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neue Beschäftigungsformen

Immer weniger normale Arbeitsverhältnisse - DGB gegen «Billigboom»

(bo/ddp.djn). Neue Beschäftigungsformen sind in Deutschland auf dem Vormarsch und haben die Arbeitsmarktentwicklung der vergangenen zehn Jahre maßgeblich geprägt. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, nahm die Zahl der Erwerbstätigen in sogenannten Normalarbeitsverhältnissen von 1997 bis 2007 um 1,5 Millionen ab. Gleichzeitig sei die Zahl der Personen in neuen oder atypischen Beschäftigungsformen in diesem Zeitraum um 2,6 Millionen angestiegen. Insgesamt ergibt sich für alle abhängig Beschäftigten eine Zunahme um 1,1 Millionen.

Unter Normalarbeitsverhältnissen werden laut Bundesamt
Beschäftigungsverhältnisse in Vollzeit und auf dauerhafter
vertraglicher Grundlage verstanden, zu den neuen, auch als atypisch
bezeichneten Beschäftigungsformen gehörten befristete oder
geringfügige Beschäftigung, Teilzeitarbeit sowie Zeitarbeit.

Trotz der Entwicklung ist das Normalarbeitsverhältnis den Angaben
zufolge nach wie vor die dominierende Form abhängiger Beschäftigung.
Knapp drei Viertel (22,5 Millionen) der 30,2 Millionen abhängig
Beschäftigten im Alter von 15 bis 64 Jahren, die nicht in Bildung
oder Ausbildung waren, befanden sich 2007 in einem
Normalarbeitsverhältnis. Demgegenüber arbeiteten 7,7 Millionen
Personen in neuen Beschäftigungsformen.

Der Anteil der Personen in einem Normalarbeitsverhältnis an allen
abhängig Beschäftigten ging bis 2007 auf 74,5 Prozent zurück, wie die
Statistiker weiter ermittelten. 1997 hatte der Anteil noch 82,5
Prozent betragen. Entsprechend stieg der Anteil der neuen
Beschäftigungsformen von 17,5 Prozent im Jahr 1997 auf 25,5 Prozent.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht in den Zahlen einen
weiteren Beweis dafür, dass ein zunehmender Anteil der Arbeitnehmer
«in unsichere, schlecht bezahlte und perspektivlose Jobs gedrängt"
wird. Die aktuelle Statistik zeige, dass eine Politik nach dem Motto
' Sozial ist, was Arbeit schafft' in eine Sackgasse führt und
Millionen von Beschäftigten in die Armut treibt, erklärte der DGB in
Berlin. Die Bundesregierung dürfe dem «Billigboom am Arbeitsmarkt»
nicht länger tatenlos zuzusehen. «Es ist und bleibt ein handfester
Skandal, dass immer mehr Beschäftigte von ihrer Arbeit nicht leben
und keinerlei Perspektive aufbauen können», sagte
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Dienstag in Berlin.

(rheinmain)


 


 

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