Online-Kommunikation B-to-B
Knappe Ressourcen erschweren digitale Markenführung
Rhein-Main. Die diesjährigen Ergebnisse der Studie „B-to-B Online-Monitor“ zeigen beim Thema Kommunikationsstrategie einen Widerspruch: 87 Prozent der 220 befragten Unternehmen halten eine ganzheitliche Online-Kommunikationsstrategie für notwendig – rund drei Viertel planen auch konkret deren Umsetzung.

Über die Hälfte der Teilnehmer gibt an, dass Geschäftsbereiche nicht gemeinsam an der Entwicklung der Online-Kommunikation beteiligt sind.
Dennoch gibt über die Hälfte der Teilnehmer an, dass Geschäftsbereiche nicht gemeinsam an der Entwicklung der Online-Kommunikation beteiligt sind. Die Schulung der Mitarbeiter und ihre ganzheitliche Einbindung in die Kommunikationsmaßnahmen fehlen bei 44 Prozent. Rund 70 Prozent der Unternehmen gestehen zudem, dass ihre Software-Lösungen und Web-Technologien nicht oder nur unzureichend miteinander vernetzt sind.
Durchgeführt wurde die Umfrage im dritten Jahr in Folge von Die Firma, Spezialist für digitale Business-to-Business (B-to-B)-Kommunikation, und dem Marktforschungsunternehmen Consultic. Die Experten sehen auch die Frage nach den strategisch wichtigen Teilbereichen zur digitalen Markenführung als sehr aufschlussreich an: Im Durchschnitt beurteilen die Teilnehmer elf von siebzehn Teilbereichen als bedeutsam. Gleichzeitig geben rund drei Viertel aller Unternehmen an, dass sich maximal bis zu fünf Mitarbeiter mit der Online-Kommunikation beschäftigen. Die internen Ressourcen, um die Komplexität der modernen Kommunikationslandschaft strategisch sinnvoll bewältigen zu können, scheinen somit sehr begrenzt. Trotzdem bleiben auch die finanziellen Mittel für externes Know-how knapp: 59 Prozent der Befragten geben jährlich maximal 50 000 Euro für entsprechende Dienstleister aus.
Social Media und das Thema „Mobile Kommunikation und Anwendungen“ sind laut Studie bei den Teilnehmern präsent: Die Unternehmen zeigen sich im Bereich Social Media aktiver als im Vorjahr. 38 Prozent sind jedoch mit den bisherigen Ergebnissen unzufrieden. Ursachen sind auch hier eine fehlende Strategie, die 48 Prozent der Befragten einräumen, oder fehlendes Monitoring, das 58 Prozent angeben. Im Hinblick auf mobile Anwendungen verhalten sich insbesondere kleine und mittlere Unternehmen noch abwartend. Das Thema steht allerdings auf der Agenda: Die Hälfte der Teilnehmer erklärt, dass sich der Zugriff auf ihre Website über mobile Endgeräte in den kommenden zwei Jahren mindestens verdoppeln wird. 37 Prozent sehen zudem durch mobile Anwendungen und Funktionen einen Mehrwert für die Kunden und 32 Prozent gehen davon aus, dass ihre Mitarbeiter zunehmend mit mobilen Geräten ausgestattet werden.
Marco Fischer, Geschäftsführer von Die Firma, hält den Widerspruch zwischen angestrebter Kommunikationsstrategie und den dafür geschaffenen Voraussetzungen für erschreckend. Mit unangepassten Prozessen sowie minimalen personellen und finanziellen Ressourcen bleibe es mehr als zweifelhaft, ob eine vernetzte und ganzheitliche Kommunikation tatsächlich entstehen könne. Im Hinblick auf die Komplexität der heutigen Kommunikationslandschaft müsse dies aber zwangsläufig zu Problemen und Misserfolgen führen. Die Mehrheit der Unternehmensvertreter, die an der Befragung für die Studie teilgenommen hatten, ist im Bereich Marketing/Produktmanagement oder Unternehmenskommunikation tätig. Ein signifikanter Anteil kommt aus Vorstand oder Geschäftsführung der Unternehmen. Die Ergebnisse inklusive Interviews mit namenhaften Kommunikationsexperten stehen im Internet kostenfrei zur Verfügung.
(ots / absatzwirtschaft.de)
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