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Hochsaison für Erkältungen

Wenn ein Infekt dem anderen folgt: Warnsignale für angeborene Immundefekte

Niedrige Temperaturen, trockene Winter- und Heizungsluft – in der kalten Jahreszeit häuft sich die Zahl der Erkältungskrankheiten. Durchschnittlich dreimal im Jahr erwischt es uns, mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Doch nicht immer handelt es sich bei diesen Symptomen um eine harmlose Erkältung, vor allem dann nicht, wenn sie über Jahre hinweg übermäßig häufig auftreten und ständig wiederkehren. Dann kann auch ein angeborener Immundefekt die Ursache für die wiederholten Infektionen sein. In diesem Fall bildet das Abwehrsystem des Körpers nicht ausreichend Antikörper, um sich gegen Krankheitserreger zu wehren. Betroffene haben oft eine Ärzte-Odyssee hinter sich, bevor diese seltene Erkrankung ihres Immunsystems diagnostiziert wird. Experten schätzen die Zahl der Betroffenen in Deutschland auf rund 100.000, von denen aktuell lediglich ein Fünftel diagnostiziert ist. Dabei gibt es zahlreiche Warnhinweise, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Seit 18 Jahren setzt sich die Deutsche Selbsthilfe Angeborene Immundefekte (dsai) dafür ein, Ärzte und Betroffene für die Krankheit zu sensibilisieren.

Ein Kreislauf ohne Ende: Moritz hat Bronchitis, Moritz geht zum Kinderarzt, der Arzt verschreibt Antibiotika. Moritz ist kurze Zeit gesund – und Moritz wird ein paar Tage später wieder krank . So wie dem 15-Jährigen geht es vielen Patienten, die an einem angeborenen Immundefekt leiden. Im schlimmsten Fall führt der lange Leidensweg voller Fehltherapien zum frühzeitigen Tod. „Insgesamt gibt es mehr als 150 verschiedene Arten von primären Immundefekten, die mitunter keine eigenen Symptome haben, sondern beispielsweise als gewöhnliche Infektion der Stirnhöhlen, Ohren oder Lunge auftreten“, stellt Prof. Dr. Reinhold E. Schmidt, Direktor der Abteilung Klinische Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover, fest.

Warnhinweise bei Kindern: Mehr als zwei Lungenentzündungen pro Jahr; mehr als zwei schwere Nasennebenhöhlen-Entzündungen im Jahr; mehr als acht neue Ohr- Infektionen in einem Jahr; Knochenmarks- und Hirnhautentzündungen oder schwere Infektionen; dauerhafter Belag imMund nach dem 1. Lebensjahr; Erkrankungen durch normalerweise ungefährliche Bakterien; unklare Rötungen bei Säuglingen an den Händen und Füßen; wiederkehrende tiefe Haut- oder Organabszesse; mehr als zwei Monate Antibiotikatherapie ohne Effekt; primäre Immundefekte in der Familie; durch Impfungen ausgelöste Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen; geringes Wachstum, geringes Körpergewicht.

Warnhinweise bei Erwachsenen: Vier oder mehr Infektionen innerhalb eines Jahres, die mit Antibiotika behandelt werden müssen (Otitis, Bronchitis, Sinusitis, Pneumonie); rezidivierende Infektionen oder eine Infektion mit dem Bedarf einer verlängerten Antibiotikatherapie; zwei oder mehr schwere bakterielle Infektionen (Osteomyelitis,Meningitis, Septikämie, Gewebsentzündung); zwei oder mehr radiologisch nachgewiesene Pneumonien innerhalb von drei Jahren; Infektion mit ungewöhnlicher Lokalisation oder mit ungewöhnlichem Erreger; primärer Immundefekt in der Familie „Ist die Krankheit richtig erkannt und bekommen die Patienten rechtzeitig eine Immunglobulin-Therapie, können sie ein nahezu normales Leben führen“, erklärt Gabriele Gründl, die Vorsitzende der dsai.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.dsai.de oder unter der Telefonnummer 08074 8164.


(dsai)


 


 

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