Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Finanzen Aktien & Fonds
Weitere Artikel
Marktkommentar Aktien- Helaba

Kreditkrise weitet sich in Europa verstärkt aus

Die US-Börsen zogen sich am Freitag ganz gut aus der Affäre. Einen großen Teil der Handelsit-zung notierten den führenden Aktienindizes in der Verlustzone, um gegen Ende nochmals nach oben durchzustarten. Hoffnungen auf eine Genehmigung des Hilfsprogramms hatte für Zuversicht gesorgt. Einige Bankwerte konnten sich verbessern, zu nennen sind die Citigroup (+3,8 %) und die Bank of America (+6,8 %). Auf der anderen Seite gaben Wachovia (-27 %) und Papiere der National City (-25 %) deutlich nach. Letztgenannte hatten wirkungslos „die Möglichkeit einer Übernahme durch den Einlagensicherungsfonds“zurückgewiesen.

Kursverluste in Höhe von 27 % musste die Aktie von Research in Motion hinnehmen, nachdem das Unternehmen Tags zuvor mit seinem Ausblick enttäuscht hatte. Nicht zuletzt deshalb verloren die Technologiewerte überdurch-schnittlich. Nach tagelangem Ringen, wurde am Wochenende das 700 Mrd. $-Rettungspaket eine grundsätzliche Einigung zwischen Republikanern, Demokraten und der US-Regierung erzielt. Heute wird darüber im Repräsentantenhaus abgestimmt, zudem wird erwartet, dass der Senat im Laufe der Woche ein Votum abgeben wird. Nach den Finanzwerten werden auch die US-Autobauer immer mehr vom „Abwärtssog“ erfasst. Der US-Senat verabschiedete ein Hilfspaket für zinsgünstige Kredite mit einem Volumen von 25 Mrd. $. In dieser Woche stehen eine Reihe von Konjunkturdaten auf der Agenda. Insbesondere ist der ISM-Index für den Monat September und der Arbeitsmarktbericht (am Freitag) zu nennen. Auf Basis der deutlich gestiegenen Erstan-träge auf Arbeitslosenhilfe gehen wir davon aus, dass es im September zu einem deutlichen Be-schäftigungsabbau kam. Unternehmensseitig bleibt der Datenkalender relativ leer. Das technische Bild des Dow Jones zeigt sich kaum verändert, die etablierte Handelsrange zwischen 11.250 Zäh-lern auf der Ober- und 10.750 Punkten auf der Unterseite hat weiter Bestand. Erst ein Verlassen der Range wird eine deutlichere Kursbewegung nach sich ziehen.

Angesichts der Pleite von Washington Mutual und der Unsicherheit über das US-Hilfspaket verlor der Dax am Freitag 1,7 % auf 6.063 Punkte. Insbesondere gerieten Finanztitel unter Druck nach-dem Spekulationen um Liquiditätsengpässe bei Fortis die Runde machten. Dies führte dazu, dass die Aktie rund 20 % verlor. Wir nun am Wochenende bekannt wurde, haben die Regierungen der Benelux-Staaten den Finanzkonzern mit einer „Finanzspritze von 11,2 Mrd. € gerettet. Auch die Hypo Real Estate musste vor dem Aus gerettet werden. Eine Gruppe deutscher Banken hat der Münchener Bank kurz-und mittelfristige Gelder in, wie es heißt „ausreichender Höhe“ zur Verfügung gestellt. Die Vorgaben für den heutigen Handelsstart sehen nicht sehr vielversprechend aus. Entsprechend wundert es kaum, dass die Indikation für die Dax-Eröffnung bei 6.006 Zählern schwächer ausfällt. Die Aktie der Hypo Real Estate wird zu Beginn deutliche Verluste hinnehmen müssen. Die technische Situa-tion des Dax wird sich weiter eintrüben. Für den weiteren Verlauf wird es entscheidend sein, ob es gelingt, die Unterstützungsmarke von 5.980 Zählern zu verteidigen. Gelingt das nicht, muss vom Erreichen neuer Impulstiefststände ausgegangen werden. Im weiteren Verlauf der Woche wir die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank im Fokus stehen. Im Konsensus werden stabile Zinsen erwartet.

(rheinmain)


 


 

Kreditkrise
Europa
Aktien
Aktienhandel
Börse
Börse Frankfurt
Deutsche Börse

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Kreditkrise" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: