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Schlechtes Zeugnis für Viertklässler

Hessische Grundschüler landen bei Lesestudie IGLU auf dem viertletzten Platz

(bo/ddp-hes). Hessische Viertklässler lesen schlechter als die Grundschüler in den meisten anderen Bundesländern. Bei dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Bundesländer-Vergleich zur Lesestudie IGLU 2006 landete Hessen auf dem 13. Platz. Der geschäftsführende Kultusminister Jürgen Banzer (CDU) kündigte Konsequenzen aus diesem Ergebnis an. Von den Oppositionsparteien und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kam heftige Kritik an der CDU-Schul- und Bildungspolitik.

In dem am Dienstag vorgestellten innerdeutschen Vergleich landeten nur die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen noch hinter Hessen. Sieger der Studie ist Thüringen vor Bayern und Sachsen. Zwar liegen alle deutschen Grundschüler bei der weltweiten Studie noch innerhalb des internationalen Durchschnitts. Die Leseleistungen der hessischen Grundschüler verschlechterten sich aber als einzige gegenüber dem vorherigen Vergleich 2001. Damals hatte Hessen noch deutlich vor Nordrhein-Westfalen und Brandenburg und nur knapp hinter Bayern gelegen.

In einer ersten Reaktion versprach Banzer «spürbar» bessere Rahmenbedingungen für die Arbeit der Grundschulen. So solle die Schülerzahl der Eingangsklassen auf 25 reduziert werden. Zudem werde jede Klasse eine Stunde mehr Unterricht erhalten.

Die SPD bezeichnete die Studie als schlüssigen Beweis «für das Scheitern der CDU-Bildungspolitik» in Hessen. Die «hohle Propaganda vom Bildungsland Nr. 1 Hessen» sei damit endgültig Lügen gestraft, sagte SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel.

Die Grünen warfen der CDU vor, mit ihrer Schulpolitik «grandios gescheitert» zu sein und forderten kleinere Klassen sowie mehr individuelle Förderung. Die GEW Hessen sprach von einem «katastrophalen Zeugnis für zehn Jahre Bildungspolitik unter Ministerpräsident Roland Koch». Das Ergebnis der Studie sei die zwangsläufige Folge einer Bildungspolitik, bei der die Arbeitsbedingungen in Bildungseinrichtungen kontinuierlich verschlechtert worden seien.

Die FDP warf der Regierung Rückschritte in der Schulpolitik vor. Um die Lesekompetenz der Grundschüler zu stärken, müssten die Rahmenbedingungen für eine individuelle Förderung schon im Vorschulalter geschaffen werden, forderte FDP-Schulexpertin Dorothea Henzler. Dafür seien mehr Personal in Kindertagesstätten und an Grundschulen sowie ein verpflichtendes Vorschuljahr erforderlich.

(rheinmain)


 


 

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