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Arbeitnehmer stellen Bedingungen

Kein Stellenabbau oder Werksverkauf bei Opel

(bo/ddp-hes). In der Diskussion um Sparmaßnahmen bei dem Autohersteller Opel haben jetzt die Arbeitnehmer ihre Bedingungen genannt. «Einen Beitrag der Arbeitnehmer machen wir von der Vorlage eines transparenten Geschäftsmodells für Europa abhängig», sagte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz dem «Handelsblatt» (Montagausgabe). Unterdessen erklärte der Präsident von General Motors (GM) Europa, Carl-Peter Forster, dass auf die GM-Tochter Opel zwar «harte Zeiten» zukämen, aber: «Werksschließungen, Werksverkäufe oder Arbeitsplatzabbau stehen dabei nicht auf der Tagesordnung.»

Forster sagte der «Welt am Sonntag» weiter, dass er derzeit in
Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern stehe. Dabei gehe es um
die Frage, wie das Unternehmen «noch effizienter werden» könne. Die
derzeitige Marktsituation fordere «Einschnitte» und Zugeständnisse
von allen Beteiligten.

Die Arbeitnehmer haben bereits entsprechende Vorschläge
entwickelt. Nach Angaben von Franz ist auch eine Beteiligung der
Mitarbeiter an Opel möglich. Zumindest müsse das Geschäft von GM in
Europa auf neue Füße gestellt werden und dieser Schritt, ebenso wie
eine mögliche Bürgschaft , vertraglich abgesichert werden. Ohne ein
Entgegenkommen würden die Arbeitnehmer freiwillig keinen Cent zur
geplanten Senkung der Strukturkosten in Europa beitragen.

Seit Anfang November verhandelt das Management mit der Belegschaft
über ein Sparpaket, mit dem die Strukturkosten um 750 Millionen
Dollar gesenkt werden sollen. Die Führung der deutschen
GM- Tochtergesellschaft bemüht sich zugleich um eine
Milliarden-Bürgschaft von Bund und Ländern, um sich gegen eine
drohende Zahlungsunfähigkeit des Mutterkonzerns zu wappnen.

Opel-Chef Hans Demant hatte vor wenigen Tagen klargestellt, dass
der Konzern das Sparpaket in Europa unabhängig von den möglichen
Staatsbürgschaften für den Rüsselsheimer Autobauer brauche, um sich
auf den erwarteten Nachfragerückgang im kommenden Jahr einzustellen.
Das Management verhandelt deshalb momentan mit dem Betriebsrat über
ein Bündel von Maßnahmen. Dazu zählen eine Reduzierung der
Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden, eine Nullrunde für die
Beschäftigten, der Wegfall von Bonuszahlungen für Manager und das
Zurückholen von ausgelagerten Arbeiten, um Arbeitsplätze zu sichern.

Der US-amerikanische Mutterkonzern lotet derzeit alle
Möglichkeiten aus, um die dramatischen Liquiditätsprobleme unter
Kontrolle zu bringen. Einem Bericht des «Wall Street Journals» vom
Wochenende zufolge erwägen die Mitglieder des Leitungs- und
Kontrollgremiums von GM auch einen möglichen Antrag auf
Gläubigerschutz. Damit brächten sich die Mitglieder in Opposition zum
GM-Geschäftsführer Rick Wagoner.

Wagoner hatte in dieser Woche vor dem US-Kongress erklärt, GM sei
der Meinung, ein Antrag auf Gläubigerschutz sei keine Alternative für
den Automobilkonzern. Stattdessen konzentriere sich GM darauf, die
Politik zu überzeugen, finanzielle Unterstützung zu gewähren. In
einer jetzt an die Zeitung gesendeten Stellungnahme erklärte GM, die
Geschäftsführung habe die Möglichkeit einer Insolvenz diskutiert, sei
aber der Meinung, dies sei keine brauchbare Lösung für die
Liquiditätsprobleme des Konzerns.

GM kämpft seit einiger Zeit mit großen Absatzproblemen und hat
drastische Sanierungsmaßnahmen beschlossen. Die Marke Hummer soll
verkauft werden, außer den Marken Chevrolet und Cadillac stehen alle
weiteren fünf Marken des Konzerns derzeit zur Disposition. Nach
eigenen Angaben reicht die Liquidität des Autoherstellers nur bis zur
ersten Jahreshälfte 2009. Schätzungen zufolge schreibt der Konzern
derzeit einen monatlichen Verlust von einer Milliarde Dollar.

(rheinmain)


 


 

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