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Ausländerbeirat lobt Wiesbaden als Vorreiter in Sachen Integration

(bo/ddp-hes). Der Wiesbadener Ausländerbeirat bescheinigt der hessischen Landeshauptstadt Vorbildcharakter in Sachen Integration. «Wenn ich mit anderen Kommunen rede, stelle ich immer wieder fest, dass wir denen meilenweit voraus sind», sagte der Vorsitzende des Ausländerbeirats, Salih Dogan, im Interview mit der Nachrichtenagentur ddp.

So habe Wiesbaden als erste Stadt in Deutschland im Jahr 1972 einen Ausländerbeirat einberufen, vor sechs Jahren ein eigenes Integrationsamt geschaffen und im September 2007 eine Integrationsvereinbarung mit muslimischen Vereinen geschlossen. Letzteres ebenfalls als erste Kommune in Deutschland.

Natürlich gebe es auch in Wiesbaden «die eine oder andere Stelle mit Problemen», sagte Dogan weiter. Insgesamt sei aber das Klima zwischen Stadtpolitikern und Ausländerbeirat «sehr harmonisch»: «Man geht mit Problemfällen konstruktiv um, man setzt sich zusammen und löst Probleme gemeinschaftlich». Dazu beigetragen habe vor allem auch, dass er als Vorsitzender des Ausländerbeirats einen Sitz im Stadtparlament habe und dort auch Rederecht zu Integrationsthemen besitze. «Man kann dann dort gewisse Themen und Bedenken platzieren, und man wird gehört», sagte der 29-Jährige.

 Von den Ernennung Wiesbadens zur Integrationskommune erhoffe er sich, dass Problemfelder jetzt schneller bearbeitet werden können. Das größte Defizit ist nach Ansicht Dogans noch im Bildungsbereich vorhanden. Er forderte, das dreigliedrige Schulsystem zu überdenken und die Lehrer für die Fähigkeiten von Migrantenkindern zu sensibilisieren. Bislang würden noch zu viele Migrantenkinder zu Hauptschulkarrieren abgestempelt. «Wir brauchen eine Kontrollfunktion für diese Lehrerentscheidungen», sagte er.

Wiesbaden war im Oktober 2009 als Teilnehmer des Modellprojekts Integrationskommune ausgewählt worden. Am Freitag wollen Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) die Schwerpunkte der weiteren Arbeit vorstellen. In Wiesbaden leben rund 70 000 Menschen mit Migrationshintergrund, davon haben 48 000 einen ausländischen Pass.

(ddp)


 


 

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