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Erster Arbeitstermin

Kolloquium Wettbewerblicher Dialog Hanau

Zu einem ersten Arbeitstermin trafen sich Vertreter der Stadt Hanau und die sieben Investoren, die als Teilnehmer am wettewerblichen Dialog zur Entwicklung der Hanauer Innenstadt benannt wurden, jetzt im Congress Park Hanau. Beim so genannten "Kolloquium wettbewerblicher Dialog Hanau" hatten die Investoren erstmals die Möglichkeit, getrennt voneinander Fragen zu den umfangreichen Unterlagen zu stellen, die die Stadt als Grundlage für die Planungen für das neue Hanau zur Verfügung gestellt hat.

Martin Bieberle, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, der gemeinsam mit Carl-Edward Günther (BAUProjekt Hanau GmbH) das Verfahren mit einem Projektteam leitet, sagte nach dem zweitägigen Sitzungsmarathon: "Wir sind beeindruckt von der hochprofessionellen Herangehensweise der Bewerber um Hanau. Sie haben schon jetzt in der Frühphase das wettbewerblichen Dialogs bewiesen, dass sie die Herkulesaufgabe Innenstadtentwicklung Hanau stemmen wollen und können."

Am 25. August hatte der Magistrat der Stadt Hanau sieben nationale und internationale Investoren als Teilnehmer am wettbewerblichen Dialog zur Entwicklung der Hanauer Innenstadt benannt. OB Claus Kaminsky zeigte sich im Anschluss an die Magistratssitzung zutiefst beeindruckt von der Intensität, mit der sich die Investoren mit Hanau beschäftigt hatten und freute sich, dass die "teilnehmenden Investoren in Sachen Reputation und Finanzausstattung national oder international in der ersten Liga spielen."

Diese Einschätzung haben die Bewerber um Hanau nach der ersten Arbeitsphase nun bestätigt. Unmittelbar im Anschluss an den Magistratsentscheid erhielten sie umfangreiche Unterlagen zugesandt. In zwei dicken Aktenordnern befanden sich neben den von der Stadt formulierten Zielen für die neue Innenstadt weitere 29 Dokumente. Darunter umfangreiches Kartenmaterial, die Dokumentation "Lokale Agenda 21", die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses "Modell Hanau", der Rahmen- und Maßnahmenplan "Südliche Innenstadt", ein regionales Einzelhandelskonzept - zudem auch der Kulturbereicht der Stadt Hanau und Szenarien zur Einzelhandelsentwicklung.

Bis Ende Oktober haben die Investoren mit ihrem national und international renommierten Architekten- und Planungsbüros nun Zeit, einen ersten Entwurf für die neue Hanauer Innenstadt zu skizzieren. Im November stellen die Investoren dem Dialogteam unter der Führung von OB Claus Kaminsky ihre Planungen vor und besprechen die Lösungen mit der Stadt. Dieses Team wird dabei um je ein Mitglied der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung erweitert. Im Dezember setzt sich erstmals der "Beirat wettbewerblicher Dialog Hanau", der aus Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppierungen sowie aus Fachleuten besteht, mit den Entwürfen auseinander. Im Frühjahr 2009 wird das neue Hanau der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Stadt fordert in der Projektbeschreibung "Wettbewerblicher Dialog Innenstadt Hanau" beispielsweise ein Verbesserung und Belebung der Achse zwischen Schlossplatz und Freiheitsplatz als Platzfolge sowie die Reaktivierung des Altstädter Marktes Zentrale Aufgabe ist auch die Neugestaltung des Freiheitsplatzes als Platz mit städtischer Lebendigkeit mit hochwertiger Architektur, vermehrtem Einzelhandel, einer hohen Attraktivität als Aufenthaltsraum mit wichtigen Halte- und Umsteigefunktionen des ÖPNV.

Der Neustädter Markt soll künftig eine verbesserte Aufenthalts- und Verweilqualität erhalten, seiner Drehscheibenfunktion noch besser gerecht werden. Dabei soll seine Funktion als Markt- und Veranstaltungsplatz im Fokus stehen.

Das Stadtquartier rund um die Wallonisch-Niederländische Kirche soll, so steht es in der Projektbeschreibung, ein neuer attraktiver Wohnstandort mit eigenem Image werden.

Zu den weiteren Pflichtaufgaben, die die Stadt den Investoren und ihren Stadtplaneren mit auf den Weg gegeben hat, zählen unter anderem auch die Steigerung des innerstädtischen Einzelhandels, die Neugestaltung der fünf Plätze vom Schlossplatz bis zur Wallonisch-Niederländischen Kirche, eine verbesserte Unterbringung der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs, Betreiberkonzepte für das Brüder-Grimm-Kulturzentrum, die Umsetzung des Raumprogramms für die Wetterauische Gesellschaft, die Schaffung von Raum für Kunst und Kultur in der City, Verkehrsführungen und ein Strategiekonzept "Wohnen in der Innenstadt". Über ein Hotel oder Kino sollen sich die Bewerber um Hanau Gedanken machen und Lösungen präsentieren.

Die Stadt stellt den Investoren und Planern zudem ein völlig neues 3D-Modell von Hanau zur Verfügung, das gemeinsam mit der Nassauischen Heimstätte in den vergangenen Wochen entwickelt wurde. Mit diesem Modell planen die verschiedenen Büros jetzt die neue Innenstadt.

Dieses 3D-Modell war auch wertvolle planerische Grundlage des Kolloquiums jetzt im CPH. Streng getrennt voneinander, wie es das förmliche Vergabeverfahren wettbewerblicher Dialog mit seinen umfangreichen Vertraulichkeitsklauseln vorsieht, stellten die Investoren und Planer ihre Fragen an das Dialogteam.

Unter der Führung von Martine Bieberle und Carl-Edward Günther finden sich darin Fachleute der Stadt und renommierte Experten wie Dipl. Ing. Bernd Schwab vom Ingenieurbüro RKS, der Städteplaner Prof. Kunibert Wachten (Universität Aachen) sowie Rechtsanwalt Dr. Olaf Otting von der Kanzlei GleissLutz.

Martin Bieberle: "Natürlich hatte die Fragerunde mit den Investoren auch für die Stadt und das Dialogteam erheblichen Informationsgehalt, denn die Qualität der Fragen ließ Rückschlüsse auf den Vorbereitungszustand und die Qualität der Investorenbemühungen zu." Bieberle weiter: "Unsere Erwartungen, die sich schon in der Qualität der Bewerbungen widergespiegelt hatten, wurden bestätigt. Alle sieben Investoren mit ihren Planern und Architekten beschäftigen sich mit hoher Motivation und Schärfentiefe mit Hanau. Zudem ist es durch die Anforderungen der Stadt an die Investoren erkennbar gelungen, deutlich zu machen, dass Innenstadtentwicklung in Hanau nicht auf ein Einkaufszentrum alleine reduziert werden kann."

Trotz der hohen zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen, die die Stadt an die Bewerber stellt, sind die Investoren bereit, sich den Anforderungen zu stellen. Martin Bieberle: "Für uns wurde aber auch sichtbar, dass mit Blick auf die streng einzuhaltende Zeitplanung und die Anforderungen an hochwertige und ganzheitliche Stadtkonzepte sowie deren wirtschaftliche Realisierungen, einige Anforderungen der Stadt angepasst werden mussten. So wird zum Beispiel das Lichtkonzept erst in der zweiten Dialogphase abverlangt, ebenso wie das finale Betreiberkonzept für das Brüder-Grimm-Kulturzentrum und ein mögliches Hotel."

Die Investoren stellten im Kolloquium neben Verfahrensfragen inhaltliche Schwerpunkte ins Zentrum. Zum Beispiel forderten sie von der Stadt die Zusage ein, neben dem bereits in der Planung befindlichen Fachmarktzentrum Kinzigbogen und dem Postcarré, keine weiteren großflächigen Einzelhandelsmöglichkeiten außerhalb des Verfahrens Wettbewerblicher Dialog zu genehmigen. Neben diesen strategisch inhaltlichen Fragen wurden auch planerische Details wie Grundrisse, Umsteigebeziehungen des ÖPNV bis hin zum Baumkataster erörtert.

Die Investoren können, so das Ergebnis des ersten Arbeitstermins, die herausfordernde Aufgabenstellung der Stadt nachvollziehen. Die zur Verfügung gestellten Unterlagen seien sehr gut und tiefgehend vorbereitet, so einer der Investoren, man sei am Anfang aber schon überrascht vom Umfang gewesen. Ein anderer Bewerber um Hanau sagte: "Wir haben zuerst geschluckt, als wir sahen, was alles zu liefern ist. Eine strenge Agenda. Wir sind aber sehr an Hanau interessiert, sind herausgefordert und werden und mordsmäßig anstrengen." Ein weiteres Investoren-Zitat aus dem Kolloquium im CPH: "Wir wollen die Stadt in die Architektur und die Architektur in die Stadt bringen."

OB Claus Kaminsky zeigt sich erfreut von den Ergebnissen des Kolloquiums: "Es wird immer deutlicher, dass wir mit dem wettbewerblichen Dialog richtig liegen und die Bedürfnisse nach integrierten Stadtentwicklungskonzepten bedienen. Dies dient eindeutig der Steuerung der Attraktivität unserer Stadt."

In den kommenden Wochen werden das Dialogteam und viele weitere städtische Mitarbeiter viel zu tun haben, um die Dialogphase im November vorzubereiten. Und OB Claus Kaminsky freut sich schon darauf, bei der bedeutenden Immobilienmesse ExpoReal im Oktober in München ganz bestimmt viele interessante Gespräche mit interessierten Kommunalvertreten über das Projekt wettbewerblicher Dialog Hanau zu führen – und für weitere Investitionen in Hanau zu werben.

Quelle: Stadt Hanau

(rheinmain)


 


 

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