten vor voreiliger Lobhudelei. Hessen schneidet nach Angaben der Studienautoren zwar bei keinem der 20 einzelnen Indikatoren als bestes Bundesland ab, es zeige aber in vielen Bereichen gute Werte. Als Indikatoren wurden zum Beispiel der Anteil an Personen mit Migrationshintergrund an der gesamten Bevölkerung, deren Erwerbslosenquote, aber auch Zahlen wie der Akademiker- oder Gymnasiastenanteil erhoben. In Hessen haben 23 Prozent aller Einwohner einen Migrationshintergrund. Hinter dieser im bundesweiten Vergleich hohen Quote verbergen sich laut Studie aber nicht nur ehemalige Gastarbeiter und deren Nachkommen, sondern auch hoch qualifizierte Zuwanderer, die von der Dienstleistungs- und Finanzwirtschaft angezogen werden. Rund 28 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund in Hessen haben einen Hochschulabschluss, bei den Einheimischen liegt die Quote bei 24 Prozent.

Jedoch tue sich in Hessen eine Kluft zwischen gut und schlecht qualifizierten Zugewanderten auf. Mit einem Anteil von zwölf Prozent der Migranten ohne Bildungsabschluss liegt Hessen im bundesweiten Mittelfeld. Auch der Zugang zum Arbeitsmarkt sei in Hessen für Migranten vergleichsweise gut. Die Erwerbslosenquote sei mit 14 Prozent wie auch die Jugendarbeitslosigkeit mit 16 Prozent relativ niedrig, die Abhängigkeitsquote von öffentlichen Leistungen liege bei vergleichsweise geringen zwölf Prozent.

Der Integrationspolitiker Holger Bellino (CDU) sprach von einem erfreulichen Abschneiden Hessens. Das Land habe sich dank neuer Integrationsmodelle «und einer deutlichen Schwerpunktbildung auch bei den eingesetzten Finanzmitteln» zum Innovationsmotor in Sachen Integration entwickelt. «Die frühe Sprachförderung ist dabei ein wesentlicher Schlüssel», sagte Bellino.

FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn sagte, die Liberalen fühlten sich durch die Studie in ihrer Forderung nach einer verbindlichen Vorschule für Fünfjährige bestätigt. Integration bleibe eine «Zukunftsaufgabe», sagte Hahn und erneuerte seine Forderung nach einem Ansprechpartner für Integration und Demografie am künftigen Kabinettstisch.

Grünen-Integrationspolitikerin Mürvet Öztürk sagte, es bestehe kein Grund zur Euphorie, es gebe noch zahlreiche Defizite, wie Vergleichsstudien aus dem Bildungsbereich zeigten. Die Regierung könne nicht nach dem Motto verfahren: «Fällt die IGLU-Studie schlecht aus, sind die Migrantinnen und Migranten schuld, beweist eine Studie ihre gute Integration, so ist dies das Verdienst der CDU-Regierung».

Die Autoren selbst schreiben: Auch wenn Hessen von allen Bundesländern die besten Integrationserfolge erziele, sei die dortige Situation gleichwohl ein Zeichen dafür, «dass es um die Integration in ganz Deutschland nicht sonderlich gut bestellt ist».

(Redaktion)


 


 

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