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  • 15.04.2011, 09:03 Uhr
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33. Journalistenstammtisch

Nachrichten-Profi im „Kreuzverhör“

Eine Hochzeit ist immer ein besonderes Ereignis. Eine „Agenturhochzeit“ zumindest für Journalisten und Redakteure erst recht. Deshalb zog es am Mittwoch, 13. April, zahlreiche Pressekollegen ins Kempinski Hotel Gravenbruch, um beim 33. Journalistenstammtisch Näheres zur „Heirat“ von AP und ddp zu hören.

Peter M. Gehrig, Chefredakteur der im Herbst 2009 gegründeten Nachrichtenagentur dapd, stand den Anwesenden Rede und Antwort.

Als Marketing-Verantwortlicher beim Kempinski Hotel Gravenbruch, dem Partner des Journalistenstammtisches, freute sich Stefan Fischer ganz besonders über die große Schar der Pressevertreter. Und er bemerkte, dass diese 33. Veranstaltung auf den Tag genau mit seinem „Dienstbeginn“ vor zwei Monaten zusammenfiel.

Der Mitveranstalter und Moderator des Abends, Steffen Ball, bezeichnete den Chefredakteur Peter Gehrig als einen „altgedienten Recken im Nachrichtengeschäft“ und attestierte ihm aufgrund seiner Vita ein „sehr bewegtes Journalistenleben“. Der 63-Jährige stieg im Sommer 1968 bei der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ein, absolvierte nebenher eine Ausbildung zum Dolmetscher und zum Börsenmakler an der New York Stock Exchange (NYSE). Nach einem Zwischenspiel bei einem US-Makler kehrte er zur AP zurück und war seit 1990 Chefredakteur des deutschen Nachrichtendienstes der AP. Seit 2010 ist er nun als Chefredakteur der neu gegründeten Nachrichtenagentur dapd Leiter der dapd-Akademie.

„Warum braucht Deutschland die dapd?“, fragte Steffen Ball den Nachrichten-Profi beim Journalistenstammtisch am Mittwochabend. Der Geschäftsführer der BALL : COM Communications Company GmbH ließ ihn ein 300-Sekunden-Statement zum Thema „1 + 1 = 3 (?) – die Chancen und Risiken beim Zusammenschluss zweier Nachrichtenagenturen am Beispiel dapd“ abgeben.

Der Chefredakteur erklärte die Intention seines neuen Dienstes: Man wolle dem Marktführer dpa Konkurrenz machen. Deshalb nimmt beim dapd auch ein eigener Sportdienst am 15. April seine Arbeit auf. Das Ressort wurde mit rund 45 Redakteuren aus dem Boden gestampft. Dadurch vollziehe man den letzten erforderlichen Schritt auf dem Weg zur Vollagentur, so Peter Gehrig. Die Sportredaktion sei eine Investition in die Zukunft. Deshalb hätten die Eigner auch fünf Jahre avisiert, bis schwarze Zahlen geschrieben werden können.
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„Wir sind in der Phase der Konsolidierung und Bearbeitung des einst festgefügten Marktes“, machte der 63-Jährige klar. Unumwunden gab er aber auch zu, dass man nach dem Zusammenschluss von AP und ddp viele gute Leute vor allem an den Konkurrenten verloren habe – frei nach dem Motto „Our loss is your gain“. Zwei Agenturkulturen – die zu Recht stolzen AP-Redakteure und die zu Unrecht manchmal unterbewerteten ddp-Redakteure – mussten erst zusammenwachsen.

„Es gibt einen Marktführer, der in einem gemachten Nest sitzt. Wir versuchen, ihm die Kunden abzujagen“, erklärte Peter Gehrig, musste auf Nachfrage von Steffen Ball aber zugeben, dass das bisher noch nicht gelungen sei. „Wir hatten während des Umbruchs schon manchmal Mühe, den Kundenstamm unserer zwei alten Agenturen zu halten.“ Allerdings habe man im Internet sehr viele neue Kunden gewonnen.

Dennoch brauche Deutschland eine zweite Vollagentur, meinte der Gastredner des Abends. Zum einen könnten die Journalisten so Ereignisse und Gegebenheiten kreuzweise prüfen, zum anderen erhalte man bei dapd auf telefonische Anfragen eine klare Antwort, zum dritten seien die Nuancen der Berichterstattung unterschiedlich. „Das Internet hat uns stark geprägt, die Schreibe hat sich geändert“, erklärte er und sprach von einer „durchaus aufgejazzten Sprache“.

Bevor die Journalistenschar zum Small Talk und zum Schlemmen am warmen Buffet überging, galt es noch, zwei Preise zu verlosen, die das Audi Zentrum Frankfurt als Sponsoring -Partner dieses Abends zur Verfügung gestellt hatte. Wer eine Visitenkarte abgab, der konnte entweder ein Wochenende mit dem TT Roadster oder A5 Cabriolet gewinnen, oder ein Wochenende mit dem A1 mit Competition kit.

Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

(Redaktion)


 


 

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