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Zehntausende Metaller im Warnstreick

IG Metall bekräftigt Forderung nach acht Prozent mehr Gehalt

(bo/ddp.djn). Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ihre bundesweiten Warnstreiks zum Wochenbeginn deutlich ausgeweitet. Mehrere zehntausend Beschäftigte verliehen ihrer Forderung nach Einkommenserhöhungen von acht Prozent mit Arbeitsniederlegungen, Kundgebungen und Protestveranstaltungen Nachdruck, wie die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt am Main mitteilte. Im Laufe der Woche sollen die Warnstreiks ausgeweitet werden.

Die IG Metall fordert für die bundesweit rund 3,6 Millionen
Beschäftigten der Branche acht Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber
bieten ab Januar 2,1 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung in Höhe
von 0,8 Prozent eines Jahreseinkommens für November und Dezember
2008. IG Metall-Chef Berthold Huber lehnte das Angebot erneut ab.
«Ein verhandlungsfähiges Angebot müsste gravierend und qualitativ
höher sein», sagte er im ZDF-«Morgenmagazin. Das Angebot sichere
»nicht mal die Reallöhne«.

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Südwest-Metall, Jan
Stefan Roell, verteidigt in der Sendung hingegen das Angebot. Die IG
Metall sei »noch nicht da angekommen, wo wir jetzt sind", kritisierte
Roell mit Blick auf die düsteren Zukunftsaussichten in der Sendung.
Roell wies darauf hin, in den letzten zweieinhalb Jahren 250 000 neue
Jobs geschaffen zu haben. Diese gelte es nun zu halten. Die
Verhandlungen werden am 11. November fortgesetzt.

Der Schwerpunkt der Protestaktionen lag am Montag nach
Gewerkschaftsangaben mit über 16 000 Warnstreikenden aus 41 Betrieben
im IG Metall-Bezirk Frankfurt, zu dem neben Hessen auch
Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen gehören. Allein vor den
Werktoren des Daimler-Werks in Wörth in Rheinland-Pfalz hätten 4500
Menschen demonstriert. Bei Ford in Saarlouis hätten ebenfalls 4500
Mitarbeiter zeitweise die Arbeit ruhen lassen.

In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich der IG Metall zufolge
knapp 10 000 Beschäftigte aus 54 Betrieben an Warnstreikaktionen. Im
Daimler-Werk in Düsseldorf hätten 4800 Beschäftigen die Arbeit
niedergelegt. Weitere Aktionen habe es in Lohmar, Eitorf, Troisdorf,
Köln, Plettenberg und Wipperfürth gegeben.

In Bayern seien 6100 Beschäftigte aus neun Betrieben dem Aufruf
der IG Metall gefolgt. Bei MAN in München habe die Produktion am
Vormittag für zwei Stunden stillgestanden. Zu weiteren Warnstreiks
sei es zudem bei BMW in Wackersdorf, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte
in Dillingen und den Siemens-Werken in Kemnath und Amberg gekommen.

Im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen folgten nach
Gewerkschaftsangaben rund 5500 Beschäftigte aus 16 Betrieben dem
Aufruf der IG Metall. In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hätten sich
insgesamt über 4500 Beschäftigte aus 18 Betrieben an Warnstreiks
beteiligt. Im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg seien es
3000 Metaller aus 25 Betrieben gewesen.

Nur im IG-Metall-Bezirk Küste sei nicht gestreikt worden. Nach
Angaben der Gewerkschaftssprecherin wird es dort am Dienstag einen
Aktionstag geben. Zehntausende Beschäftigte aus rund 150 Betrieben in
Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und dem
nordwestlichen Niedersachsen sollen für mehrere Stunden in den
Ausstand gehen. Teilweise werden nach Gewerkschaftsangaben komplette
Schichten ausfallen.

(rheinmain)


 


 

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