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Klimawandel

Klima und Wetter in einem Koffer

Der Direktor des Regionalverbandes Frankfurt RheinMain, Heiko Kasseckert (CDU), hat jetzt im Blauen Haus des Vereins für Kunst und freie Zeit am Niederräder Ufer der Frankfurter Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Bündnis 90/Die Grünen) einen Klima- und Wetterkoffer übergeben.

Der Koffer enthält Anleitungen und Materialien für elf Experimente, mit denen Kinder und Jugendliche ergründen können, ob der Donner oder der Blitz schneller ist, wie stark der Wind weht, wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist und vieles andere mehr. „Kinder sind wissbegierig und experimentierfreudig. Welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen, können wir heute nur erahnen. Wir wissen aber, dass sie mit dem Klimawandel konfrontiert sein werden“, sagte Kasseckert.

Rottmann freute sich über das Geschenk aus der Region: „Ich halte es für sehr wichtig, auch mit künstlerischen und kulturellen Mitteln neue Antworten auf den Klimawandel zu suchen. So möchten wir auch die Hauptbetroffenen, die Kinder und Jugendlichen von heute, darauf vorbereiten, dass sie nicht einfach auf den eingefahrenen Gleisen ihrer Großeltern und Eltern weitermachen können.“ Rottmann kündigte an, dass die Stadt nicht einfach nur einen Koffer pro Schule kaufen werde, der dann in der Lehrmittelkammer nur verstauben würde. Es würden dazu komplette Workshops angeboten, der Verein Umweltlernen werde nächstes Jahr auch Lehrerfortbildungen zum Einsatz des Koffers anbieten. Der Verein Umweltlernen unterstützt Schulen und Kindertageseinrichtungen bei Umweltbildungsprojekten, als erstes konnten jetzt die Jungen und Mädchen der Klasse 4a der Frauenhofschule mit dem Koffer experimentieren.

Die Idee für den Klimakoffer wurde in Offenbach geboren, dort ist aus einem EU-Projekt schon vor einigen Jahren der beliebte Wetterpark entstanden. Der Designer Rolf Degel vom Offenbacher Umweltexploratorium hat den Koffer entwickelt. Der Regionalverband wird nun seinen weiteren 74 Mitgliedskommunen jeweils solch einen Koffer zukommen lassen.

Gleichzeitig mit der Übergabe wurde am Niederräder Ufer eine Fahne gehisst, auf der Schwemmmaterial und Straßenschilder im Wasser als Piktogramme erkennbar sind. Die Flagge soll auf den Bau einer weiteren Station der neuen Klimaroute hinweisen: Hier werden demnächst Sitzgelegenheiten geschaffen, die an aufgehäuftes Strandgut durch eine Überschwemmung erinnern sollen. Diese Station ist eine von insgesamt neun Stationen entlang des Mains zwischen Kelsterbach und Mühlheim, die auf Auswirkungen des Klimawandels in Flussregionen aufmerksam machen sollen. „Wir alle müssen mehr von dem begreifen, was uns hier, im Urlaub und auf der Welt erwartet. Die Klimaroute möchte helfen, dieses Wissen zugänglich zu machen – verständlich und als Erlebnis im Freien“, erklärte Regionalverbandschef Kasseckert. Die Frankfurter Dezernentin Rottmann wies darauf hin, dass das Niederräder Ufer „vielleicht der romantischste Ort“ der Klimaroute sei. Auf der gegenüberliegenden Seite des Mains sei ein neues Beispiel für den Klimaschutz in Frankfurt zu sehen, dort teste die Mainova auf einem früheren Kohlekraftwerksblock einen neuartigen Windgenerator.

Die etwa 25 Kilometer lange Klimaroute soll bis Ende dieses Jahres fertig sein. Die Stationen werden mit Flüssen aus aller Welt und den dort durch den Klimawandel verursachten Problemen verknüpft. Bei dieser Station in Frankfurt-Niederrad ist es der Markarfljót in Island, er steht für extreme Hochwasser, bedingt durch Gletscherschmelzen infolge des Klimawandels. Eine weitere Station in Frankfurt liegt am Hafenpark. Im Frischluftkanal des Mains soll die Installation die Bedeutung von Wind und Kaltluft für die Großstadt thematisieren. Beide Frankfurter Stationen wurden von Till Hergenhan und Uwe Tischer, ebenfalls vom Offenbacher Umweltexploratorium, geschaffen.

Die Klimaroute ist ein Teilprojekt von C-Change, einem von der EU geförderten Kooperationsprojekt. In dem Projekt C-Change arbeitet der Regionalverband mit acht weiteren europäischen Regionen zusammen. Der Fokus des Erfahrungsaustauschs richtet sich dabei auf die Fragen: „Welche klimarelevanten Faktoren müssen Eingang in die räumliche Planung finden? Was können wir von anderen europäischen Regionen lernen und sie von uns?“ Weitere Projektpartner der Klimaroute sind natürlich die jeweiligen Anrainerkommunen. Die Kosten für die Route betragen etwa 800.000 Euro, die Hälfte davon zahlt die EU.

Mehr unter www.klimaroute.de

(Regionalverband FrankfurtRheinMain)


 


 

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