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Jahresempfang der IHK

FrankfurtRheinMain hat unangefochtene Strukturvorteile

„Die Wachstumskräfte sind intakt“, sagte Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main in seiner Eröffnungsrede zum traditionellen Jahresempfang in der IHK Frankfurt vor rund 1500 Gästen.

Der IHK-Präsident zeigte sich daher optimistisch, dass mit einem prognostizierten Wachstum von einem Prozent eine stabile Entwicklung der Wirtschaft in FrankfurtRheinMain fortgesetzt werden könne. „Die deutsche Wirtschaft hat Strukturvorteile, die unsere europäischen Nachbarn auf Jahre hinaus nicht aufholen können“, sagte Dr. Müller.

Vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise machte Dr. Müller deutlich, dass „Europa in diesen schwierigen Zeiten die richtigen Lösungsvorschläge gemacht hat. Zum Euro gibt es keine Alternative.“ In seiner Eröffnungsrede verwies er zudem auf die Energiewende in Hessen. Er lobte das zügige Engagement der Landesregierung, einen Energiegipfel einzuberufen. Nun müsse es darum gehen, die Ergebnisse dieses Gipfels ebenso zügig umzusetzen. „Für die Wirtschaft zählt, schnellstmöglich praktikable Wege zu finden, die auch weiterhin eine sichere, zuverlässige und preislich wettbewerbsfähige Energieversorgung gewährleisten.“ Den eingeschlagenen Weg der Landesregierung, dass auch Kommunen im Energiesektor unternehmerisch tätig werden dürfen, hält Dr. Müller für falsch. „Dies können Unternehmen besser.“ Kommunen könnten vielmehr durch Pacht und Gewerbesteuer von dem privatwirtschaftlichen Engagement profitieren. Enttäuscht zeigte sich der IHK-Präsident zudem über die Stagnation im Regionalverband FrankfurtRheinMain. Zwar habe der Verband mit der Eröffnung einer Repräsentanz in Brüssel eine der IHK-Forderungen umgesetzt. Er appelliere aber an die Vertreter der Region, das nächste Jahr intensiv zu nutzen, um „unter Beteiligung der Wirtschaft durchzustarten und stärker als bisher zusammenzuarbeiten.“

Auch die Gastrednerin des Abends, Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung des Maschinenbauunternehmens Trumpf, lobte die Richtung, die die Bundesregierung angesichts der Schuldenkrise eingeschlagen hat. Vor dem Hintergrund der Vertrauenskrise in die Finanzmärkte plädierte Dr. Leibinger-Kammüller zum einen für mehr Stabilität und Ruhe im Finanzsektor, da die Unternehmen die Zurückhaltung ihrer Kunden nicht zuletzt aufgrund des „hektischen Auf und Ab an den Börsen und Finanzmärkten“ zu spüren bekämen. Zum anderen warb die Unternehmerin für eine verstärkte Kultur der Verantwortung in den Betrieben. Dabei betonte sie insbesondere die Kultur der Nachhaltigkeit, die es weiter zu pflegen gelte. „Es geht um eine Kultur, die den dauerhaften Unternehmenserfolg vor den schnellen Gewinn setzt.“

Die Wirtschaftsleistung Hessens hob Jörg-Uwe Hahn, Stellv. Ministerpräsident des Landes Hessen, in seiner Rede hervor. „2010 wurden pro Kopf 37.101 Euro erwirtschaftet. Damit liegt Hessen unangefochten an der Spitze der Flächenländer und fast ein Viertel höher als der Bundesdurchschnitt“, betonte Hahn. Damit das so bleibt, müsse der Fachkräftemangel eingedämmt werden. Auch beim Finanzplatz sieht Hahn Handlungsbedarf. Der Stellvertretende Ministerpräsident sprach sich gegen eine Finanztransaktionssteuer in der Eurozone aus.

Auch Dr. Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt, warnte vor der Einführung einer solchen Steuer : „Weil London, Paris und Frankfurt zusammen gehören, kann es nicht sein, dass wir uns im Alleingang die Transaktionsteuer vornehmen. Sie würde den Finanzplatz Frankfurt schwächen.“ Zudem betonte das Frankfurter Stadtoberhaupt, dass die Interessen von Stadtpolitik und Wirtschaft eng zusammen liegen. Die Wirtschaft Frankfurts sei nicht von großen produzierenden Unternehmen geprägt. „Aber in und um die Stadt werden die Geldströme gelenkt und Beratungsleistungen erbracht, ohne die die Waren nicht den Weg zu ihren Abnehmern finden, und viele Transporte gerade hochwertiger Güter werden über den Flughafen abgewickelt. Und davon profitieren zahlreiche andere Branchen. Dort werden nicht nur die Gewerbesteuern erwirtschaftet, sondern es entstehen Arbeitsplätze, die Wohlstand und Kraft für eine ganze Region sichern – und nicht zuletzt die Mittel erwirtschaften, aus denen von Infrastruktur über Bildungseinrichtungen bis zur Kultur all das möglich wird, was wir unter „Lebensqualität“ zusammenfassen.“

(IHK Frankfurt am Main)


 


 

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