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Krankenversicherung

Ombudsmann immer beliebter bei PKV-Beschwerden

Die Private Krankenversicherung stellt für viele Menschen eine sinnvolle Alternative zu den gesetzlichen Versicherungsmöglichkeiten dar. Nicht ohne Grund lassen sich jedes Jahr einige Personen sogar freiwillig von der gesetzlichen Versicherungspflicht entbinden, um künftig selbst für ihre Krankenversicherung zu sorgen. Die Vorteile einer Versicherung in der PKV liegen dabei auf der Hand, denn obwohl Ärzte das häufig dementieren, haben Privatversicherte Chancen auf eine bessere und vor allem schnellere Behandlung. Bei der Entscheidung für einen privaten Versicherer lohnt sich auch ein Blick auf die Beschwerde-Statistiken. Dies alleine genügt für eine umfangreiche Betrachtung der Situation jedoch nicht, denn auch bei einem Ombudsmann gehen Jahr für Jahr tausende von Schlichtungsanfragen ein, die in der Statistik nicht berücksichtigt werden.

Leistungsverweigerung ein häufiger Grund

Versicherte wenden sich häufig mit einer Beschwerde an ihre Versicherung, wenn diese die Kosten für eine Behandlung nicht in vollem Umfang übernehmen möchte. Im Jahr 2014 wurden hierbei laut der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) 1.019 Beschwerden aufgenommen. Erfasst werden alle eingehenden Beschwerden unabhängig von ihrer Rechtmäßigkeit. Dieser relativ niedrige Wert sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Kunden privater Versicherer immer häufiger mit Schwierigkeiten konfrontiert sehen. So sollten auch die Schlichtungsanfragen bei einem Ombudsmann berücksichtigt werden. Auch wenn die BaFin zwar einen starken Sinkflug der Beschwerdezahlen verzeichnet, erkennt sie dabei jedoch zeitgleich einen Anstieg der Anfragen bei einem Ombudsmann. Während sich laut Finanzen.de in 2004 lediglich 2.625 Personen mit einer Schlichtungsanfrage an einen Ombudsmann wandten, waren es 2013 bereits 5.948. Dieser Wert könnte bei Personen, die sich für eine private Krankenversicherung interessieren, durchaus für Ernüchterung sorgen. Dies ist jedoch nicht zwingend notwendig, denn vor allem die Suche nach dem richtigen Versicherer schützt vor unangenehmen Zwischenfällen. Zu diesem Zweck sollte vor der Entscheidung für einen Versicherer stets ein gründlicher Vergleich stattfinden. Auch das Handelsblatt berichtet über die Private Krankenversicherung und zeigt auf, dass bei einem Vergleich der Versicherungskosten ein Einsparpotenzial von bis zu 50 Prozent möglich ist.

Kunden sollten sich außerdem nicht sofort für das günstigste Angebot entscheiden, da auch das Leistungsspektrum der Versicherer deutlich schwanken kann. Eine vorausschauende Einschätzung der eigenen Bedürfnisse und Wünsche ist hierfür besonders empfehlenswert, denn nur so lässt sich ein Tarif mit den richtigen Modalitäten finden. Doch nicht nur die finanziellen Aspekte stehen im Fokus eines sinnvollen Anbietervergleichs, denn auch die Zufriedenheit der Kunden und die Beschwerdeanzahl geben Aufschluss über den tatsächlichen Stand eines Versicherers. Für den Kunden ist es daher interessant, auch Erfahrungsberichte und Beschwerdequoten zu untersuchen, bevor er sich für einen Versicherer entscheidet.

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Versicherer unterschiedlich zufriedenstellend

Beim Blick auf die Beschwerdequoten der Versicherer wird deutlich, dass es durchaus Anbieter mit wenigen Beschwerden gibt. Für den potenziellen Neukunden ist es hier selbstverständlich interessanter, über einen Vertragsabschluss nachzudenken, wenn der Versicherer sich zusätzlich zu attraktiven Preisen auf eine zufriedene Kundschaft berufen kann. Auch in der Statistik der BaFin werden die Beschwerden von Versicherten nach Versicherern aufgeschlüsselt. Zu sehen ist hier, dass die Versicherer Debeka und Barmenia mit recht wenigen Beschwerden pro 100.000 Versicherten punkten können. Während sich bei der Debeka nur 2,11 Versicherte von 100.000 beschwerten, waren es bei der Barmenia 2,75. In einem weniger guten Licht stand der Versicherer Axa, denn hier lag die Beschwerdequote deutlich höher. Mit neun Beschwerden pro 100.000 Versicherungsnehmern verzeichnete der Versicherer die höchste Quote. Aus diesen Zahlen lässt sich die Leistungsbereitschaft der Versicherer sehr deutlich ablesen. Der Focus berichtet in einem Artikel über die Ansichten eines ehemaligen Ombudsmannes, der vor allem die unzureichende Kenntnis der Versicherungskunden als Problempunkt betrachtet. Oft seien die Versicherungsunterlagen zu kompliziert und die Bereitschaft der künftigen Versicherten, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, zu gering. Auch wenn es schwer fällt, ist es für einen angehenden Privatversicherten wichtig, sich intensiv mit den Versicherungsverträgen zu beschäftigen und auch das Kleingedruckte nicht zu überlesen.

Regeln für die Beschwerde beim Ombudsmann

Kommt es im Versicherungsverhältnis zwischen einem Versicherten und seiner PKV zu einer Unstimmigkeit, ist der Weg zu einem Ombudsmann ein empfehlenswerter Schritt. Immerhin sind die Schlichtungsverfahren häufig weniger stressig und bieten den Versicherten vor allem einen kompetenten Berater, der ihnen bei Fragen zur Verfügung steht. Zudem ist die Beratung und Schlichtung durch einen Ombudsmann grundsätzlich kostenfrei. Hierzu im Gegensatz stehen die möglichen Anwalts- und Gerichtskosten, falls es im Streit ohne Ombudsmann zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kommt. Ein Ombudsmann wird grundsätzlich versuchen, die Unstimmigkeit auf außergerichtlicher Basis zu klären. Versicherte müssen sich jedoch beim Scheitern einer Einigung nicht zwingend geschlagen geben. So besteht auch nach dem Schlichtungsversuch bei einem Ombudsmann weiterhin die Möglichkeit, über Finanzaufsicht und Gerichte zu klagen. Vernünftig ist es also in jedem Fall, zunächst einen Ombudsmann aufzusuchen, um zeitraubenden und teuren Rechtsstreit zu vermeiden.

Damit der Ombudsmann seinen Klienten helfen kann, gibt es jedoch eine wichtige Voraussetzung. So fällt eine Unstimmigkeit nur dann in seinen Zuständigkeitsbereich, wenn Kunde und Versicherer sich zu diesem Thema noch nicht vor einem Gericht oder bei der BaFin auseinandergesetzt haben. Ein bereits gestellter Antrag zur Prozesskostenhilfe ist für die Hilfe eines Ombudsmannes ebenfalls entscheidend. Wird ein solcher Antrag abgewiesen, etwa weil die Erfolgsaussichten gering sind, so wird auch der Ombudsmann nichts unternehmen können.

(Redaktion)


 


 

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