Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Aktuell News
Weitere Artikel
Wirtschaftskrise

Kannegiesser: «Möglichst lebend aus der Krise kommen»

(bo/ddp.djn). Angesichts der Unsicherheiten infolge der weltweiten Wirtschaftskrise verzichtet der Arbeitgeberverband Gesamtmetall in den kommenden zwei Monaten auf Prognosen hinsichtlich der Geschäftserwartungen. In diesem Jahr müssten sich die Unternehmen voll drauf konzentrieren, «möglichst lebend und einigermaßen unversehrt aus der Krise zu kommen», sagte Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser am Dienstag in Berlin. Zugleich wies er darauf hin, dass es sich bei der derzeitigen Schieflage nicht um eine Strukturkrise der Branche, sondern um eine Konjunkturkrise handele.

Kannegiesser betonte erneut, dass die Betriebe versuchten, an ihren Belegschaften festzuhalten. Dazu habe Ende 2008 bereits jedes zehnte Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. Derzeit seien bis zu 300 000 Mitarbeiter davon betroffen. Die Guthaben der Arbeitszeitkonten nähmen bereits knapp 87 Prozent der Unternehmen in Anspruch.

Hinsichtlich der mit der Gewerkschaft vereinbarten zweistufigen Lohnerhöhung für die Metall-Branche sagte Kannegiesser, dass die wirtschaftliche Situation für viele Betriebe die Verschiebung der zweiten Stufe im Mai notwendig machen werde. Er forderte die Gewerkschaft auf, sich entsprechend «vertragskonform» zu verhalten.

Die IG Metall lehnt diese Forderung jedoch ab. «Den Vorschlag weisen wir zurück. Einen Freibrief von uns wird es nicht geben» sagte der Chef der IG Metall Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, der «Rheinischen Post» (Mittwochausgabe). Die Betriebsräte würden in jedem Einzelfall genau prüfen, ob eine Verschiebung wirtschaftlich notwendig sei und ob sich die Probleme des Betriebes dadurch lösen ließen.

Der Tarifvertrag sieht vor, dass die Löhne zum 1. Mai um 2,1 Prozent steigen. Diese Erhöhung ist um bis zu sieben Monate verschiebbar, wenn der Betriebsrat zustimmt. Betriebe in Not könnten Arbeitszeitkonten weiter abbauen, Kurzarbeit nutzen oder die Wochenarbeitszeit von 35 auf 30 Stunden senken, erklärte Burkhard.

Von der Politik verlangte Kannegiesser unterdessen, Einzelheiten der tariflich vereinbarten Beschäftigungssicherungen nicht länger zu diskriminieren. So wirke sich die jeder Firma zustehende begrenzte Reduzierung der Arbeitszeit und -entgelte auf einen späteren Arbeitslosengeldanspruch aus.

(Redaktion)


 


 

Wirtschaftskrise

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Wirtschaftskrise" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: