Gründung
Institut für Weltkirche und Mission in Frankfurt
Frankfurt am Main. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen haben am Montag in Frankfurt am Main das Institut für Weltkirche und Mission gegründet. In der Vergangenheit habe christliche Verkündigung nicht immer die Freiheit des Menschen respektiert, sagte Gründungsrektor Albert-Peter Rethmann in seiner Eröffnungsrede. Gleichwohl sei die Kirche stets «Weltkirche und Mission». Das Frankfurter Institut wolle nun Beiträge dazu leisten, den Missionsbegriff «dialogisch und interaktiv» zu verstehen. Grußworte katholischer Würdenträger begleiteten Rethmanns Amtsantritt.
Die Kirche sei aufgerufen, Antworten zu finden, wie gerechte Verhältnisse in der Welt aus dem Evangelium heraus gestaltet werden könnten, sagte Rethmann. Für diese Suche werde die neue Hochschuleinrichtung ein Forum sein. Das Institut werde Christen wissenschaftlich dabei begleiten, ihre Botschaft «in die Lebenswelt der Menschen hineinzusprechen».
Noch in diesem Sommer werde das Frankfurter Institut zusammen mit deutschen und afrikanischen Wissenschaftlern neue Forschungen zur HIV-Problematik beginnen, sagte Rethmann der Nachrichtenagentur ddp. «Aus christlicher Sicht geht es dabei eben nicht nur um die blöde Kondomfrage.» Thematisiert werden müssten auch unterschiedliche Traditionen in Europa und anderen Teilen der Welt sowie existierende Geschlechterrollen.
Christliche Mission dürfe sich in vielen Fragen «kritisch» mit kulturellen Gegebenheiten vor Ort auseinandersetzen, sagte Rethmann. «Aber nicht mehr, um Gegenwelten zu schaffen.» Am Institut der St.-Georgen-Hochschule stehe die Forschung zu einem neuen Missionsverständnis im Vordergrund. Der Lehrbetrieb beginne im Sommersemester 2010 mit einer Vorlesung für Studenten. Nach Auskunft der Hochschule studieren in Frankfurt zurzeit gut 300 angehende katholische Theologen, darunter 27 Priesterkandidaten.
Mit der Gründung des Instituts, das von der DBK, der Hochschule St. Georgen und dem Jesuiten-Orden getragen wird, ist auch die Errichtung eines Lehrstuhls verbunden, den der 48-jährige Rethmann ab sofort bekleidet. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte beim Gründungsfestakt, den deutschen Bischöfen sei «nachdrücklich daran gelegen, dass die weltkirchlich-missionarische Dimension der Kirche in der Welt von heute in neuer Weise im Raum der Wissenschaften verankert wird». Schick ist auch Vorsitzender der DBK-Kommission Weltkirche.
Auf dem St.-Georgen-Campus verfolgten Studenten am Montag die Gründungsfeierlichkeiten. Die 30-jährige Theologiestudentin Leslie Seymor begrüßte die Einrichtung des neuen Instituts. Sie wünsche sich allerdings »mehr Lehrveranstaltungen», sagte sie. Ihre Kommilitonin Marion Marb hat sich am Weltkirche-Institut bereits eine Stelle als studentische Hilfskraft gesichert. «Meine Mutter ist Indonesierin», erzählt die 20-Jährige. «Das Verständnis von Mission ist für mich im Theologiestudium von besonderer Brisanz.»
Quelle: ddp
(Redaktion)
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