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Mit Innovationen gegen die Krise

Hessischer AutoMOBILdialog 2008

Unter dem Motto "Automobiltechnik und –entwicklung made in Hessen" fand der vom RKW Hessen (Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Wirtschaft) veranstaltete AutoMOBILdialog 2008 im Frankfurter Sheraton Congress Hotel statt. Den Auswirkungen der Krise zum Trotz sahen die Teilnehmer die Hessische Automobilindustrie als für die Zukunft gut gerüstet an.

Mit einem Grußwort der Landesregierung eröffnete der Hessische Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Volker Hoff, den diesjährigen Automobildialog in Vertretung von Wirtschafts- und Verkehrsminister Alois Rhiel. Mit seinen 50.000 Beschäftigten direkt in der Automobilindustrie und einem Investitionsvolumen der Branche von rund 560 Millionen Euro allein im Jahr 2007 sei Hessen ein bedeutender Standort der deutschen und internationalen Automobilindustrie.

Deshalb wird auch die Landesregierung die jetzt aktuell entstandene Not puffern helfen und einen tragfähigen Schirm für die gesamte Automobilindustrie inklusive der Zulieferer aufspannen, sagte der Minister den Tagungsteilnehmern zu. Um gezielte Hilfe ermöglichen zu können, bemühe sich die Landesregierung, noch vor der Auflösung des Hessischen Landtags eine Erhöhung des Bürgschaftsrahmens zu erreichen. "Und in Brüssel will ich mich ganz persönlich für industriefreundlichere CO2-Grenzwerte einsetzen", versprach Hoff. Sein Kabinett-Kollege Alois Rhiel hatte schon am Wochenende nach den vom RKW Hessen wesentlich mitgestalteten Beratungen mit Branchenvertretern erklärt, dass die Landesregierung die hessischen Automobilzulieferer in der aktuellen Situation nicht alleinlasse. "Wir wollen den Unternehmen – vor allem den kleineren und mittelständischen Firmen – passgenaue Angebote machen, damit Arbeitsplätze in Hessen erhalten werden und es bald wieder aufwärts geht", so der Wirtschaftsminister. Er rief die Unternehmen ferner dazu auf, weiter auf Innovationen zu setzen und nicht bei Forschung und Entwicklung zu sparen.

Der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie, Klaus Bräunig, verwies darauf, dass die aktuellen Umsatzeinbrüche der Fahrzeughersteller nicht hausgemacht seien. "Mehr als 50 Prozent des Autoabsatzes kommt über Finanzierungsmodelle zustande", begründete er das Überspringen der Bankenkrise auf die Automobilbranche. Dramatisch seien in diesem Zusammenhang aber die Finanzierungsschwierigkeiten, die besonders mittelständische Automobilzulieferer beträfen. "Als Auswirkung des Umsatzeinbruchs werden ihnen häufig keine neuen Finanzmittel mehr bewilligt, und sie geraten in die Kreditklemme." Insgesamt gesehen, bescheinigte der VDA-Geschäftsführer der Branche aber, trotz allem gut aufgestellt zu sein. "Die Automobilindustrie in Deutschland hat heute die Innovationsführerschaft, sie nimmt die Spitzenposition im Bereich Forschung und Entwicklung ein", erklärte Klaus Bräunig. Als Wege aus der Absatzkrise empfahl er deshalb, wieder Vertrauen zu schaffen und die Finanzierung besonders der mittelständischen Unternehmen zu sichern.

Zu einem ähnlichen Urteil kam Hans van Gent, Chef der europäischen Produktplanungsabteilung von Hyundai Kia Motors in Rüsselsheim. "Der Hessische Automobilstandort zeichnet sich durch großes Know-how aus, hier gibt es hochqualifizierte Arbeitskräfte. Aber es fehlt uns derzeit an gesamteuropäischem Vertrauen und einheitlichen Regelungen", wies der Automobilplaner auf die vielfach unterschiedlichen Gesetzesrahmen in den europäischen Nachbarländern hin. Sein Unternehmen habe in Rüsselsheim sehr erfolgreich Fuß gefasst und sei dabei, Technologieführerschaft zu erreichen. "2012 werden wir das erste Fahrzeug mit Brennstoffzelle auf den Markt bringen", blickte er in die Zukunft.

Für den mittelständischen Pumpenkonstrukteur "ixetic" wies Dr. Reinhard Plietsch, Leiter "Entwicklung" bei den Bad Homburgern, auf die Marktchancen von innovativen Nebenaggregaten hin. Sein Unternehmen fertige hydraulische Pumpen, durch deren kombinierten Einsatz man den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen bei gleichbleibender Leistung insgesamt um etwa 10 Prozent verringern könne. Besonders erwartungsvoll beobachtet man bei ixetic den Markt für Klimaaggregate, der durch den Umstieg auf Kohlendioxid als Kältemittel der Zukunft in Bewegung geraten ist. "Falls sich diese Technik auch in den USA durchsetzt, hat unsere Neuentwicklung ein so großes Marktpotential, dass wir sogar die Verdoppelung unserer Unternehmensgröße erreichen könnten", verriet Dr. Reinhard Plietsch.

Für die Commerzbank wies Marco Wunderlich aus dem Financial Engeneering Center in Frankfurt auf Finanzierungsmodelle hin, die besonders mittelständischen Unternehmen mehr liquide Mittel bereitstellten und ihre Position bei Unternehmens-Ratings verbesserten. Am Rande der Tagung empfahl Michael Schwarz, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen, sein Institut als Ausweg aus der Kreditklemme. "Unternehmen, die mangels eigener Sicherheiten keine Kredite mehr erhalten, können über ihre Hausbank bei uns eine Bürgschaft beantragen. Wenn ihr Geschäftsmodell gute Zukunftsaussichten hat, bürgen wir für sie und verhelfen ihnen damit auch zu besseren Kreditkonditionen", erklärte Schwarz das Prinzip. Existenzgründer, die noch keine Hausbank haben, können die "Bürgschaft ohne Bank" auch direkt bei dem Institut beantragen und sich nach Bewilligung einen Kreditgeber suchen.

Moderator Sascha Gutzeit, Geschäftsführer des Veranstalters RKW Hessen, stellte zum Abschluss fest, trotz deutlicher Auswirkungen der Krise genügend Anlass für einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft bekommen zu haben. "Der Automobildialog bietet eben jedes Jahr die einmalige Chance miteinander ins Gespräch zu kommen", resümierte Gutzeit zufrieden.

Weitere Informationen gibt es unter www.rkw-hessen.de.

Quelle: RKW Hessen GmbH

(rheinmain)


 


 

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