30.04.2012  10:24 Uhr

Sanierung
Zwei Millionen Euro für Bauarbeiten am Bad Homburger Schloss

Bad Homburg. (bo/dapd-hes). Das Homburger Schloss wird ab Frühjahr 2013 umfassend saniert. Die notwendigen Vorarbeiten sollten noch in diesem Jahr stattfinden, die Sanierung selbst im Frühjahr 2013 starten, sagte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Freitag in der Kurstadt.

Das Land stellt dafür insgesamt rund zwei Millionen Euro zur Verfügung. Vor Beginn der eigentlichen Sanierungsarbeiten stehen noch Voruntersuchungen, Umzüge sowie vor allem die Sicherung einer instabilen Decke an.

Das Bad Homburger Schloss beherbergt die einzige original erhaltene Wohnung der kaiserlichen Familie in Deutschland. Das Barockschloss war einst Sitz der Landgrafen von Hessen-Homburg und entstand in seiner heutigen Form Ende des 17. Jahrhunderts. 1866 fiel es an Preußen und wurde bis 1918 von den preußischen Königen und deutschen Kaisern als Sommerresidenz genutzt. Das Schloss beherbergt damit heute die einzige original erhaltene Wohnung der kaiserlichen Familie in Deutschland. Besonders Kaiser Wilhelm II. verbrachte hier im Sommer Zeit mit seiner Familie und gab auch zahlreiche Umbaumaßnahmen in Auftrag.

Umbauten beschädigten Statik

Die Umbauten beschädigten aber offenbar die Statik des Schlosses: In der Kaiserzeit wurden große, weitspannende Räume im ersten Stock geschaffen, darunter ein Speisesaal und ein Empfangssalon mit bis zu zehn Metern Spannweite. Darauf war die Statik des Gebäudes aber offenbar nicht ausgelegt. 2011 stellten Gutachter schwere Schäden an der Decke über der Kaiserwohnung fest. Die Räume mussten geschlossen, die darüber gelegenen Büroräume der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessens geräumt werden.

Für die Voruntersuchungen, Umzugskosten und die Notsicherungen wie das Abstützen der betroffenen Decken stellte das Land außerplanmäßig 343.000 Euro zur Verfügung, wie Kühne-Hörmann am Freitag mitteilte. Für die nun anstehenden Baukosten würden im Haushalt 2013 weitere rund 1,6 Millionen Euro bereitgestellt. Die Gesamtkosten für die statische Sicherung würden sich damit tatsächlich auf fast zwei Millionen Euro belaufen.

Zur Sicherung des Gebäudes müssen weitere Deckenbalken und eine zusätzliche Stahlkonstruktion im Dach eingebaut sowie das sogenannte Bogensprengwerk im zweiten Stock ertüchtigt werden. Spezielle Platten sollen im Fußboden über dem Speisesaal die Schwingungen der menschlichen Schritte dämpfen. Schließlich muss das Dach neu gedeckt werden, nachdem die neuen Stahlkonstruktionen über das Dach in den Königsflügel eingebaut worden sind. Die betroffenen Räume müssen danach ebenfalls wiederhergestellt werden. Auch sollen bei der Sanierung nach Möglichkeit energetische Aspekte berücksichtigt werden.

Neue Stiftung vorgestellt

Kühne-Hörmann lobte zudem die vom Kuratorium Bad Homburger Schloss e.V. ins Leben gerufene "Stiftung Erhaltung Bad Homburger Schloss". Die gemeinnützige Stiftungsgesellschaft wolle den Erhalt und die Pflege des Schlosses finanziell fördern. Damit könnten sich nun alle Bad Homburger Bürger und alle Interessierten als Stifter bei der Wiedereinrichtung der kaiserlichen Wohnräume beteiligen.

Gisela Kirchstein


 

(dapd )

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Bild Nr. 1 © lillysmum / pixelio.de



 


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