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  • 10.05.2016, 10:30 Uhr
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Kreislaufwirtschaftsgesetz

Austauschen und wegwerfen? Besser: Austauschen und Geld verdienen

Wer nun bei dieser etwas kryptischen Überschrift ins Stocken geriet, dem sei gesagt: Die Rede ist von Tintenpatronen und Tonern, die nach Gebrauch entweder entsorgt oder alternativ zu Geld gemacht werden können. Welche grundsätzlichen Regelungen und Möglichkeiten es für Unternehmen gibt, soll nun im folgenden Beitrag erläutert werden.

Die rechtliche Seite: das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)

Die entscheidenden und thematisch wichtigen Paragrafen im Kreislaufwirtschaftsgesetz und deren Bedeutung sind in der folgenden Tabelle aufgearbeitet worden:

Kreislaufwirtschaftsgesetz
GesetzestextPraktische Anwendung
In Paragraf 1 heißt es: „Zweck des Gesetzes ist es, die Kreislaufwirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen zu fördern und den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen sicherzustellen.“ In der Praxis bedeutet das, dass bei der Entsorgung von Müll stets dem Umwelt- und Klimaschutz Rechnung getragen werden muss.
Im Paragraf 6 wird detailliert auf die Abfallhierarchie eingegangen, die diese Rangfolge aufzeigt: (1) Vermeidung, (2) Wiederverwendung, (3) Recycling, (4) Verwertung, (5) Beseitigung. Für die Praxis bedeutet das: Da die Vermeidung des Abfalls nicht möglich ist, muss der Verbraucher Sorge dafür tragen, dass der Müll wiederverwendet, recycelt oder verwertet werden kann.
Im Paragraf 7 (2) heißt es: „Die Erzeuger oder Besitzer von Abfällen sind zur Verwertung ihrer Abfälle verpflichtet. Die Verwertung von Abfällen hat Vorrang vor deren Beseitigung.“ In der Praxis bedeutet das, dass Tinte und Toner nicht einfach in den Müll geworfen werden dürfen, sondern nach Möglichkeit weiterverwendet werden sollten.

Die Folge dieser gesetzlichen Bestimmungen ist, dass sich mittlerweile eine Reihe von Anbietern am Markt positioniert hat, die die fachgerechte Entsorgung von Patronen und Tonern anbieten. Häufig können diese die Patronen und Toner sogar wiederaufbereiten und sie als Rebuilt-Variante weiterverkaufen. Möglich ist das in erster Linie bei Tintenpatronen. Toner dürfen viermal weiterverwendet werden, wenn klar dokumentiert wurde, dass keine Mängel vorhanden sind.

Diese Möglichkeiten der Entsorgung haben Kunden

Das grundsätzliche Problem haben meist die IT-Leute im Betrieb, denn sie tauschen den Toner oder die Patrone im Gerät aus – und haben meist eine Sammelstelle im Büro, an der sich neben Kabeln, Soft- und Hardware nun auch noch leere Toner und Patronen stapeln. Prindo.de hat diese Tipps zusammengestellt, wie Gewerbe- und Privatkunden ihre leeren Toner und Patronen wieder loswerden können:

  1. Leere Toner und Patronen können immer an den Hersteller zurückgegeben werden. Empfehlenswert ist, nicht jede einzelne Kartusche oder Patrone zurückzusenden, sondern im besten Fall ein größeres Paket zu schnüren.
  2. Auch die Händler, die Patronen verkaufen, nehmen diese wieder zurück. Im Einzelhandel sind dazu meist Sammelcontainer zu finden. Zum Online-Händler müssen die Patronen via Postversand zurückgeschickt werden.
  3. Wer Toner und Patronen an ein Entsorgungsunternehmen weiterreicht, muss darauf achten, dass dort meist nur die Ware angenommen wird, die unbeschädigt ist. Der Grund: Beschädigte Kartuschen können nicht wiederverwertet werden.
  4. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe von Dienstleistern, die den Verbrauchern ein kleines Entgelt anbieten, wenn sie ihnen die leeren Toner und Patronen vermachen. Warum? Weil auch sie sie in einen Wiederverwertungsprozess überführen und von diesem Gewinn einen Teil abgeben. Tipp: Verbraucher sollten hier einen Blick ins Kleingedruckte werfen, damit sie nicht durch etwaige Versandkosten draufzahlen.
  5. Für wen eine Form der Wiederverwertung nicht in Frage kommt, der kann alte Toner und Patronen zum nächsten Werstoffhof bringen. Dort werden die leeren Gehäuse in jedem Fall angenommen und dort werden sie auch fachgerecht entsorgt.

Die fachgerechte Entsorgung schont die Umwelt – und den Geldbeutel

Nachdem der Traum vom “papierlosen” Büro sich seit Jahrzehnten nicht durchsetzt, ist ein Blick auf die Umwelt und in den Geldbeutel durchaus angebracht, wenn es um das Thema Entsorgung von Tonerkartuschen geht. Dieses Thema wird von den Deutschen nämlich vergleichsweise stiefmütterlich behandelt. In der Huffington Post heißt es: “Beim Recycling sind wir eifrig: Laut einer Umfrage geben 96 Prozent aller Deutschen ihr Altpapier zum Recycling, neun von zehn Bundesbürgern entsorgen Flaschen umweltfreundlich und mehr als zwei Drittel achten darauf, dass auch der Biomüll in die richtige Tonne wandert. Bei anderen Abfallarten könnten wir aber noch konsequenter sein. So landen jedes Jahr mehrere Millionen Tintenpatronen und Tonerkartuschen im Hausmüll.“

Dass der Müllberg, der durch Patronen und Toner entsteht, kein kleiner ist, wird in Anbetracht dieser Zahlen mehr als deutlich: Im Jahr 2012 wurden 18 Millionen Tonerkartuschen verkauft. Die, die in Laserdrucker eingesetzt werden, machen fast die Hälfte des Verbrauchsmarkts der Drucker aus. Grundsätzlich gilt: Jede Kartusche, die fachgerecht entsorgt wird (wie oben beschrieben), kann potentiell weiterverwertet werden. Neben der Aufbereitungsmaschinerie kann diese auch in Einzelteile zerlegt und erneut zur Patrone gefertigt werden. Dass die fachgerechte Entsorgung nicht nur im Sinne der Umwelt passiert, sondern auch im Sinne des eigenen Portemonnaies, zeigt auch ein Blick in die Bußgeldtabelle. Wer Toner und Patronen illegal entsorgt, kann mit einem Bußgeld von 10 bis 1.000 Euro bestraft werden.

(Redaktion)


 


 

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