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Börsenkompass

Die tägliche Einschätzung der deutschen Börse

Das Topthema des Tages beruht heute auf den stärkeren Investitionen der Industrieunternehmen der USA. Durch die überraschende Verlängerung der Nullzinspolitik tendierte der Aktienmarkt am gestrigen Tag sehr freundlich.

Rentenmarkt / Konjunktur

An den Rentenmärkten herrschte gestern eine freundliche Stimmung, während der USD unter Druck kam. Offensichtlich wirkte die Botschaft der FOMC-Sitzung vom Vortag nach, die da war: Die Fed wird aller Voraussicht nach frühestens Ende 2014 zur Leitzinswende schreiten, also rund anderthalb Jahre später, als es zuvor geheißen hatte – und sie ist außerdem bereit, ihr quantitatives Pro-gramm abermals aufzustocken, sollte die US-Wirtschaft ins Stottern kommen. Die Konjunkturdaten des gestrigen Tages waren freilich nicht dazu angetan, ei-nen solchen Verdacht zu nähren. So übertrafen die Auftragseingänge langlebi-ger Wirtschaftsgüter die Erwartungen), und auch die Zahl der wöchentlichen Erstanträge zum Bezug von Arbeitslosengeld hat sich mittlerweile deutlich unter-halb der Marke von 400.000 pro Woche etabliert. Der Index der Frühindikatoren blieb zwar unter den Erwartungen (Dezember: +0,4% M/M nach abwärtsrevidier-ten +0,2% M/M), doch war es der 8. Anstieg in Folge. Etwas enttäuschend wa-ren indes die Neubauverkäufe (-2,2% M/M im Dezember), sie pendeln auf histo-risch niedrigem Niveau seit Mitte 2010 seitwärts. Freundlich tendierten gestern auch italienische Staatsanleihen; die Versteigerung von 4,5 Mrd. EUR 2-jähriger Papiere fand rege Nachfrage. Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen und Ren-diteaufschläge ggü. Bundesanleihen fielen auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember. Wichtig heute: die US-BIP-Daten für das 4. Quartal und die Verhand-lungen zum freiwilligen Forderungsverzicht der Gläubiger Griechenlands.

Aktienmarkt

Die europäischen Aktienmärkte tendierten gestern sehr freundlich. Die Leitindizes legten um bis zu 3,6% (Österreich) zu. Verantwortlich für die erneut positive Kurstendenz zeichnete v.a. die überraschende Verlängerung der Nullzinspolitik der US-Notenbank bis mindestens 2014. Darüber hinaus bekam der Markt Rückenwind vom besser als erwartet ausgefallenen Konsumklima-Index in Deutschland sowie von der Hoffnung auf eine baldige Einigung Griechenlands mit seinen privaten Gläubigern. In diesem Umfeld legte der Dax um 1,8% zu. Tagesgewinner war die Aktie von RWE (+5,2%), die von einer positiven Analystenstudie profitierte. Gefragt waren v.a. zyklische Titel wie ThyssenKrupp (+4,5%), HeidelbergCement (+3,5%) oder Lufthansa, die nach einer Kaufempfehlung um 3,7% stieg. Die Notierung von Wacker Chemie büßte dagegen nach schwächeren Zahlen 2,4% ein. Auf europäischer Sektorebene legten Rohstofftitel als Tagesgewinner im Schnitt 3,3% zu (Automobile: +2,7%). Defensive Sektoren wie Pharma sowie Nahrungsmittel & Getränke gewannen nur rd. 0,3%. Die Börsen in den USA gaben etwas nach (Dow Jones: -0,2%). Die gesenkten Konjunkturprognosen der Fed sowie zum Teil schwächer als erwartete Konjunkturdaten (Neubau-verkäufe) sorgten für Gegenwind. Im Gegensatz zu Europa tendierte der Versorgersektor (+0,3%) hier am stärksten. Die Branchen Telekom und Energie büßten mit 1,9% bzw. 1,3% am kräftigsten ein. Die asiatischen Märkte tendierten heute uneinheitlich. Während der Topix um 0,5% nachgab, legte der KOSPI u.a. aufgrund guter Zahlen von Samsung Electronics um 0,4% zu. H-Aktien tendierten in Hongkong gegen Nachmittag (Ortszeit) nahezu unverändert.

Topthema des Tages

US-Industrie investiert im Dezember wieder stärker

Nach schwachen Investitionen im Herbst haben die Industrie-unternehmen in den USA im Dezember wieder mehr Kapitalgüter geordert. Dies zeigten gestern die Auftragseingänge für langlebige Güter. Die Daten fielen insgesamt sehr gut aus – auch wenn man die Betrachtung nicht auf die Kapitalgüter beschränkt. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Bestellungen um 3% an. Die Einkaufsmanagerindizes und Indikatoren zur Unternehmensstimmung hatten eine positive Entwicklung zum Jahresende hin bereits angekündigt. Die positiven Analystenerwartungen wurden sogar übertroffen. Mit 18% ggü. Vormonat stiegen vor allem die Bestellungen für zivile Flugzeuge überraschend kräftig. Nach dem sprunghaften Anstieg im November um 88% war eigentlich mit einer Gegenbewegung zu rechnen. Besser als erwartet war mit 2,1% ggü. Vormonat auch der Zuwachs der Auslieferungen.

Die Auslieferungen von Investitionsgütern, die direkt in die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts einfließen, stiegen zwar ebenfalls kräftig um 2,9%, dennoch dürften die gesamtwirtschaftlichen Daten heute für das Schlussquartal kaum mehr als eine Stagnation der Ausrüstungsinvestitionen zeigen – dazu hat sich die Investitionstätigkeit nach dem Sommer zu stark abgekühlt. Jetzt deuten die Umfragedaten darauf hin, dass in der Industrie nicht nur wieder mehr investiert wird, sondern dass die Firmen auch neue Stellen schaffen. Die Frühindikatoren zeigen, für Januar eine Fortsetzung der positiven Entwicklung. Zu Beginn des Jahres sind aber teilweise die steuerlichen Sonderabschreibungen weggefallen, dies könnte die Investitionsneigung etwas gebremst haben.

(ots / Commerzbank AG)


 


 

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