Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Lokale Wirtschaft
Weitere Artikel
  • 07.10.2011, 11:05 Uhr
  • |
  • Frankfurt/Gravenbruch
  • |
  • 0 Kommentare
36. Journalistenstammtisch

Nach dem Abstieg ist vor dem Aufstieg

Kein Eintracht-Fan denkt gerne zurück an den Moment, als der Abstieg seiner Mannschaft klar war. Steffen Ball ist solch ein Fan: ein Eintracht-Fan, seit er denken kann. Beim 36. Journalistenstammtisch im Kempinski Hotel Gravenbruch Frankfurt sprach er mit Carsten Knoop über diesen Moment und dessen Auswirkungen auf Knoops Arbeit: Carsten Knoop ist seit 2001 Pressesprecher und Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Eintracht Frankfurt Fußball AG.

Die Gäste des Journalistenstammtischs wurden schon zur Begrüßung auf das Thema eingestimmt: An einer Torwand, wie man sie aus dem „Aktuellen Sportstudio“ kennt, versuchte sich so manch einer als Torschütze. Das Thema des sich anschließenden, traditionellen 300-Sekunden-Statements lautete „Mediale Arbeit an der Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: Auswirkungen des Abstiegs auf die Pressearbeit bei einem Traditionsclub“. Seine Arbeit sei seit dem Abstieg lediglich etwas geringer und überschaubarer geworden, so der Pressesprecher. „Ich muss jetzt beim Kicker weiter nach hinten blättern um uns zu finden“, scherzte Knoop. Doch im Großen und Ganzen sei er mit dem Volumen der regionalen Berichterstattung zufrieden. „Der Unterschied zur ersten Liga ist hier nicht so stark. Akkreditierungen und Anfragen sind kaum geringer. Viel mehr bemerkt man den Unterschied bei der Berichterstattung in den überregionalen Medien“. In den klassischen Boulevardsendungen seien jetzt keine bunten Geschichten über die Spieler mehr zu sehen. Da erinnert ihn Ball, Moderator und Mitveranstalter des Journalistenstammtischs, an ein mediales Erdbeben: Christoph Daums kurzes Zwischenspiel bei der Eintracht. „Das waren Lehrjahre für mich“, sagt Knoop. „Gleich an Daums erstem Arbeitstag bekam ich die Ansage, an sieben Tagen 24 Stunden für ihn da sein zu müssen“, erzählt der Vater von Zwillingen. Dass die „Daum-Ära“ dann schon nach wenigen Wochen ein Ende nahm, war für Knoop kein wirkliches Problem.

Vor allem hatten aber die beim Stammtisch anwesenden Kollegen der Presse großes Interesse an dem brisanten Thema der Fanausschreitungen. Platzsturm in Köln, ein Plakat mit der Aufschrift „Bomben auf Dresden“ und weitere Ausschreitungen riefen bundesweit Entsetzen hervor. Was wird getan, um die Fans zu beruhigen? Wie versucht man, gegen solche Ausschreitungen vorzugehen? Laut Knoop hat die Eintracht rund 3.000 Fans, die sie zu Auswärtsspielen begleiten, davon sind 10 bis 30 gewalttätig. „Auch wenn die Zahl überschaubar klingt, ist es nicht leicht, diese Gruppe in den Griff zu bekommen.“ Zwar distanziert sich die Mehrheit der Fans von den Ultras, jedoch ist der Zusammenhalt groß genug, um im entscheidenden Moment „Beihilfe“ zu leisten. Stadionverbote, Geldstrafen und nicht zuletzt eine „Liste der Selbstverständlichkeiten“ sind Maßnahmen, mit denen der Verein die Situation in den Griff bekommen will. Referent Knoop hofft aber vor allem auf eine „Selbstreinigung“, da er sich auch ein Stück weit zur Hilflosigkeit bekennen muss. Wenn diese „Selbstreinigung“ nicht eintrete, könne es in Zukunft auch zur Abschaffung von Stehplätzen und Preiserhöhung der Karten kommen.

Am Ende des „Small Talks in der Gerüchteküche“ verriet Knoop noch, wie seine Lieblingsberichterstattung aussehen würde: „Joachim Löw lädt Jung und Rode in die Nationalmannschaft ein. Nach mehr als 21 Jahren sind Spieler der Eintracht in der Nationalelf vertreten.“ Und so hofft auch Eintracht-Fan Steffen Ball, dass es bei seiner Mannschaft bergauf geht und bei Knoops nächstem Besuch die Rede von der ersten Liga sein wird.

Fotos der Veranstaltung finden sie hier.

(Redaktion)


 


 

Knoop
Journalistenstammtisch
Fan
Abstieg
Berichterstattung
Eintracht Frankfurt
Ausschreitungen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Knoop" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: