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Jüdische Gemeinden streben bessere Integration von Neumitgliedern an

(bo/ddp-hes). Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen will die Betreuungsangebote für immigrierte Neumitglieder ausweiten.

«Um ihnen sowohl bei der Integration in die Gemeinde als auch beim Leben in Deutschland zu helfen, wollen wir unsere Strukturen professionalisieren«, sagte Geschäftsführer Daniel Neumann der Nachrichtenagentur ddp. Ziel müsse es sein, den neuen Gemeindemitgliedern beispielsweise durch jüdische Kindergärten, Schulen und Seniorenheime entsprechende Hilfe anzubieten. In Hessen gebe es bisher allerdings außerhalb Frankfurts lediglich in Offenbach einen jüdischen Kindergarten, fügte der 36-Jährige hinzu.

Notwendig seien Hilfen speziell für die große Zahl von Neumitgliedern aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Vor allem deren Zuzug sei es zu verdanken, dass die jüdischen Gemeinden ihre Mitgliederzahlen seit Anfang der 1990er Jahre vervielfacht hätten, betonte Neumann. «In der Zeit davor zählten die hessischen Gemeinden ohne Frankfurt rund 1500 Menschen», fügte Neumann hinzu. Derzeit liege die Mitgliederzahl der zehn Gemeinden, für die der Landesverband zuständig ist, bei ungefähr 5200.

Generell sei beabsichtigt, etwa hauptamtliche Lehrer und Sozialarbeiter in den Gemeinden zu beschäftigen, um das Hilfsangebot für die Immigranten zu erweitern, betonte Neumann. Dafür seien aber entsprechende Mittel notwendig. Noch in diesem Jahr werde über einen Anschlussvertrag zur Unterstützung der Gemeinden zwischen dem Verband und dem Land Hessen verhandelt. Er hoffe darauf, dass es hier finanziell «noch Spielraum nach oben» gebe. Im Zeitraum von 2008 bis 2010 betrage die Leistung des Landes 3,7 Millionen Euro. 70 Prozent der Mittel erhält Neumanns Angaben zufolge die Jüdische Gemeinde in Frankfurt.

 Ferner forderte Neumann, «weiterhin entschieden gegen Rechtsextremismus» in Hessen vorzugehen. Auch wenn im Landtag keine rechtsextreme Partei vertreten ist, sei die Bedrohung der jüdischen Gemeinden jedoch real. »Der Umstand, dass wir in Hessen etwa mit Friedhofsschändungen zu tun haben, belegt dies», verwies Neumann auf das Schutzbedürfnis der jüdischen Gemeinden.

(ddp)


 


 

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