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Streik

Occupy Frankfurt stemmt sich gegen Räumung des Camps

Kritik an Vorgehen der Stadtverwaltung - Hungerstreik und Demo am Samstag

Die Bewohner des Occupy-Camps vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank ( EZB ) in Frankfurt am Main wollen ihr Zeltlager nicht ohne Gegenwehr verlassen. Aus Protest gegen die Verfügung des städtischen Ordnungsamts, das besetzte Areal nach dem 31. Juli freizugeben, trat ein Aktivist der Kapitalismuskritiker am Dienstagmorgen in den Hungerstreik. Auch mit spontanen Konzerten und einer bereits genehmigten Demonstration am Samstag (28. Juli) wollen die Aktivisten dem Behördenbeschluss Widerstand entgegensetzen.

Eine Duldung des Camps werde es ab August nicht mehr geben, hatte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) verfügt. Unter anderem seien im Lager Hygieneauflagen nicht erfüllt worden. Außerdem habe sich das Areal "in ein Camp sozialer Randgruppen mit den entsprechenden inakzeptablen Begleitumständen gewandelt". Frank kündigte an, das Gelände nötigenfalls räumen zu lassen. Das Ordnungsamt will die am Mittwoch (25. Juli) auslaufende Genehmigung des Zeltlagers nicht verlängern, gibt den Besetzern aber Zeit, ihre Zelte bis Monatsende abzubauen.

"Unser Protest ist weiter nötig"

Aus Protest hat der 38-jährige Aktivist Jan Umsonst am Dienstag einen zunächst unbefristeten Hungerstreik begonnen. Er werde während seines Fastens auch meditieren, sagte Umsonst. "Unser Protest ist weiter nötig", betonte er.

Bereits am Montag hatte die deutsch-afrikanische Musikgruppe Black & White ein Solidaritätskonzert im Camp gegeben. Zusätzlich will bis Samstag ein Saxofonspieler immer wieder spontan vor der EZB-Zentrale auftreten. Für Mittwoch (25. Juli, 12.00 Uhr) lud Occupy zu einer Pressekonferenz in die Zeltstadt ein.

Die Anmeldung für die Demonstration am Samstag durch Frankfurts Innenstadt ging am Dienstag beim Ordnungsamt ein. "Wir erwarten einen reibungslosen Verlauf", sagte ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur dapd: "Es ergeht kein Verbot." Angemeldet worden sei ein Protestzug mit 500 Menschen. Start der Demonstration ist um 12.00 Uhr am Rathenauplatz. Im Anschluss ist eine Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz zu Füßen des EZB-Hochhauses geplant.

(Stefan Höhle)


 


 

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1 Kommentar

von Heinrich Menzel
27.07.12 14:28 Uhr
Fasten und meditieren

Ein Hungerstreik für den Erhalt des Camps? Wozu das? "Unser Protest ist weiter nötig", betont Jan Umsonst. Protest wogegen? Das hat Occupy in all den Monaten nie deutlich machen können. Auch hier wird wieder mal nicht klar, was die genaue Ausrcihtung von Occupy ist. Neun Monate waren nicht genug Zeit, um irgendwas Substanzielles zustande zu bringen. Das ist Occupy. Kein Wunder, dass die Unterstützung aus der Bevölkerung ausbleibt.

Warum hat man keinen Hungerstreik gegen die üblen Machenschaften der Bankster gesehen? Das Hemd sitzt den "Aktivisten" wohl näher als die Hose.

 

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