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Aktionärs-Hauptversammlung

Kritik, aber keine größeren Proteste gegen geplante Börsenfusion

(bo/dapd). Die geplante Fusion der Deutschen Börse mit ihrem Gegenstück an der Wall Street in New York stößt bei den Aktionären des deutschen Börsenbetreibers auf kritische Fragen. Auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt am Main blieben größere Proteste allerdings aus.

Eine wesentliche Entscheidung über das Zusammengehen mit der NYSE Euronext wird im Juli fallen, wenn die Zustimmung der Aktionäre auf deutscher und US-Seite vorliegen muss.

Eine Spitze kam lediglich von Markus Kienle von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger: Das "Experiment ISE" zeige, dass die Deutsche Börse es nicht verstehe, sich auf dem US-Markt zu etablieren. Die von der Deutschen Börse 2007 übernommene US-Optionsbörse belaste nun im zweiten Jahr in Folge das Ergebnis des Konzerns.

Für einige Verwirrung bei Aktionären sorgte zudem, dass die Aufforderung zum Umtausch der Aktien an eine für die Fusion gegründete niederländische Holding eintraf, bevor die Erläuterungen der Deutschen Börse bei ihren Anteilseignern ankamen. Sie hätten gedacht, die Deutsche Börse sei dann künftig ein niederländisches Unternehmen. "Niederländische Aktiengesellschaften sind ja auch erfolgreich", tröstete sich ein Elektroingenieur aus Darmstadt.

"Niederländische AGs sind ja auch erfolgreich"

Bis zum 13. Juli haben die Aktionäre der Deutschen Börse - zu 82 Prozent ausländische Investoren - nun Zeit, ihre Aktien in Papiere der neuen Holding Alpha Beta Netherlands umzutauschen. Der Zusammenschluss gilt von der Seite des deutschen Unternehmens her als angenommen, wenn mindestens 75 Prozent der Aktionäre tauschen. Von US-Seite ist die Zustimmung von mehr als 50 Prozent der Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung nötig. Dieses Treffen ist für den 7. Juli angesetzt.

Deutsche-Börse-Vorstandsvorsitzender Reto Francioni und Aufsichtsratschef Manfred Gentz warben vor den Aktionären massiv für den Zusammenschluss. Die Fusion bedeute eine einmalige Chance, den größten Börsenkonzern der Welt zu schaffen. Für die Aktionäre sei er auch finanziell höchst attraktiv, da durch Kostensenkungen von voraussichtlich 400 Millionen Euro im Jahr und künftige Umsatzzuwächse durch gemeinsames Vorgehen von etwa 150 Millionen Euro im Jahr sowohl die Dividende als auch der Kurs der Aktie deutlich steigen dürften. Francioni stellte eine Verbesserung der Dividende um 30 Prozent in den Raum. Für 2010 will die Deutsche Börse wie im Jahr zuvor 2,10 Euro pro Aktie zahlen.

Standortkonzept soll Frankfurter Interessen wahren

Francioni versicherte, dass ein ausgewogenes Standortkonzept auch die Interessen des Finanzplatzes Frankfurt berücksichtige. Zu Kritik des Betriebsrates sagte er, nur ein global aufgestellter Konzern könne langfristig Arbeitsplätze sichern.

Zum angekündigten Konkurrenzangebot der Nasdaq zusammen mit der Derivatebörse ICE sagte Francioni, er sei der festen Überzeugung, dass ein Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der NYSE Euronext dem Konkurrenzvorschlag "eindeutig überlegen sein" werde. Zudem sei fraglich, dass die Kartellbehörden eine inneramerikanische Übernahme billigen würden.

Joachim Sondermann

(dapd )


 


 

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