IHK-Konjunkturumfrage
Stimmung steigt bei den Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt
Rhein-Main. Das HK-Geschäftsklima steigt um drei Punkte auf 127 Zähler.

Die Stimmung der Unternehmen im Bezirk der IHK Frankfurt am Main legt im Vergleich zum Jahresbeginn nochmal zu.
„Die Stimmung der Unternehmen im Bezirk der IHK Frankfurt am Main legt im Vergleich zum Jahresbeginn nochmal zu. Die regionale Wirtschaft blickt trotz aller Turbulenzen bei unseren europäischen Nachbarn zuversichtlich in die nächsten Monate. Die weiterhin gute Lage auf dem Arbeitsmarkt schiebt den privaten Konsum und damit die Konjunktur weiter an“, kommentiert Dr. Ralf Geruschkat, Chefvolkswirt der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage unter rund 2.800 Mitgliedsunternehmen im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis sowie in der Stadt Frankfurt am Main.
Geschäftsklima. Das IHK-Geschäftsklima liegt aktuell bei 127 Punkten (ein Wert von 100 Zählern bildet die Grenze zwischen positiver und negativer Grundstimmung). Dies ist eine Steigerung von drei Zählern gegenüber der Vorumfrage. Zu diesem Stimmungsanstieg in der Region tragen insbesondere die optimistischeren Erwartungen der Unternehmen bei. Die Zuversicht der regionalen Unternehmen in die hiesige Wirtschaftskraft nimmt weiter zu. Aktuell rechnen 32 Prozent der Betriebe mit besseren Geschäften im kommenden Jahr. Zu Jahresbeginn gingen 24 Prozent von einer Verbesserung aus. Rückläufige Geschäfte erwarten elf Prozent, dies sind drei Prozentpunkte weniger als in der Vorumfrage. Der Einzelhandel, die Verkehrsunternehmen sowie die Kredit- und Versicherungswirtschaft sind dabei besonders optimistisch gestimmt. Die aktuelle Geschäftslage steht nach wie vor auf robusten Beinen – auch wenn der Anteil an Unternehmen, die von guten Geschäften berichten, von 46 auf 43 Prozent leicht zurückgegangen ist.
Jeder zehnte Betrieb sieht sich in einer schlechten Lage, in der Vorumfrage lag der Anteil bei acht Prozent. Hier zeigen sich noch die letzten Ausläufer der etwas schwächeren konjunkturellen Lage in den ersten Monaten des Jahres.
Exporte. Trotz anhaltender Schwächephase bei wichtigen europäischen Handelspartnern steigen die Exporterwartungen der Unternehmen weiter an. Aktuell rechnen 27 Prozent der Exportbranche für die kommenden Monate mit zunehmenden Ausfuhrzahlen – ein Plus von acht Prozentpunkten im Vergleich zur Einschätzung zu Jahresbeginn. 64 Prozent der Betriebe gehen von gleichbleibenden Exportzahlen aus. Die Zuversicht ist insbesondere durch die positive Entwicklung in den Schwellenländern geprägt.
Investitionen. Die Unternehmen planen, für die nächsten Monate verstärkt zu investieren. Gestützt durch das günstige Finanzierungsumfeld will jedes vierte Unternehmen seine Investitionen ausweiten. Dies sind zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorumfrage zu Jahresbeginn. Dem stehen 14 Prozent der Betriebe gegenüber, die beabsichtigen, weniger zu investieren. Besonders kräftig wollen die Vorleistungsgüterproduzenten, die Investitionsgüterproduzenten, das Gastgewerbe, die Verkehrswirtschaft sowie das Kreditgewerbe investieren. So sehen sich 48 Prozent der Investitionsgüterproduzenten momentan in einer guten Geschäftslage. Dies ist ein Anstieg von zwölf Prozentpunkten gegenüber der Einschätzung zu Jahresbeginn. Der Anteil der Vorleistungsgüterproduzenten, die von schlechten Geschäften berichten, hat sich im gleichen Zeitraum auf zehn Prozent halbiert.
Beschäftigte. Die Unternehmen im Bezirk der IHK Frankfurt am Main planen für 2012, weiter Beschäftigung aufzubauen. Aktuell wollen 23 Prozent der Betriebe mehr Personal einstellen, in der Vorumfrage lag der Anteil bei 22 Prozent. 15 Prozent beabsichtigen, weniger Mitarbeiter zu beschäftigen; zu Jahresbeginn waren dies 13 Prozent. Insbesondere der Großhandel sowie die Dienstleister planen, ihren Personalbestand zu erweitern.
Branchen. Die Stimmung bei den regionalen Industrieunternehmen verbleibt aktuell auf dem guten Niveau vom Jahresbeginn. Dies ist insbesondere auf eine sehr positive Lagebewertung der Branche zurückzuführen. Aktuell sehen sich 48 Prozent der Industriebetriebe in einer guten Geschäftslage, nur zehn Prozent in einer schlechten. Besonders die Investitionsgüterproduzenten sind guter Dinge. Das Geschäftsklima steigt hier von 110 auf 127 Punkte. Ähnlich schwungvoll gestaltet sich die Stimmung im Verkehrsgewerbe. Der Klimaindex verbessert sich im Vergleich zur Vorumfrage um 14 Zähler und liegt nun bei 126 Punkten. Hier zeigt sich die gute Auftragslage in der Industrie, da die produzierten Güter auch transportiert werden müssen. Die Stimmung im Kreditgewerbe ist im Branchenvergleich überdurchschnittlich gut. 63 Prozent der Unternehmen berichten von guten Geschäften (Branchenschnitt: 43 Prozent). Dies sind 14 Prozentpunkte mehr als zu Jahresbeginn. Mit einer schlechteren Entwicklung in den kommenden Monaten rechnen sechs Prozent der Unternehmen (Branchenschnitt: elf Prozent). Aufgrund der Erwartung, dass der private Konsum weiter zunimmt, blickt der Einzelhandel wieder deutlich optimistischer in die nächsten Monate als noch zu Jahresbeginn. Dies folgt aus der weiterhin positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und den damit einhergehenden stabilen Einkommenserwartungen. Demnach steht einem Anteil von 31 Prozent der Einzelhändler, die mit günstigeren Geschäftsentwicklungen rechnen, lediglich ein Anteil von zehn Prozent der Betriebe gegenüber, die eine Verschlechterung erwarten. In der Vorumfrage gingen noch 29 Prozent von schlechteren Geschäften aus.
(IHK Frankfurt am Main)
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